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Haben Sie Geduld
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Ich, die Katze mit dem französischen Namen "Imprévu", erzähl' Euch meine Geschichte... |
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Ich werde Imprévu genannt, und das ist meine Mutter, die von unserem Hausdiener, der für uns sorgt, als Hexe bezeichnet wurde; denn die soll immer alle angeknurrt, gefaucht, ja sogar gespuckt haben. Sie war immer sehr vorsichtig und hat sich und mich, wenn ein Mensch zu sehen war, sofort unter Sesseln und sonst was versteckt. Sie war ganz besonders mißtrauisch gegen Fotografiertwerden.
Als ich ganz klein war, regnete es ganz heftig. Da hat meine Mutter, also die Hexe, mich und meine beiden Geschwister in das Haus, in dem unser Diener wohnte, geschleppt. Wir waren alle klatsch-naß. Die Mutter hatte uns auf ein Sofa gelegt und uns gewärmt. Mir war aber immer noch lausig kalt, und ich hatte eine Stelle gefunden, wo von einem komischen Gerippe starke Wärme strahlte. Heute weiß ich, daß das Ding Heizkörper genannt wird.
Als der Hausdiener nach Hause gekommen war und meine beiden Geschwister gesehen hatte, hat er die sofort umgebracht. Stellt Euch mal vor! Mich hat er nicht gesehen.
Da
hatte ich wirklich Schwein.
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Ein paar Tage später haben draußen vor dem Haus im Vorgarten
große, wild rumstreunende Hunde meine arme Mutter angefallen und sie so
schwer verletzt, daß sie es nicht
überlebt hat. Der Hausdiener hat erzählt, daß sie
den Streit angefangen hätte. Sie sei wohl der Meinung gewesen, das Haus
verteidigen zu müssen, weil ich doch da drin war. Aber die Hunde hätten gar
nicht hinein gekonnt, sagte er; denn die Tür war geschlossen. Meine Mutter
war sogar um den ganzen Häuserblock gelaufen.
Ich war also nun ganz allein und sehr traurig, wie
Ihr seht.
Das war für mich ganz schrecklich!
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Mir
war dauernd zum Weinen zumute.
Aber
unser Hausdiener hat sich rührend um mich gekümmert und die anderen Katzen
auch, die schon im Haus wohnten.
Deren
Geschichte erzähl' ich Euch nachher. Aber das alles weiß ich nur vom Hören-Sagen. Ich war noch zu klein, um mich erinnern zu
können.
Ich
bin Imprévu genannt worden, weil das auf
Französisch „unvorhergesehen" heißen soll. Mein Hausdiener hat so einen französischen
Fimmel, wißt Ihr.
Doch das nur so nebenbei.
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Obwohl ich auf dem nebenstehenden Bild noch richtig
verheult aussehe, ließ doch allmählich meine Traurigkeit nach. Ja, ich
begann, mich mehr und mehr wohl zu fühlen; denn ich
bekam gutes Essen und leckere Milch.
Ich spielte mit allem, was sich bewegte und bewegen ließ, bis ich hundsmüde wurde. Oft schlief ich dann einfach ganz erschöpft ein. |
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Nun hatte ich wieder ein riesen Schwein.
Da waren schon zwei andere Katzen im Haus, viel größer als ich, die mich zuerst mit Zurückhaltung, ja sogar mit ein wenig Feindseligkeit betrachtet hatten. Aber ich machte mir nichts draus, forderte sie zum Spielen auf, und die machten auch bald mit.
Die
dickste von den beiden ließ mich sogar an ihrem Bauch lutschen. Das hat mir
viel Spaß gemacht,
was
ich bei meiner Mutter so gerne getan hatte. Da kam zwar keine Milch raus; denn
das war ein Kater.
Damals wußte ich jedoch noch nicht, was das bedeutet. Jedenfalls war mir das sehr angenehm, mich an ihn kuscheln zu können.
Der war echt genau so lieb wie ne echte Mutter.
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Das
hat sich bis heute nicht geändert, obwohl ich inzwischen genau so groß bin
wie er.
Der
sieht doch richtig so aus wie ein stolzer Vater.
Die andere Katze war immer schon ziemlich reserviert, möchte wahrscheinlich etwas Besseres sein. Aber das nur unter uns gesagt.
Mein „Ziehvater" läßt zum Glück alles mit sich machen.
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Wir essen immer zusammen von einem großen Silberteller. Wahrscheinlich ist das Metall jedoch auch nur Edelstahl, wie das genannt wird.
Neulich lernte ich meinen, etwa ein halbes Jahr älteren Bruder kennen, rein zufällig. Der ißt dann zusammen mit uns und anschließend spielen wir bis wir total müde sind.
Unser Hausdiener schleppt uns manchmal umher. Aber am liebsten renn ich selbständig durch die Gegend.
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Meine Ersatzmutter bringt mir so einiges bei. Eigentlich ist er wohl eher als mein Ziehvater zu bezeichnen – ich kenne mich da nicht so aus. Jedenfalls ist er ein guter Freund, wenn auch manchmal streng, guckt wie ein Polizist, als wolle er mich dabei erwischen, wenn ich etwas falsch machen sollte.
Da muß ich Papierschnitzel tragen lernen, die ich dem Hausdiener vor seine Füße schmeiße. Der wirft die dann irgendwo hin. Ich bring sie ihm zurück, und das stundenlang.
Tanzen lerne ich auch, wie ihr seht.
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Manchmal gehen wir auf den Balkon. Da kann man unendlich weit gucken. Es gibt immer was zu sehen: Leute, fremde Katzen und so.
Hier knipst uns unser Hausdiener gerade. Nun, wenn es ihm Spaß macht… -----------------------------------------------------
Ich spiele oft mit meinem Ziehvater Verstecken.
Also, der ist manchmal ganz schön blöd. Der hat nicht mitgekriegt, daß ich direkt neben ihm bin. Der meint, ich sei unter dem Teppich (so wie auf den folgenden Bildern. Das war so: als ich noch kleiner war, hat er mich einfach in sein Maul genommen wie ne Maus, den Teppich mit einer Tatze hochgehoben und mich dann mit der anderen darunter geschoben. dann kriegte ich die Krise. Ich bin jetzt aber ganz schön flott.)
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Jetzt hat er mich endlich gesehen…
und versucht, mich zu beißen.
Aber ich weiß, mich zu wehren... Ist sowieso nur alles Spiel.
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Unser Hausdiener meint, ich sei zwar kein hübsches Kätzchen, hätte aber ein ganz tolles Minenspiel. |
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Ich finde, daß ich als Katze ganz gut geraten bin. Manchmal muß man schon genau hinschauen, um mich zu sehen; so gut getarnt bin ich. Das ist wichtig für eine Katze, daß die nicht zu auffällig ist.
Neulich haben meine beiden Mitkatzen – das heißt mein Ziehvater und dessen Bruder – ein junges Mädchen zum Essen eingeladen.
Wie sich später herstellte und wie Ihr sehen könnt, hatten die irgend was mit der vor.
Die hat aber schon so was geahnt und sich hinter dem Vorhang versteckt, also in Sicherheit gebracht.
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Vor allem mein Ziehvater war hinter der her, so richtig geil auf die, dieser Bock. Ich hab mich nur amüsiert.
Der hat der richtig aufgelauert.
Ich fand das dann doch nicht so in Ordnung, daß die beiden Alten die Kleine nur ins Haus gelockt hatten, um da irgend was mit der anzustellen.
Da seht Ihr, wie zudringlich mein Ziehvater geworden ist. Ich hab mich für ihn geschämt, sag ich Euch ganz ehrlich.
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Zu meiner großen Freude war die aber mir ganz zugetan. Ich hab ihr aber auch ganz zärtlich schöne Worte leise zumiaut.
Dann hab ich versucht, sie zu küssen. Nur wußte ich damals noch nicht so recht, wie man das macht.
Plötzlich krabbelte was auf meinem Hinterbein, das ich erst wegbeißen mußte. Ich war richtig potten sauer.
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Dann wurde ich so richtig müde,
und wir haben eine Runde mit einander gepennt.
Wir sind inzwischen sehr eng befreundet.
Unser Hausdiener nennt die „Kleine“ – ja sie ist viel kleiner als ich –Schönheit.
Ich muß gestehen, ich finde sie auch sehr schön und bin so richtig verknallt.
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Sie hat doch wirklich ein ganz süßes und liebes Gesichtchen. Findet Ihr nicht auch?
...und sieht doch richtig blütenweiß und unschuldig aus. Ein Glück, daß wir uns gefunden haben!
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Hier bettelt sie vor dem Küchenfenster und will rein. Ich brauchte nichts zu melden; denn unser Hausdiener hat sie sofort rein gelassen. Der tut ja nun wirklich alles für uns.
Meine Schönheit wurde in kurzer Zeit ganz nett dick. Ich meinte, sie würde zu viel fressen. Aber der Hausdiener sagte zu anderen Menschen: „Die wirft bald Junge…“ Sie hatte plötzlich 3 ganz kleine Kätzchen, die der Hausdiener sofort umgebracht hat. Danach hat er meine Schönheit zu Ärzten gebracht. Nun soll sie keine Kinder mehr kriegen können.
Ich hab die Geschichte nicht so ganz verstanden.
Inzwischen komme ich auch ganz gut mit ihrem Vater aus, der oft zu Besuch kommt, ein ganz gemütlicher und verträglicher Opa
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Nun will ich Euch die Geschichte von meinen beiden Mitkatzen erzählen, die meine besten Freunde sind.
Da ist deren Mutter – von unserem Hausdiener Baby genannt, weil sie immer sehr klein gewesen sei und er sie als ganz kleines Kätzchen kennen gelernt habe. Inzwischen hat sie sich wo anders hin abgesetzt. Ich hab sie lange nicht mehr gesehen. Sie gleicht sehr meiner Schönheit bis auf den fehlenden Fleck am Maul. Bestimmt sind sie verwandt. Doch Genaues weiß man nicht.
Diese Mutter soll sich mit diesem uralten Bock eingelassen haben, der kaum noch laufen konnte und ziemlich runtergekommen aussah.
Mit jedem fing der Krach an, wobei er wie am Spieß rumschrie. Der soll aber alle Kätzinnen geschwängert haben. Unser Hausdiener nannte ihn Opa. Auch er hat sich abgesetzt. |
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Piepsy, sein Zwillings- bruder |
Aus der Beziehung zwischen dem Baby und dem Opa sind dann also meine beiden Hausmitgenossen hervor gegangen:
Sie sind also Zwillinge, in einem Heizungsschacht in einem Nachbargebäude aufgezogen worden, dann, als sie schon größer waren, von unserem Hausdiener in sein Haus gelockt worden, sehr lange, also ein halbes Jahr, bevor mich meine Mutter auch dorthin geschleppt hatte.
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Igel, wegen seines spitzen Gesichtes so genannt, läßt sich am liebsten in einer Aussparung der Balkonumrandung nieder. Dabei meint er wohl, vor einem Greifvogel sicher zu sein. Der hat aber noch nicht mitbekommen, daß es gar keinen mehr gibt.
Igel, mein Ziegvater oder meine Ersatzmutter, schläft gerne auf dem Rücken „wie ein Mensch“, sagt unser Hausdiener, der aber selbst immer nur auf der Seite schläft.
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Neulich, Ostern, hatte Igel sich eingefärbt, Der Kuckuck weiß, wie er das gemacht hat. Der hat sich bestimmt in rostigem Baumaterial rumgetrieben.
Er meint vielleicht, daß die Nähe der Waschmaschine ausreicht, um die Farbe wieder los zu werden.
…hat sich dann aber bald wieder beruhigt. |
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...obwohl hier (unten)eigentlich nicht.
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Der hat tatsächlich eine Igelschnauze…
Ich find ihn ein bisschen dick. Doch das steht ihm ganz gut.
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Ganz schön verfressen ist dieser Kater, versucht sogar, unserem Hausdiener die Finger abzunagen.
Hühnerköpfe mit Hälsen beknabbert er unentwegt (in der linken Spalte unten),
dieser Igel mit dem Igel- gesicht. |
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Das lange Haar ist jetzt im Sommer ausgefallen. Unser Hausdiener jammert: „man kommt um in Katzenhaaren…“Da kann ich nur sagen:
„selber schuld“; denn er hat die ja ins Haus gelockt.
Ich hab nun auch schon so’n Schnurrbart wie er.
Die komische Mütze nimmt er nie ab. Die ist wohl festgewachsen.
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Hier denkt mein Ziehvater und bester Freund über den Sinn des Lebens nach…
und wirkt jetzt so, als begänne er zu verblöden. Aber er hat einen so richtig schlimmen Schnupfen bekommen.
Er ist ein richtiger Faulpelz geworden. |
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Nach dem Aufwachen reckt er sich und beginnt mit der Morgenwäsche,
lacht über blöde Bemerkungen unseres Hausdieners. Dabei lachen wir Katzen doch überhaupt nicht. Er wäre aber wohl gerne menschenähnlich.
Wenn er und der Hausdiener etwas für besonders witzig halten, grölt er laut los. Ich habe noch nie einen Drang zum Lachen gespürt.
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Er kann aber auch manchmal gelangweilt oder verlegen gähnen. Das steckt mich dann sogleich an.
Igelchen hält sich manchmal für einen Vampir
und meint, einen mit weit aufgerissener Klappe und Zähne zeigen beeindrucken zu können |
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Damit der keine Kinder machen kann, hat unser Hausdiener ein Arztehepaar ins Haus bestellt, das dem Igel und auch dem Piepsie die Eier rausmontiert hat. Keiner hat was gesagt, als ich zuschaute. So was haben die Schweine bestimmt auch mit mir vor. Das ahne ich. - In der Narkose sah mein Freund Igel wie tot aus. Ich hab nen richtigen Schreck bekommen.
Piepsie und Igel erzählen sich gerne was auf der Gartenummauerung. Ich wüßte nur gerne, was.
Der Piepsie geht mir mit seinem Waschzwang auf den Keks.
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Mir wurde immer gesagt, ich hätte zu große Ohren. Aber ich meine, auch Piepsie hat ein paarmal „hier“ geschrieen als zu große Ohre verteilt wurden.
Wenn ich mir den so anschaue, meine ich immer, der hätte ne triefende Rotznase.
Aber auch ihn hab ich sehr lieb, besonders wenn er so nett dreinschaut.
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Piepsie redet dauernd mit unserem Hausdiener mit zarter, quietschender Stimme. Daher hat er den Namen Piepsie bekommen. Piepsie hält sich für eine vornehme und schöne Katze. Nun ja, wenn er es meint und glücklich dabei ist…
Wovon der manchmal träumt, möchte ich gerne wissen.
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Es fällt mir jetzt erst auf, daß das bei Piepsie mit der Symmetrie nicht so ganz hingehauen hat. Hab ich früher nicht beachtet.
Immer war ich neidisch, daß der und auch Igel auf die hohe Gartenummauerung springen konnten. Aber inzwischen kann ich das fast genau so mühelos.
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Also, bei uns ist ja schwer was los. Da geht es kunterbunt zu, sage ich Euch.
Unser Hausdiener gibt jedem, der da kommt, zu essen. Ich krieg das eigentlich nur so am Rande mit, wenn ich mal aus dem Küchenfenster schaue; denn in den Vorgarten, also da kriegt mich keiner hin zu diesen unzähligen Proletenkatzen, wovon einige dreist über die Hintergartenmauer klettern und sich in unserer Wohnung rumtreiben. Ich hab zwar gerne Besuch. Aber was zuviel ist, ist zu viel.
Da schlägt sich mein Bruder – den kennt Ihr ja schon – erst vor dem Haus den Bauch voll und kommt über die Terrasse, um weiter in der Küche zu fressen. Ich bin nur erstaunt, wie schnell das alles in dem großen kühlen Schrank in der Küche nachwächst. Unser Hausdiener erntet da dauernd drin rum, tut irgendwas auf den Gaskocher; denn wir dürfen nicht kalt essen. Das würde unserem Magen nicht bekommen, meint er. Ich schreie ihn oft an, daß er schneller kochen soll. Aber der hat die Ruhe weg.
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Neulich wedelte der Igel mit seinem Schwanz durch die Gasflamme, der Feuer fing.Igel hat gar nichts gemerkt. Der Hausdiener, der das sofort mitbekommen hatte, umfaßte geistesgegenwärtig den Schwanz, Igel rannte los, und das Feuer war richtig weggewischt. Nun hat der Hausdiener auch noch den Jukka. der hier so blöd guckt, ins Haus gelockt. Auf dem Bild unten ist er sofort als der fetteste von allen zu erkennen, der da mit dem riesen großen schwarzen, grinsenden Maul auf seiner Wampe. Wie der frißt zusammen mit meinem Bruder, meiner „Schönheit“ (direkt oberhalb von ihm) und vielen anderen… Also, der Hausdiener ruft: „Komm Jukka, mein Kügelchen…!“ So was Doofes. Der Jukka, also das soll ein finnischer Name sein, der soll den Hausdiener an einen kleinen Jungen erinnern, der einen ungewöhnlich dicken Kopf hatte oder so. Nun, dieser Fettmops Jukka macht auf ganz lieb, umgarnt den Hausdiener mit einer zarten Stimme: „Hick-Kick-Kick…“ Zum Kotzen finde ich das. Er ist angeblich der Sohn der Großmutter meiner Freunde, Piepsie und Igel, will immer nur schmusen. Ich hab ja auch nichts gegen Schmusen. Aber alles zu seiner Zeit.
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![]() Siehste, da ist er wieder in der Wohnung und schaut den Hausdiener mit seinen verführerischen Bernsteinaugen an. Nee, Bernstein ist gelb; jetzt bringe ich wohl was durcheinander. Ich kann mit dem Jukka nicht viel anfangen. Er spiel nicht, ist wohl zu faul zum Laufen. Ansonsten hab ich nichts gegen ihn. Wenn einer sagt, der sei schöner als ich, dann zeige ich dem mal meine Krallen. Beißen kann ich inzwischen auch ganz gut.
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Ja, mit diesem Blick (links)kann man wohl Leute einfangen.
Noch ein paar Bilder von Jukka, damit der Hausdiener sich freut.
In mein Bett lasse ich ihn aber nicht. Es reicht, wenn da der Hausdiener, Piepsie und Igel, manchmal auch meine Freundin, die Schönheit, drin sind. Jukka soll nicht „ganz ohne“ sein, meint unser Hausdiener. Hier macht es was, das ich nicht verstehe. Keiner klärt mich auf. Alle kichern nur blöde, wenn ich frage. Aber ich krieg das schon auch noch raus, was die da machen. Das sage ich Euch. |
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Also der Jukka, dieser Langweiler, bettelt wieder neben einem leeren Napf.
Aber es ist schon eine Unverschämtheit, einem die Zunge rauszustrecken.
Als ich nach draußen wollte, behinderte mich „Fleckchen“. Die kennt Ihr noch nicht. Die ist neulich an unsrem Hausdiener vorbeigeflitzt, als der nach Hause kam und die Tür aufgemacht hatte. Seitdem ist sie geblieben. Die ist ganz klein, obwohl schon recht alt. Den Husten hat sie ganz schlimm und kriegt Saft dagegen. Das hilft nur nicht viel. Jukka muß natürlich auch immer dabei sein.
Mein Freund wartete schon draußen auf im Garten auf mich – ein bisschen ärgerlich, wie Ihr seht. Den kennt Ihr auch noch nicht. Mit dem kann ich gut spielen. Dabei geht’s durch die Büsche und durchs Haus. Da fliegen die Fetzen. Macht toll Spaß.
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Ja, die da oben – auch so eine von diesen Proletenkatzen, die sich da draußen dick füttern läßt und nur rummotzt, hat neulich ihre Brut angeschleppt. Ich dachte, ich sähe nicht recht, als ich aus dem Fenster schaute. Zuerst glaubte ich, wir hätten frische Blumen im Garten. Ihr müßt wissen, ich bin als Katze etwas kurzsichtig. Doch plötzlich rannten diese „Blumen“ umher.
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Wenn Ihr glaubt, die würden lachen, dann irrt Ihr Euch. Die fauchen. Jawohl, die sind richtig ordinär. Fauchen ist ein Zeichen von mangelndem Selbstwertgefühl - hat mal jemand gesagt. Jawohl, so was tun anständige Katzen nicht. Fauchen, mürrisch drein schauen, das ist alles, was diese Viecher können.
Unmögliches Benehmen!
Wenn ich wenigstens mit denen spielen dürfte. Aber die Mutter, diese Kuh, würde sich dämlich aufregen.
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Nun guckt Euch das an! Da kommen ein paar Seiten nur von mir.
Also neulich rannte unser Hausdiener mal wieder mit seiner Kamera umher. Auch mich erwischte er im Garten: Klick… Dann bekam ich Anweisungen: „Schau nicht direkt auf die Linse!“
Soll ne Katze wissen, was ne Linse ist? So heißt wohl das Dicke, dunkle Glubschauge von der Kamera.
Dann mußte ich wieder woanders hinschauen.
Schließlich mußte ich ins Haus kommen. Da ging’s dann richtig los.
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Ein Befehl nach dem anderen:
„Schau her zu mir!“ „…noch einmal"
„So, jetzt guck weg!“ „Nicht in die Kamera, Ja, gut so!“
„Mach nicht so einen spitzen Mund!“
„Blick mal über die Kamera weg!“
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„Das gefällt mir schon besser…“
„Versuch mal zu lächeln!“ Ja, wie machen die Menschen das eigentlich? und was soll das überhaupt, so was Blödes? Menschen lachen sogar und bellen dazu lauter als die Köter. Da platzen mir die Ohren.
„Du Glotzt schon wieder nur in die Kamera!“
Immer werde ich gerügt.
Aber auf diesem Bild finde ich mich am besten getroffen
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„Schon wieder schaust du mich an“. sagte der Hausdiener ärgerlich.
Aber er braucht ja nicht Klick zu machen, wenn es ihm nicht gefällt.
Ich würde auch gerne fotografieren. Aber das darf ich nicht; „denn du machst alles nur kaputt“. sagte der Hausdiener. „So ein Apparat ist ja auch nicht für kleine Katzen gemacht. Wie willst du sie denn überhaupt tragen, geschweige denn halten“, ergänzte er.
Als ich verärgert wegschaute, war ihm das auch wieder nicht recht. |
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Und als ich ihn wieder anschaute, wurde er mißgelaunt.
Ich hatte die Schnauze voll und bin zu meinem Freund Igel in die Küche gegangen, der beim zweiten Frühstückchen war.
Der Hausdiener hat mich mit seiner Kamera richtig verfolgt. Da ist mir der Apetit vergangen. Ach so, „Appetit“ wird mit zwei p geschrieben. Tut mir leid.
Piepsie war schon beim Fernsehen. Das ist aber ziemlich langweilig: Immer ein und dasselbe Programm. |
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O Schreck! Oben auf der Gartenmauer saß die Susie. Das ist aber ein richtiger, riesiger Kater. Die Menschen haben ihn Susie genannt, weil die manchmal Männlein und Weiblein nicht auseinander halten können.
Susie ist verrückt geworden. Ja, echt. Der ist total übergeschnappt. und dabei soll das ein sehr nettes, ganz normales Tier gewesen sein. Die Geschichte erzähl ich Euch gleich. Also, als ich auf die Gartenterrasse kam, fing der sofort zu knurren und richtig zu schreien an. Also, der hat sich aufgeführt - unbeschreiblich. Das Geschrei von dem müßtet Ihr hören – unheimlich. Das geht einem durch und durch. Das macht er immer, wenn er kommt. Ist sehr belastend, glaubt es mir. Also, wie der faucht und schmatzt und dann richtig wie ein Hund zwischendurch „Wuff-Wuff“ macht. Der sieht zwar gefährlich aus, tut einem aber nichts. Dennoch verkrümele ich mich. Ich hab den mal am Schwanz gezogen. Da war was los. O je!
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Wenn Susie da so auf der Mauer sitzt oder liegt, dann meint man nicht, daß der durch den Wind ist. Der wirkt sogar ein bisschen vornehm, Nur wenn man genau hinsieht, fällt einem auf, daß er sich nicht vernünftig wäscht. Ja, manchmal ist er richtig dreckig.
Obwohl er starken Kohldampf hat – das weiß ich, ißt er nie mit anderen Katzen. Er schaut arrogant zu.
Aber schaut Euch den Jukka-Mops an -widerlich fett. Inzwischen hat er doch wieder etwas abgenommen. |
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Wenn Essen zubereitet wird, wartet Susie, knurrt hin und wieder und macht manchmal „Wuff-Wuff“, wenn unser Hausdiener ihm zu nahe kommt. Der darf ihn nicht anfassen. Doch Susie streicht ihm an den Beinen vorbei.
Nach dem Essen ruht sich Susie auf der Anrichte aus. Dann ist es ganz still im Haus, so wie bei einer Gewitterstimmung. Wir atmen alle auf, wenn er endlich wieder verschwindet, und ich mache drei Kreuze hinter ihm her. |
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„Die Susie kann einem leid tun“, meint unser Hausdiener, der so geduldig mit ihm umgeht. Ich glaube, der mag ihn immer noch sehr, obwohl er über ein Jahr einfach unauffindbar weg war, nachdem er drei Jahre mit dem Hausdiener zusammen gelebt hat.
Wo der sich die blaue Farbe auf die Brust gemacht hat, weiß ich nicht. 'Ne ganz blaue Katze hab ich noch nie gesehen, auch keine grüne.
Ich bin jedenfalls froh, daß ich den Igel habe. Der sieht doch wirklich lieb aus. |
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Wie es mir und meinen beiden Mitkatzen
-Igel und Piepsie - weiter ergangen ist... demnächst. |