D. D i e g l o b a l e S i t u a t i o n
D.1 Derzeitige Lage als Übersicht [x]
Wir haben gesehen, daß die menschlichen Gesellschaften weitgehend von Einzelpersonen geprägt worden sind und sicherlich auch in Zukunft werden, die mit ihrem Willen zur Macht Mitmenschen mitreißen, aber auch rücksichtslos ausnutzen, um ihre persönlichen Vorstellungen und Ansprüche durchzusetzen. Die Mehrheit in den verschiedenen Volksgemeinschaften läßt sich leicht durch Ideologien (Religionen und Weltanschauungen) führen und verführen. Diese Mehrheit sehnt sich nach dem "starken Mann", nach jemandem, dem sie folgen und den sie bewundern kann.
Die geschichtliche Entwicklung zeigt eine sprunghafte und kaum vorhersehbare Entwicklung, eben weil Einzelpersonen das "Steuerrad der Geschichte" ergreifen und dem Verlauf einen Kurs nach ihren Vorstellungen geben.
Der Mensch ist zwar in der Lage, weit über seine täglichen Bedürfnisse hinaus zu blicken. Diese Fähigkeit muß aber, wie alles, geübt, d.h. geschult werden. Als biologisches Wesen, das sich grundsätzlich nicht wesentlich von seinen Mitbewohnern der Erde, den Tieren, unterscheidet, sieht auch der Durchschnittsmensch nur sein direktes, derzeitiges Umfeld und tut sich schwer, über die täglichen, teilweise auf anerzogene Ideologien und Traditionen beruhenden "Horizonte" hinauszuschauen. Sein Bedürfnis nach "primitiver" Befriedigung des Selbsterhaltungs- und Fortpflanzungsdranges macht ihn genauso gefährlich wie ein hungriges oder brünftiges wildes Tier. So wie ein Tier trotz Nahrungsüberangebot sich bis zum Fast-Platzen vollfrißt, so ist auch der Mensch unersättlich im Anhäufen von mehr und mehr "irdischen Gütern".
Nun streben die Menschen nicht einfach nur danach, sich den Bauch zu füllen, sich zu bekleiden und sich eine "gemütliche" Behausung einzurichten. Es bestehen auch sogenannte geistige Bedürfnisse. Der Mensch möchte sich an Kunstwerken erfreuen, Bilder und Statuen betrachten, Musik hören, eine Theaterstück oder einen Film sehen, sich am Vortrag von Poesie laben, lesen und vieles mehr. Wegen seiner "primitiven, natürlichen" Veranlagung möchte er (vor allem der männliche Mensch) sich einem Wettkampf stellen, sich körperlich betätigen, etwas erjagen, sich für eine sportliche Mannschaft einsetzen, die zu seinem (eng begrenzten) Umfeld gehört.
Die Menschen können sich über Sprache und Gebärden verständigen, aber leider nur begrenzt; denn die Sprache und Ausdrucksweise ist von Gebiet zu Gebiet verschieden. Das birgt die Gefahr in sich, daß ein Mitmensch, den man nicht oder nur schwer verstehen kann, auch gleich abgelehnt wird. Es gibt leider immer noch keine allgemeine Sprache, die jeder auf der Welt versteht und spricht. Damit ist das Sich-Verstehen und das Sich-Gegenseitig-Akzeptieren ganz erheblich eingeschränkt.
Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf dieser Erde, daß die Folgen seines Handels erkennen und voraussehen kann. Leider blockt er sich jedoch gegen eine Einsicht in der Regel ab und sieht gerne nur die Fehler bei den Mitmenschen. Aus diesem Grunde befinden wir uns heute in einer Lage, die bedrohlich für den Fortbestand der Menschheit geworden ist.
Die Neugierede treibt Forscher und Erfinder an. Da aber der Forscher und Erfinder oft zu sehr von der Sucht nach besonderer Leistung, die von Mitmenschen anerkannt werden soll, geplagt wird, werden neue Erkenntnisse sogar gegen die Natur und vor allem gegen Mitmenschen verwandt. Daher ist uneingeschränkte Freiheit von Forschung und Wissenschaft fragwürdig.
Leider müssen die Menschen gegenseitig kontrollieren und Mittel schaffen, Gefahren, die von Menschen ausgehen, zu bannen. Freiwillige Selbstkontrollen, die oft als ausreichend angesehen werden, verhindern keine von Mitmenschen hervorgerufenen Katastrophen.
D.1.1 Situationskatalog
Die Weltbevölkerung ist seit 1950 von 2,6 Milliarden auf 5,6 Milliarden gestiegen. (Die absolut untragbare Grenze wird von Wissenschaftlern auf 8 Milliarden geschätzt.)
Die Landwirtschaft hat von 1972 bis 1992 um die 500 Milliarden Tonnen Mutterboden verloren. Das sind etwa 500 Würfel von 1 Kilometer Kantenlänge (also 1 km lang, 1 km breit und 1 km hoch), vom Wind weggeblasen, vom Wasser weggespült. Aber angenommen, daß die Mutterbodenschicht (Humusschicht) etwa 10 Zentimeter dick sein sollte, dann entspräche der Verlust einer Fläche von 5 Millionen Quadratkilometern, gleich mehr als der Hälfte der Fläche, welche die Vereinigten Staaten von Amerika einnehmen.
Dazu kommt der Boden, der unfruchtbar geworden ist durch Überdüngung, durch sauren Regen, durch Versalzung infolge künstlicher Bewässerung.
Die Weidefläche, die durch zu starke Ausnutzung (Überweidung) unbrauchbar geworden ist, ist nicht bekannt.
Jährlich verschwinden 17 Tausend Quadratkilometer tropischen Regenwaldes. Das entspricht der Fläche der "alten" Bundesrepublik ohne Bayern. Das nur zum Vergleich.
Da meistens Brandrodung erfolgt, um rasch fruchtbare landwirtschaftliche Nutzungsfläche zu bekommen, sind die Böden nur etwa 3 bis 5 Jahre ergiebig und danach vielleicht noch 10 Jahre als Weideland zu gebrauchen; denn die Nährstoffe befinden sich in den Pflanzen, die ja den Flammen zum Opfer gefallen sind.
Die Fischbestände im Salzwasser, also den Weltmeeren sind nahezu erschöpft. Beispielsweise konnten noch 1980 vor der Küste von Namibia 2 Millionen Tonnen gefangen werden, 10 Jahre später nur noch 0,1 Millionen (also 5%).
Wenn es noch Fische gibt, dann sind viele Arten wegen Verseuchung mit giftigen Stoffen zum Verzehr nicht mehr geeignet. Zum Beispiel wurde die Hälfte der Schellfisch-Fangzonen vor Neuschottland an der Ostküste von Kanada gesperrt.
Durch Flußumleitungen, z. B. zur Bewässerung und andere Eingriffe, z.B. Übersäuerung und Verschmutzung des Wassers sind alleine in Kanada 14 Tausend Binnenseen tot. Da lebt nichts mehr. Zur Zeit wir viel vom Aral-See zwischen Kasachstan und Usbekistan gesprochen (etwa 400 km lang und 230 km breit), der fast völlig trocken, zumindest biologisch tot ist.
Durch die Veränderung der Luftzusammensetzung, z.B. durch Erhöhung des Kohlendioxidgehaltes, muß mit schwerwiegenden Klimaveränderungen gerechnet werden.
Wegen der Verschmutzung der Luft mit Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen (FCKW) wird die, die Erde umgebende, schützende Ozonschicht zerstört.
Eine Millionen Menschen (ein Fünftel der Weltbevölkerung) sind gesundheitsschädlichen Luftverschmutzungen ausgeliefert.
Die Schäden durch die Abfallagerung sind kaum abzuschätzen.
Versuchen wir dennoch, die entstandenen Schäden einmal an hand von einigen wenigen Beispielen in Geld auszudrücken. Natürlich gibt es inzwischen von verschiedenen Institutionen Abschätzungen. Die Schadensbeträge gehen insgesamt weit, weit in Hunderte von Billionen.
Jährliche Verluste durch Waldschäden in Europa (allein durch Schwefeldioxid hervorgerufen, also ohne Stickoxid):
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Verlust von (unbearbeitetem) Holz |
10,7 Milliarden DM |
|
Verlust an Wertzuwachs bei der Verarbeitung zu Nutzholz, Zellstoff usw. |
12,2 Milliarden DM |
|
Sonstige Kosten, z.B. Schäden durch Überflutung, Bodenabtragung (durch Wind, Wasser), Verschlammung von Flüssen |
28,7 Milliarden DM |
|
insgesamt: |
51,6 Milliarden DM |
Jährliche Verluste in der Getreide- und Viehproduktion durch Bodenschäden in Trockenregionen:
|
|
Bewässerte |
Beregnete |
Weide- |
|
|
Kontinent |
Flächen |
Ackerflächen |
land |
Summe |
|
Afrika |
0,9 |
3,2 |
11,9 |
16,0 Milliarden DM |
|
Asien |
13,6 |
7,2 |
14,1 |
34,9 Milliarden DM |
|
Australien |
0,2 |
0,9 |
4,3 |
5,4 Milliarden DM |
|
Europa |
0,9 |
0,7 |
1,0 |
2,6 Milliarden DM |
|
Nordamerika |
2,6 |
0,7 |
4,9 |
8,2 Milliarden DM |
|
Südamerika |
0,5 |
0,3 |
3,6 |
4,4 Milliarden DM |
|
insgesamt: |
18,7 |
13,0 |
39,8 |
71,5 Milliarden DM |
Die Frage ist, ob wir den von der Natur genommenen Kredit jemals zurückzahlen werden können (wahrscheinlich die nächsten Generationen mit ihrem Leben).
Andere Verluste:
|
Arbeitsplatzverlust allein in Kanada in der Fischerei: Arbeitslosenunterstützung, Umschulung (kleines Beispiel) |
0,7 Milliarden DM |
|
|
Erhöhte Gesundheitskosten |
? DM |
|
|
Beseitigung der Schäden durch Müllablagerung: |
USA |
1.275,0 Milliarden DM |
|
|
Norwegen |
8,5 Milliarden DM |
|
Beseitigung von Abfällen aus Atomwaffen-Fabriken: |
USA |
340,0 Milliarden DM |
|
|
ehemalige Sowjetunion |
?? DM |
|
|
insgesamt: |
51,6 Milliarden DM |
Die radioaktive (natürliche Cäsium-)Strahlung an der Meeresoberfläche hat sich im Durchschnitt verdoppelt. An manchen Stellen erreicht sie die Belastung in der Nähe von Tschernobyl, nachdem einer der 4 Kernreaktoren 1986 geschmolzen und das gesamte Kernspaltungsmaterial im Boden verschwunden war. (Tschernobyl liegt in der Nähe des Kiewer Dnjepr-Stausees in der Ukraine.) 4 Atom-Unterseeboote liegen auf dem Meeresboden und strahlen vor sich hin. 600 durchkreuzen noch die Meere. Niemand weiß, was mit den ausgebrannten Brennstäben geschieht. (Es ist sicher ein schwerwiegender militärischer Geheimnisverrat, wenn jemand darüber reden würde, daß diese irgendwo in's große Meer geworfen werden.) Bekannt ist, daß die Sowjetunion alle radioaktiven Abfälle versenkt haben.
In der Nordsee lagern ungezählte Giftgasgranaten, deren Ummantelung durchrostet und Giftstoffe freizusetzen beginnt. Ein russischer Tiefseeforscher sagte mir, daß sich eine Katastrophe anbahnen werde. Niemand wisse, was getan werden könne. Am besten sei jedoch, die Granaten einfach ruhen zu lassen, die inzwischen mit Meeressand bedeckt seien, was den Freisetzungsprozeß des Inhaltes verhindere oder zumindest sehr verzögere. Würde man versuchen, die Kriegshinterlassenschaften zu bergen, könnten die ausströmenden Giftmengen nicht vorhergesehen werden.
Alles mögliche landet im Meer. Inzwischen gibt es bewegliche und feste Forschungsstationen, einschließlich Unterwasserboote, die die Verunreinigungen messen und registrieren. Dabei bleibt es. Nichts wird getan, um weitere Schäden zu verhindern.
Das russische Forschungsboot auf dem Foto kann bis zu 2 ½ Tausend Meter abgesenkt werden, hat das berühmte, 1912 gesunkene, fast 270 Meter lange Fahrgastschiff "Titanic" gefunden und die auf dem Meeresgrund liegenden atomgetriebenen Unterseeboote.

Wenn nicht bald die angerichteten Umweltschäden beseitigt werden, natürlich auf Kosten der Allgemeinheit, treten Veränderungen im ökologischen System ein, die die Ernährung der Menschheit zusätzlich infrage stellen. Doch die Unternehmen als Verursacher dürfen die Profite behalten.
D.1.2 Problemkatalog mit Hochrechnung
Jährliche Schäden ab dem Jahre 2025 durch Klimaveränderungen allein in der Vereinigten Staaten von Amerika:
|
Landwirtschaftliche Verluste durch Wärmebelastung und Trockenheit: |
30,6 Milliarden DM |
|
Steigerung des Stromverbrauchs durch Klimaanlagen: |
18,7 Milliarden DM |
|
Anstieg des Meeresspiegels (Überschwemmungen): |
11,9 Milliarden DM |
|
verminderte Wasserversorgung durch Verlust von Oberflächenwasser: |
11,9 Milliarden DM |
|
Zunahme der städtischen Luftverschmutzung: |
6,8 Milliarden DM |
|
Verminderung des Holzertrages aus Wäldern: |
5,1 Milliarden DM |
|
Schäden durch Wirbelstürme, Waldbrände und erhöhte Sterblichkeit durch Wärmebebelastung: |
13,6 Milliarden DM |
|
insgesamt: |
98,6 Milliarden DM |
Aus dem vorher betrachteten Einzelheiten können wir die Einflußgrößen auf das Geschehen in unserer Welt in einer Übersicht erst einmal wir folgt zusammenstellen, wonach zu den einzelnen Stichpunkten Erläuterungen gegeben werden:
Das größte Problem stellt sich durch die bereits vorhandene Überbevölkerung auf der Erde.
Während in den Industrienationen die Bevölkerungszahl in Zukunft sinken wird, wie die Grafik zeigt:

nimmt sie insgesamt auf der Welt (sehr wahrscheinlich) zu. Auch dazu ein Diagramm:
und da purzeln immer noch mehr Kinder auf die Erde hernieder (gtreu nach "Seid fruchtbar und Mehret euch!!"):

Einkommen (Kaufkraft)
Produktivität
Rohstoffe und Energie
Nach früheren Schätzungen sollten die Erdölvorräte in etwa 50 bis 100 Jahren zu Ende gehen. Nun haben die Geologen aber günstigere Voraussagen gemacht: Die Lagerstätten ermöglichen uns eine weitere Ausbeute über mindestens noch 150 Jahre. Ist das nicht tröstlich? Also brauchen wir uns keine Sorge zu machen. 150 Jahre klingt wie eine Ewigkeit.
Schauen wir uns die grafische Darstellung für den Erdgasverbrauchsentwicklung allein in der "alten" Bundesrepublik Deutschland an. Rechts im Diagramm sind die Schätzungen für das Ende der Reserven gegeben: 1970 waren die Fachleute der Meinung, daß im Jahre 2010 alles aufgebraucht sein wird, während 1991, nach neueren Erkenntnissen also, das Gas noch bis 2060 reichen wird:
Während in den Industrienationen, am Beispiel Deutschlands gezeigt, der Stromverbrauch ab dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts leicht zurückzugehen scheint, nimmt er in den Entwicklungsländern zu:
Der Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke hat sich wesentlich verbessert, wie als nächstes zu sehen ist:
Da aber in den Industrienationen die Menschen dazu tendieren, sich immer weiter zu isolieren, also kleine Haushalte zu bilden, nimmt der Stromverbrauch zu; denn in größeren Haushalten teilen sich die Bewohner den Kühlschrank, die Haushaltsgeräte, also Brotröster, Herd, Küchenmaschine, Staubsauger, das ach so beliebte Fernsehgerät usw.:
Obwohl in manchen Entwicklungsländern das Wasser und die elektrische Energie so knapp geworden sind, daß tägliche Rationierungen notwendig sind (z. B. in Syrien), kümmert es niemanden. Da werden mit Kubikmetern an Wasser ein Auto abgespritzt, das aber nicht sauber wird ohne Lappen. Alles wird mit Wasser abgespritzt, das dann kilometerweit über die Straße fließt.
Ich unterhielt mich einmal mit meiner syrischen Projektassistentin an einem heißen, von strahlendem Sonnenschein erleuchteten Sommertag in ihrem Büro über das Problem des sorglosen Stromverbrauchs. Sie meinte, daß die Leute unverantwortlich wären, rückständig im Denken und vor allem ignorant.
Nach dem Gespräch suchte sie eine Akte für mich und schaltete das Licht ein; denn als Sonnenschutz hatte sie vor den riesigen Fenstern die Streifenblenden weitgehend geschlossen. In Wirklichkeit half das auch nicht viel; denn die Sichtblende war aus dunkelbraunen Plastikstreifen zusammengesetzt, die die Sonnenstrahlen absorbierten und sich zu einem Ofen aufheizten. (Ich arbeitet in einer technischen Hochschule für angewandte Wissenschaften und Technologie, in der aber die Grundlagen der Physik nicht bekannt waren, zu denen gehört, das ein dunkler (schwarzer) Körper Strahlen einfängt und sich dabei aufheizt.)
Als ich der jungen Dame vorhielt, daß wir doch gerade über das Problem der unnötigen Energieverschwendung gesprochen hätten, antwortete sie: "Aber ich kann nicht genug sehen." Dabei war für meine ja schon etwas älteren Augen durchaus genügend natürliches Licht vorhanden. 5 Stunden später noch einmal in ihr Zimmer ging, waren immer noch alle Lampen hell erleuchtet, gespeist vom Notstromgenerator, der dann eingeschaltet wird, wenn zum Energiesparen die Stromversorgung durch das staatliche Energieversorgungsunternehmen abgeschaltet wird, das mit einem Wirkungsgrad von um die 50% arbeitet und die Notstromanlage mit 8%.
Ernährungsmöglichkeit
Ausbildung und berufliche Aussichten
Art von Krankheiten, Seuchen
Lebenserwartung
Rohstoffe (Wasser, Energie, Rohöl usw.) vorhanden und Bedarf (Wo Kurven sich schneiden...)
Alternativen (Wiederverwendung, andere Energiequellen)
Da wird von sogenannter erneuerbarer Energie gesprochen, ein Begriff, den man erst nach einigem Nachdenken versteht. Gemeint ist, daß die Energiequellen sich ständig von selbst erneuern, wie Wind, Wasser, Erdwärme, Sonnenenergie, vor allem Holz. (Dann sollte aber von "sich erneuernder Energie" gesprochen werden.)
Ende des Jahres wurde in Deutschland etwa 2 Prozent aller Energie aus den erneuernden Quellen bezogen und zwar:
|
|
Anzahl der Anlagen |
Leistung in MW |
Netto-Stromerzeugung in Mio. kWh |
|
Wasser |
660 |
4049 |
15154 |
|
Müll (geschätzt) |
40 |
550 |
2060 |
|
Biomasse |
66 |
39,6 |
139,4 |
|
Wind |
192 |
36,3 |
66,7 |
|
Sonnenkraft |
111 |
2,0 |
0,9 |
|
Erdwärme |
noch im Versuchsstadium |
||
|
Insgesamt |
1069 |
4676,9 |
17421 |
Schauen wir uns zuerst einmal an, wielange wir noch Vorräte für wichtige Rohstoffe auf der Erde haben werden (Zahlen gerundet):
|
|
Zeitraum in Jahren* |
aufgebraucht im Jahre |
|
Aluminium |
240 |
2233 |
|
Asbest |
25 |
2018 |
|
Blei |
20 |
2013 |
|
Braunkohle |
360 |
2353 |
|
Chromit |
110 |
2103 |
|
Eisen |
130 |
2123 |
|
Erdgas |
50 |
2043 |
|
Erdöl |
35 |
2028 |
|
Kupfer |
40 |
2033 |
|
Mangan |
105 |
2098 |
|
Molybdän |
55 |
2048 |
|
Nickel |
55 |
2048 |
|
Phosphat |
180 |
2173 |
|
Silber |
20 |
2013 |
|
Steinkohle |
165 |
2158 |
|
Wolfram |
55 |
2048 |
|
Zink |
20 |
2013 |
|
Zinn |
15 |
2008 |
* Von 1993 ab gerechnet
Für die Saudis ist danach im Jahre 2028, also bereits 35 Jahren der Weltuntergang.
Umweltschäden zu Land, zu Wasser, in der Luft, im Weltraum (Schrottsateliten)
Biologisches Gleichgewicht
Pflanzen, Tiere
D.2 Der totale Krieg gegen die Natur
Die Zeitbombe tickt. Sie ist jedoch bereits gezündet worden und verursacht einen schleichenden Tod, so wie die von kranken Gehirnen ersonnene und tatsächlich gebaute Neutronenbombe, die 80% ihrer Energie in Strahlung umwandelt. Das bedeutet, daß Gebäude usw. nur im Umkreis von 200 Metern vernichtet werden, aber alles Leben in weitem Umkreis "versaftet" wird, wie die Wehrexperten es so nennen, als würde ein bißchen Obst in Saft verwandelt.
Nein, das vorher Gesagte ist nicht richtig; denn die uns bedrohende und bereits losgelassene Bombe ist eher eine Serie von kombinierten, biologisch-chemischen Kampfmitteln, welche die Menschen gegen die Natur und damit gegen sich selbst als Teil dieser Natur angewandt haben und immer noch wie blindwütig einsetzten.
D.2.1 Angriff auf das Ökosystem Natur
Die Land- und Forstwirtschaft führt nun schon jahrelang einen totalen Ausrottungskrieg, wie es "totaler" kaum noch zu führen ist mit Düngemittel als chemischen Kampfstoff gegen den miesen, durch Ernten ausgelaugten und daher zu bekämpfenden Boden, mit Pestiziden gegen die Insektenwelt, mit Fungiziden gegen Kleinpilze, mit Herbiziden gegen Pflanzen, die als Unkraut, also Nichtkräuter (unwert zu leben) bezeichnet werden, mit allem also, was die chemischen und biologischen Fabriken in dieser Hinsicht zu bieten haben.
Absolut tödliche Mittel, dazu auch atomare Rückstände aus den Kernkraftwerken, womit das gesamte ABC-Arsenal [x] nun wirklich voll zum Einsatz kommt, werden in's Meer gekippt, in die Luft gejagt, in den Boden versenkt und in die Flüsse eingeleitet, die fast überall auf der Welt kein Leben mehr dulden, nachdem sie zu Kloaken gemacht worden sind.
Da steht ein Tourist auf einer Rheinbrücke in Köln und will den Dom bei untergehender Sonne fotografieren. Aber der Film ist voll. Er spult ihn rasch zurück, nimmt ihn heraus, um ihn durch einen neuen zu ersetzen. Aber die Spule entgleitet seinen Händen und springt in das trübe Wasser des Rheins. Ein junger Mann in einem Paddelboot hatte das beobachtet und fischt den Film mit einiger Mühe aus den leichten Wellen. Der Tourist war rasch zum Ufer gelaufen, um den nassen Film in Empfang zu nehmen. Der junge Mann, der ihn "gerettet" hatte, meinte: "Der ist nicht mehr zu gebrauchen" und zieht ihn aus der Spule. Siehe da, der Film war voll entwickelt; denn der Fluß enthält alle auch dafür notwendigen Chemikalien.
a) Krieg mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln
Das nachstehende Diagramm (Quelle: Statistisches Jahrbuch des bundesdeutschen Statistikamtes) zeigt, was die Bundesrepublik allein auf die Beine stellt an Pflanzenschutzmitteln: Die linke senkrechte Achse gibt die Produktionsmengen über den Zeitraum 1980 bis 1987 (leicht fallende Tendenz ab 1984). So um die 130 Tausend Tonnen 1987 sind nicht von schlechten Eltern. Versprüht wurden aber in Deutschland "nur" 30 Tausend Tonnen in einem einzigen Jahr, wohlgemerkt, nämlich 1987.

Allein die EG produzierte 1987
9,5 Millionen Tonnen
stickstoffhaltige Düngemittel neben anderen Düngemitteln, die der Regen zum Großteil im Boden löst und dann im wahrsten Sinne des Wortes, den Bach runter gehen läßt und im Grundwasser und unseren Quellen speichert.
b) Änderung der Luftzusammensetzung
Unsere Luft, die Atmosphäre [x] (Atmos heißt auf Griechisch: Dampf) besteht aus folgenden Teilen:
|
Stickstoff |
77,1% |
|
Sauerstoff |
20,8% |
|
Wasserdampf |
1,1% |
|
Argon |
0,9% |
|
Kohlendioxid |
0,05% |
|
Andere Gase (Wasserstoff, Edelgase) |
0,05% |
Die Luftschichten (Sphären) werden in die folgenden 5 aufgeteilt:
Troposphäre am Pol bis 9 km, am Äquator bis etwa 17 km Höhe mit Absinken der Temperatur auf etwa - 50 Grad Celsius.
Stratosphäre ab Tropospäre bis etwa 50 km Höhe. Feuchtigkeitsfreie Zone, mit Temperaturanstieg auf 0 Grad Celsius. Ozonschicht wird ab 20 km Höhe gebildet.
Mesospäre ab Stratosphäre bis etwa 80 km Höhe. Abfall der Temperatur auf - 80 Grad Celsius.
Ionospäre ab 80 km bis 450 km Höhe. Elektrisch leitend, da Moleküle durch Sonneneinstrahlung aufgespalten (ionisiert).Wirft Radiowellen (Kurzwelle) zur Erde zurück.
Exosphäre ab 450 km bis in den freien Weltraum.
("Tropo": , "Stratos": , "Meso )
Die Gesamtmasse der Luft beträgt etwa 1,5 Billiarden Tonnen (1.500.000.000.000.000 = Millionen mal Millionen mal Tausend).
Von der Einstrahlung der Sonne je Minute von 8 Joule pro Quadratzentimeter oder von 0,13 Watt pro Quadratzentimeter) werden 30% von den Luftmolekülen zurückgeworfen (reflektiert) oder zerstreut. 20 % werden Wasserdampf und Kohlendioxid aufgenommen (absorbiert).
Die Erdoberfläche bekommt also nur noch 50% der eingestrahlten Sonnenenergie, die jedoch zum Teil zurückgestrahlt wird, erneut zu einem weiteren Prozentsatz vom Wasserdampf und dem Kohlendioxid aufgenommen wird. Dadurch werden die unteren Luftschichten erwärmt und der Wasserkreislauf angeregt. Wegen des zurückgestrahlten Lichtes von der Erde, gibt es schöne Aufnahmen von der Erde aus dem Weltraum aufgenommen.
Gelänge es, die auf der Erdoberfläche ankommenden 0,067 Watt pro Quadratzentimeter in elektrische Energie umzuwandeln, brauchten wir eine Umwandlungszelle von einer Größe von 119 Quadratzentimetern (oder 1,19 Quadratdezimeter), um eine moderne, kleine Leuchtstofflampe von 8 Watt Leistungsaufnahme zum Leuchten zu bringen (jedoch nur während des Tages).
Vorwiegend in der Troposphäre spielt sich das Wetter ab, ein kaum beschreibbar komplizierter Vorgang:
Durch die verschiedene Sonneneinstrahlung an den Polen und dem Äquator, bei Tag und bei Nacht, zu den verschiedenen Jahreszeiten treten Temperaturunterschiede und damit Luftströmungen auf, die dann auch noch von der Erddrehung beeinflußt werden. Temperaturunterschiede werden auch durch das verschiedene Zurückwerfen der Sonnenstrahlen von den Gewässern und auf dem Lande mit seinen Wüsten, Wäldern, Wiesen, Bergen verursacht. Wolken und Regen bewirken ebenfalls Temperaturunterschiede. Die dadurch verursachten Luftströmungen können bis zu 200 km pro Stunde, ja in extremen Fällen sogar mehr erreichen.
Eine geringe Änderung der gesamten durchschnittlichen Lufttemperatur kann das Wetter, das Klima sehr stark ändern.
Nun pusten wir jährlich um die 6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Luft, mit steigender Tendenz. Das ist zwar weniger als 1 pro Mille (Tausend) der gesamten Kohlendioxidmenge in der Luft, in 10 Jahren aber schon 1 Prozent Änderung, was sich dann bemerkbar macht.
Durch das Verschwinden der Wälder, das Austrocknen von Seen, die Ausbreitung der Wüste ändern wir die Rückspiegelungseigenschaften der Sonnenstrahlen und damit auch das Klima.
c) Verseuchung von Böden und Gewässern
d) Auslaugen der Bodenschätze
D.2.2 Folgen der "Kriegsführung"
a) Energie-, Brennstoffproduktion und -verbrauch
Schauen wir uns mal die Brennstoffproduktion an:
Allein in der Europäischen Gemeinschaft werden fast gleichbleibend
108 Millionen Tonnen Benzin verbraucht, dazu
140 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff und
150 Millionen Tonnen Heizöl, die letzteren mit leicht fallender Tendenz.
Das muß man sich mal vorstellen. Mit dieser Menge könnten einige Stauseen von der Größe eines Sylvensteinsees gefüllt werden, der die Isar in den nördlichen Kalkalpen staut und 104 Millionen Kubikmeter (also fast gleich genau so viele Tonnen) Wasser fast.
Die Brennstoffe werden als Rohöl gefördert und dann in wahrsten Sinne des Wortes in die Luft gejagt, die mit Wasserdampf und Kohlendioxid geschwängert wird. Der Sauerstoff der Luft wird also chemisch gebunden.
Als Brennstoffe kommen hinzu: Kohle aller Arten, Heizgas, Holz.
Folgen des Brennstoffverbrauchs
Nun ist bekannt, daß der Kohlendioxidanstieg einen sogenannten Treibhauseffekt verursacht.
Zur Zeit haben wir in der Atmosphäre rund 2,5 Billionen Kubikmeter und in den Weltmeeren etwa 60 Billionen.
Es wird geschätzt, daß so um die Jahrtausendwende der Kohlengehalt der Luft zwischen 20 und 30% ansteigen wird [x].
Zu Beginn des industriellen Zeitalters wurde der Kohlendioxidgehalt der Luft mit 0,29 Promille. Jetzt haben wir schon 0,33 geschafft und die jährliche Zuwachsrate liegt bei 0,8 Anteile pro Millionen (ppm = particles per million). Ein Anstieg um 18% bewirkt eine Temperaturerhöhung um 0,5°C.
Es wird noch alles getan, um den Anstieg zu erhöhen: Brandrodung ist nach wie vor verbreitet. Die Gesamtheit aller Lebewesen (Biomasse), die weitere Abholzung (Vernichtung) der Wälder mit nachfolgender Oxidation ("kalte" Verbrennung) der Humusschicht wird zusätzlich Kohlendioxid freigesetzt und zwar in der Menge wie bei der Verbrennung von Heizmaterial.
Wozu wird nun diese riesige Menge an Brennstoffen verwendet?
Da ist einmal die Umwandlung in andere Energien zu erwähnen. Durch die Verbrennung, ein chemischer Prozeß (Oxidation genannt), wird Wärme erzeugt. Diese kann direkt zum Heizen verwendet werden, also um uns zu wärmen, wenn es kalt oder kühl ist. Sie kann aber in andere Energien umgewandelt werden, z. B. in elektrische. Da wird Wasser erhitzt und zu Dampf gemacht, der dann über mechanische Energie eine Turbine antreibt, die schließlich einen elektrischen Stromerzeuger, Generator genannt, antreibt. Damit bekommen wir also unseren Strom.
Nun ist zu erwähnen, daß bei diesem Prozeß immer Verluste auftreten. Man kann leider nicht alles umwandeln in die Energie, die wir schließlich haben möchten. "Unterwegs" geht einiges verloren. Wir sind nun mal den physikalischen Gesetzen unterworfen.
Schon den Dampferzeuger, den riesigen Wasserkocher in einem Stromkraftwerk können wir nicht ganz isolieren, daß da nicht Wärme verschwindet: Erster Verlust. Wenn der Wasserdampf auf die Turbine geleitet wird, müssen wir hinter der Turbine kühlen, was bedeutet, Wärme vernichten (den Dampf "entspannen"); denn nur bei einem sogenannten Wärmegefälle, das so groß wie möglich sein muß, können wir die Wärmeenergie ausnutzen. Da kommen wir nicht drum herum: Also zweiter wesentlicher Verlust.
Meistens wird mit Wasser gekühlt. Mit was auch immer da gekühlt wird, ist egal. Nun könnten wie das Kühlmittel (Wasser oder Luft z.B.), das sich aufheizt, wenn der Dampf abgekühlt wird, nutzen, beispielsweise als "Fernwärme". Leider geht das schlecht, weil die Kraftwerke zu weit weg sind von den Stellen, wo wir wohnen und es gemütlich warm haben möchten.
Die Turbine reibt ein wenig in den Lagern, die sich aufheizen. Auch damit verlieren wir ein bißchen, ist aber bedeutungslos im Vergleich zu den anderen Verlusten.
Der Stromerzeuger setzt auch nicht alle mechanische Energie in elektrische um: wieder etwas Verlust.
Dann muß die im Generator erzeugte elektrische Spannung umtransformiert werden, was auch nicht ganz verlustlos geht.
Weiter verlieren wir beim Transport über die Leitungen, die dem Strom einen Widerstand entgegensetzen. (Deswegen wird die elektrische Spannung so hoch wie möglich transformiert, um die Widerstandsverluste zu mindern.)
Also da ist eine Kette von Verlusten, bis wir endlich den Strom für unser Fernsehgerät im Haus haben.
Damit kommen wir zum Begriff des Nutzeffektes (Wirkungsgrades), der uns angibt, was rauskommt, wenn wir eine bestimmte Energie irgendwo reinstecken. (Er gibt das Verhältnis von aufgewendeter Energie zur bei der Umwandlung erhaltenen an und ist immer kleiner als 100%.)
Der Gesamtwirkungsgrad eines Dampfkraftwerkes liegt bei etwa 30%. Der Rest von 70% der (Wärme-)Energie geht an die Umwelt, in die Luft oder in's Wasser, das dann beispielsweise die Flüsse aufwärmt, auch eine bekannte Belastung.
Schauen wir uns mal an, was da so an elektrischer Energie mit steigender Tendenz produziert wird:
Europäische Gemeinschaft: 1,8 Millionen GWh
davon durch Atomenergieumwandlung 30,5%
Atomenergieanteile in:
|
Frankreich: |
67% |
|
Deutschland: |
30% |
|
Belgien: |
63% |
|
Groß Britannien: |
16% |
|
Niederlande: |
5% |
Vereinigte Staaten von Amerika: 2,7 Millionen GWh
Japan: 0,7 Millionen GWh
mit Kernenergieanteil von 28%
1 GWh bedeutet:
G für Giga also Milliarden,
W für Watt
h für Stunde (hour in Englisch)
Die Zahlen da oben sind also ziemlich groß: Millionen mal Milliarden Watt pro Stunde. So eine Heizplatte eines Küchenherdes nimmt etwa 2000 Watt auf, wenn wir sie voll eingeschaltet haben (oder 2 kW, k für Kilo = 1000). Die Europäer können also mit der elektrischen Energie, die ihnen die Versorgungsunternehmen produzieren, über 100 Millionen solcher Heizplatten das ganze Jahr über - Tag und Nacht - einschalten (und die Leute in den Vereinigten Staaten sogar über 150 Millionen).
Da niemand von uns auf den Komfort durch den elektrischen Strom verzichten möchte, steht es schlecht um die Umwelt.
Dann möchten wir auch auf unser Auto nicht verzichten, das einen ganz miserablen ernergetischen Nutzeffekt hat. Da werden nur ein paar Prozent an mechanischer Energie der leistungsstarken Motoren von über 100 Kilowatt (nach früherer Norm knapp 136 Pferdestärken PS) für die Fortbewegung freigegeben. Der Rest geht in den Kühler, den Auspuff und damit in die Umwelt.
b) Produktionsmethoden
Industrielle Produktion, Subsistenzwirtschaft
c) Klimaveränderung
Wie wir vorher gesehen haben nehmen Wasserdampf und Kohlendioxid Sonnenstrahlen auf, absorbieren sie (heißt das).
Wird der Kohlendioxidgehalt der Luft erhöht, erwärmt sich also die Luft.
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit werden sich nicht die Temperaturen überall auf der Welt erhöhen; denn da laufen ganz ungeheuer komplexe (also aus vielen veränderlichen Größen zusammengesetzte) Prozesse ab. Zum Beispiel wirkt das Weltmeer erst einmal als Puffer. Wasser läßt sich so schnell nicht aufwärmen, weil es die höchste Wärmekapazität von allen Stoffen hat. (Um 1 Liter Wasser, etwa gleich einem Kilogramm Masse, um ein Grad zu erhöhen, braucht es eine Energie von Tausend Kalorien. Mit der gleichen Energie erwärmen sich fast 10 Kilogramm Eisen um 1 Grad, also fast 10 mal so viel.)
Nun haben Wissenschaftler (z. B. vom Hamburger Meteorologischen Institut) festgestellt, daß die Meeresströmungen sich verändern werden.
Diese Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, daß der Golfstrom (der vom Golf von Mexiko ausgeht) nach etwa 30 Jahren durch die allgemeine Temperaturerhöhung seine Wärmezufuhr nach Europa einstellen wird.
Die Zeitverzögerung kommt von der vorher erwähnten Wärmekapazität des Wasser, das auf die Temperaturerhöhung träge reagiert.
Das folgende Bild (aus Bild der Wissenschaft 1/1991) zeigt den derzeitigen Strömungsverlauf der Weltmeere:

Hier ein Ausschnitt mit Golfstrom

Wenn sich in der Nordpolgegend die Temperatur um etwa 10 Grad erhöht, bekommt der Golfstrom einen Wärmeschock. Das warme Wasser wird nicht schnell genug gekühlt, um abzusinken und zurückzufließen. Der Meereswasserhahn ist fast zu, und da fließt nichts mehr. (Warmes Wasser ist leichter als kaltes, weil sich warmes ausdehnt und dadurch leichter wird.)
Damit werden in Europa die Temperaturen sinken oder kaum ansteigen, obwohl die allgemeine Welttemperatur zunimmt.
Da durch die Temperaturerhöhung mehr Wasser verdampft, wird es in einigen Regionen stärker regnen. Es könnte sogar sein, daß die Gletscher wieder wachsen und auch in der Polgegend mehr Schnee fällt, wodurch die Eisberge höher werden.
Mehr Regen bedeutet Abkühlung, mehr Luftfeuchtigkeit jedoch andererseits stärkere Aufnahme der Sonnenstrahlung und weitere allgemeine Erwärmung.
Es ist also kaum abzusehen, wie sich das Klima verändern wird. Vor allem wird es zu regionalen Verschiebungen kommen.
Ohne Zweifel wird sich etwas ändern, nur wann, was, wo und wie läßt sich sehr, sehr schwer voraussagen.
Es ist auch nicht genügend bekannt, was tatsächlich mit dem erhöhten Kohlendioxidanfall geschieht, was davon in den Meeren gelöst wird, wieviel also tatsächlich in der Luft bleibt. Mehr Kohlendioxid im Wasser begünstigt einige Lebewesen, also Wasserpflanzen.
Zusammenfassend kann gesagt werden: Der Kohlendioxidanstieg bringt eine Veränderung des über Jahrmillionen "gewachsenen" Ökosystems mit unabsehbaren Folgen.
Kommentar: Ich persönlich halte den Kohlendioxidanstieg für verkraftbar. Damit wird die Natur fertig werden, da es immer schon Klimaschwankungen gegeben hat durch Vulkanausbrüche, Meteroreinschläge und andere Naturereignisse.
Da nach einiger Zeit die Brennstoffvorräte sowieso erschöpft sein werden, versauen wir die Luft nur eine kurze, für die weiter Lebensdauer der Erde unerhebliche Zeit.
d) Verschwinden der schützenden Ozonschicht [x]
Zwei Sauerstoffatome verbinden sich gerne zu einem stabilen Molekül. Nur Edelgase haben es nicht "nötig", sich zu verbinden, da ihre Elektronenschalen voll besetzt sind. Andere Atome, wo in der Elektronenschale einige Elektronen fehlen, schließen sich zusammen, um eben die fehlen Elektronen gemeinsam zu haben. Sauerstoff (Oxygenium genannt , mit der Abkürzung O) hat zwei Elektronen weniger als das (völlig mit sich selbst zufriedene) Edelgas Neon. Die Chemiker sprechen von dem zweiwertigen Sauerstoff. Er streckt also 2 Ärmchen aus, um sich die fehlenden Elektronen einzufangen, am liebsten von einem Atom, das abgeben kann, wie der Wasserstoff (Hydrogenium, abgekürzt H), der sowieso nur ein Elektron besitzt (und damit das kleinste Atömchen ist). Im Wasser ist das realisiert: 2 Wasserstoffatome geben ihre Atome ab, die der Sauerstoff benutzt und sich dann als Edelgas (Neon) fühlt: H->O<-H. (Wasserstoff wird "Hydrogenium" = Wasserbildner" genannt und als H abgekürzt.) Wenn die drei sich verbinden (Verbrennung oder Oxydation genannt), wird Energie frei. Will jemand dieses Dreiecksverhältnis wieder trennen, muß die vorher freigewordene Energie wieder aufgewendet werden (z.B. in der Elektrolyse). Sonst bleiben sie als Wassermolekül untrennbar.
Ein Sauerstoffatom bleibt nicht (gerne) allein und sucht sich einen Partner. Es ist "aggressiv" bei der Suche. Zwei Atome kommen gut miteinander aus als OÛO (oder O2, wie es in der chemischen Summenformel heißt). Nun können sich auch drei Sauerstoffatome zusammentun als O3 oder etwas klarer als Bindungsdarstellung:

Diese Dreierverbindung heißt Ozon (zu Griechisch "das Duftende"). Aber ein Sauerstoffatom ist eigentlich zu viel. Es geht nicht lange gut mit den Dreien. Bei der erst besten Gelegenheit geht ein Atom "fremd" und verbindet sich mit jemand anderem. Daher ist Ozon, wenn wir es einatmen, recht gefährlich und wirkt in größeren Mengen zerstörerisch (bei ganz kleinen Mengen vielleicht heilend, da es auch Keime zerstört).
Die Ozonschicht wird zerstört durch die Chlorgroßchemie und nicht oder kaum durch die Treibgase in den Sprühdosen. Dennoch wird nach wie vor sogar von vielen Wissenschaftlern nach wie vor die Verantwortung den wenigen Sprühdose zugeschoben (die natürlich auch FCKW freisetzen. Aber ein paar Mücken machen noch keinen Elefanten).
Schauen wir uns die Vorgänge, die sich da in der Luft über 20 km Höhe (der Stratosphäre) abspielen, genauer an. Da wird durch die Sonnenstrahlen, durch kurzwelliges Licht (ultraviolett, also jenseits von Violett und für unser Auge unsichtbar) z.B. ein Sauerstoffmolekül O2 gespalten. Die frei geworden einzelnen Atome verbinden sich jedoch meistens wieder oder hängen sich an ein anderes O2-Molekül an zu Ozon O3. Ozon wird dann durch die ultraviolette Strahlen (UV) wieder gespalten. Die einzelnen Atome suchen erneut Partnerschaft. Da läuft also ein ständiger Partnerwechsel ab, wobei die UV-Strahlen aufgefangen (absorbiert) werden.
Die Chemiebetriebe produzieren u.a. Fluor-Chlor-Kohenwasserstoffe (FCKW), die sich in aufgeschäumten Kunststoffen, in den Kühlschlangen der Kühlschränke, in den Feuerlöschern und auch in Sprühdosen befinden. Kommt FCKW in die Luft, so irrt er umher. Er ist chemisch recht stabil und löst sich auch nicht in Wasser(tropfen). Irgendwann, so nach 15 Jahren, kommt ein Molekül (vom Winde verweht) in die höheren Luftschichten, da, wo sich Ozon befindet und wo die Sonnenstrahlen das FCKW- Molekül aufbrechen können. Dann geschieht ein grausames Ozonmorden durch ein freigewordenes Chloratom (Cl). Die chemischen Abkürzungen der Bestandteile des FCKW sind:
F = Fluor, Cl = Chlor, C = Kohlenstoff, H = Wasserstoff
Die chemischen Reaktionen laufen wie folgt ab:
HCFCl2
2Cl
und andere Bestandteile (UV =
Ultraviolettes Licht)

Freie Chloratome sind sehr aggressiv auf der Suche nach einem Partner (einer Verbindung), daher sehr giftig, wenn wir sie einatmen. (Daher wurde Chlor in Gaskriegen verwendet, um den Menschen und Tieren die Lungen zu verätzen.)
Ozon wird aufgebrochen: Cl + O3 Þ ClO + O2, wobei der Sauerstoff nicht zufrieden ist; denn Chlor nimmt ihm ein Elektron. Dabei hat er doch schon 2 zu wenig, um ein Edelgas (Neon) sein zu können. Die Verbindung bricht, sobald der Sauerstoff ein anderes freies Sauerstoffatom findet, daß durch die UV-Strahlung aus dem Ozon rausgeflogen ist: ClO + O Þ Cl + O2. Sofort greift das Chlor wieder ein Ozonmolekül an, und der Zerstörungskreislauf geht weiter.
Um die 10 Tausend Ozonmoleküle werden von einem einzigen Chloratom abgemurxt, bis es endlich ein Wasserstoffatom findet: Cl + H Þ HCl. Diese Verbindung wird Salzsäure genannt, die sich sehr gerne in Wasser löst und als saurer Regen auf den Boden fällt, um dann wieder zerstörerisch zu wirken. Aber jetzt ist das Chloratom endlich weg aus seinem Jagdrevier, der Ozonschicht.
Nun schauen wir uns mal an, was so an Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen 1985 produziert wurde (Quelle: [x]):
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Faktor |
|
Weltpro- |
Verbleib |
|
|
der |
|
duktion |
in der |
|
|
Schädi- |
|
in |
Atmosphäre |
|
Produktname |
gung |
Verwendung |
1000 t |
in Jahren |
|
FCKW 011 |
1,0 |
Kühl- und Treibmittel |
298 |
65 - 75 |
|
FCKW 012 |
0,9-1,0 |
Kühl- und Treibmittel, Gefriermittel, Kosmetika, Sterilisation |
438 |
100 - 140 |
|
FCKW 113 |
0,8-0,9 |
Lösungsmittel, Kosmetika |
139 |
100 - 134 |
|
FCKW 114 |
0,7-1,0 |
Kühlmittel |
? |
300 |
|
FCKW 115 |
0,4-0,6 |
Kühlmittel |
? |
500 |
|
Halon 1301 |
10 - 13 |
Feuerlöschmittel |
2,6 |
110 |
|
Halon 1211 |
2,2-3,0 |
Feuerlöschmittel |
2,6 |
15 |
|
HCFC 22 |
0,05 |
Feuerlöschmittel, Kühl- und Treibmittel |
81 |
16 - 20 |
|
Methylchloro-form |
0,15 |
Lösungsmittel |
500 |
5,5 - 10 |
|
Kohlenstoff-tetrachlorid |
1,2 |
Lösungsmittel |
71 |
50 - 69 |
Über 1,5 Millionen Tonnen werden produziert
Die vorher geschilderte Ozonzerstörung ist leider zu einfach dargestellt. Da laufen in der Stratosphäre viel kompliziertere Vorgänge ab; denn aus dem FCKW entsteht auch molekulares Chlordioxid (Cl2), also als recht stabile Verbindung, wenn nicht die Sonnenstrahlen zu intensiv sind. Die können das Molekül knacken.
Nun haben die Wissenschaftler festgestellt, daß die Gase, die bei einem Vulkanausbruch in die Luft geschleudert werden, dem Chlor bei seiner Zerstörungswut hilft. Die Chemiker sprechen von der Verlängerung des Katalysatoreffektes. (Katalyse bedeutet im Griechischen "Auflösung". Ein chemisches Element oder eine Verbindung können allein durch ihre katalytische Anwesenheit chemische Reaktionen bewirken, bei denen das Element oder die Verbindung selbst keine Veränderung erfahren. Die Ozonvernichtung durch das Chlor basiert ja auf einer typisch katalytischen Wirkung. Durch die Anwesenheit von Chlor in der Ozonschicht wird Ozon gespalten, während das Chlor ja schließlich keine dauernde Verbindung eingegangen ist. Es hat sich nicht verändert und wird erst von einem anderen Partner aus dem Verkehr gezogen, beispielsweise vom Wasserstoff, wie wir gesehen haben.)
Ein Vulkan (wie z.B. der Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen in diesem Jahr) schleudert Schwefeldioxid (SO2, S für Sulfur = Säurebildner, gemeint ist Schwefel) in Tagen in die Stratosphäre, wo es sich verdünnt und durch Sonnenstrahlen sich mit Wasser (H2O) zu Schwefelsäure (H2SO4) verbindet. Diese Schwefelsäure schwebt umher (als Aerosol. Aerosole sind Gase, die Feststoffe oder Flüssigkeitströpchen mit sich umhertragen). An diese Schwebeteilchen hängt sich nun noch ein Stickoxid (N2O3, N für Nitrogenium = Stickstoff) an und wandelt sich in Salpetersäure um (HNO3).
e) Abfälle, Boden- und Gewässerverseuchung
f) Ausbeutung und Veränderung der Natur (des gewachsenen Ökosystems)
D.3 Entwicklungsverlauf der letzten Jahre
D.3.1 Biologische Entwicklung
a) Pflanzenwelt
b) Tierwelt
c) Ökologische Systeme
D.3.2 Soziale Entwicklung
a) Soziale Situation
In den Industrienationen sind gewaltige Fortschritte erzielt worden auf fast allen Gebieten (in der Reihenfolge einer Wertigkeit, die vielleicht der Leser anders sehen wird):
- soziale Sicherheit bezüglich Leben und Gesundheit (wobei die seelische Gesundheit einbezogen ist) durch
n rechtliche Absicherung (mit Kündigungsschutz am Arbeitsplatz, der Wohnung)
n wirtschaftliche Absicherung (Unterstützung bei Arbeitsplatzverlust, bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit, Altersversorgung)
n Gesundheitsdienst (ärztliche Versorgung, einschließlich psychischer Leiden)
n Schutz der Familie
- Meinungsfreiheit
- Ausbildungsmöglichkeiten (von der Grundschule bis zur beruflichen und akademischen Bildung, Weiterbildungsmöglichkeiten, Gewährung eines Bildungsurlaubs)
- innere und äußere Sicherheit (Polizei, Streitkräfte, die mehr oder weniger strengen Kontrollen unterliegen)
- Katastrophenschutz und Unfallrettungsdienst
- überstaatliche Zusammenschlüsse zur
n wirtschaftlichen Stärkung (Europäische Gemeinschaft z.B.)
n Konfliktlösung (vom Völkerbund und zu den Vereinten Nationen)
- Kommunikationsmöglichkeiten (Erleichterung von Besuchen durch gute Verkehrsverbindungen, Fernsprechmöglichkeiten, Telefon genannt, Briefaustausch, Austausch von Fernkopien, Telefax genannt)
- Freizügigkeit (sich aufhalten können, wo man will) bezüglich
n Wohn- und Arbeitsmöglichkeit, nicht nur wo immer innerhalb eines Staates, sondern auch außerhalb (in der Europäischen Gemeinschaft garantiert)
n Abschaffung des Visumszwangs (im Ausweis eingetragene Besuchserlaubnis eines Landes)
n Erleichterung des Grenzübertritts (keine Kontrollen innerhalb der Europäischen Gemeinschaft)
- Freizeitmöglichkeiten für jeden (Museen, Sportplätze und -hallen, zoologische und botanische Gärten, Zugang von jedermann zu Wäldern und Stränden, Parkanlagen, Radfahrwege, Wanderwege, Gaststätten, Kneipen)
- sonstiges, wie
n Verbannung des Verkehrs aus den Stadtkernen (Fußgängerzonen)
n Lärmschutz, z.B. als Dämme und Zäune an den Autobahnen
n "Verkehrsberuhigung" in Wohngebieten
n Hupverbot
n Sonntagsfahrverbot für schwere Lastwagen
n Nachtflugverbot für die meisten Flughäfen
Kommentar: Ich finde, daß das doch schon eine ganze Menge ist. Gehen Sie mal in ein Entwicklungsland wo es das alles nicht gibt oder nur ansatzweise. Wir sollten also nicht immer nur meckern.
b) Bevölkerungsentwicklung
Es leben z. Z. (1990) schon weit über 5 Milliarden Menschen (auf einer Fläche von 135 Millionen Quadratkilometern), also über 37 Menschen auf jedem Quadratkilometer im Mittel (ohne Berücksichtigung, daß Hochgebirge und Wüsten unbewohnbar sind). Da ist nicht genug da, wenn die alle jeden Tag ein Stück Fleisch zwischen die Zähne bekommen wollen.

Die Menschen konzentrieren sich mehr und mehr in großen, ja riesigen Städten:
|
Mexiko Stadt |
19,4 Millionen |
|
New York |
18 Millionen |
|
Saõ Paulo |
15,3 Millionen |
|
Los Angeles |
13 Millionen |
|
Rio de Janeiro |
10,6 Millionen |
|
Paris |
10,3 Millionen, |
und es werden täglich mehr.
Da leben in der portugiesischen Kolonie Macau 27 Tausend Menschen auf einem Quadratkilometer. Jeder hat also mit Straßen und etwas Grünfläche im Durchschnitt nur 37 Quadratmeter zur Verfügung. Da sind die Menschen ja fast so zusammengepfercht wie in den modernen "Schweinezuchtfabriken".
In Hongkong teilen sich 5 Tausend 400 Menschen einen Quadratkilometer. Sie haben noch 185 Quadratmeter im Durchschnitt pro Person, aber nicht in ihren Wohnungen, zumindest die Mehrheit nicht. Da sieht es schlimm aus.
Das oben gezeigte Schaubild soll die Bevölkerungsexplosion der letzten 40 Jahre verdeutlichen. Während in Europa und den anderen Industrienationen kaum ein Zuwachs zu verzeichnen sind, vermehrt sich die Menschheit in Asien und Afrika enorm, hat sich also mehr als verdoppelt in gezeigten Zeitraum, Afrika sogar mehr als verdreifacht.
Die Zahl der Einwohner je Quadratkilometer hat sich mehr als verdoppelt. Das wird eng nicht wahr? Da kann einem doch Angst und Bange werden.
Fast 40 Leute pro Quadratkilometer bereits 1990, also da bleibt nicht mehr viel Platz für andere Lebewesen, insbesondere, wenn das so weitergeht.



Der asiatische Teil der ehemaligen Sowjet Union, die Türkei und Australien sind nicht berücksichtigt, da die gestaffelten Balken das nicht zeigen würden; denn der Anteil macht weniger als 1 % aus.

Die Zahlen zu dem Schaubild stammen aus dem Statistischen Jahrbuch des bundesdeutschen Amtes für Statistik.
c) Verschiedene Lebensformen (Reichtum, Armut, Mann, Frau, Kinder, traditionelle Lebensformen, z.B. der Urbevölkerungen, Stadt- und Landleben)
d) Soziale Probleme (Lebensraum und Rechte der Ureinwohner, Mißachtung von Traditionen)
D.3.3 Globale wirtschaftliche, industrielle Entwicklung,
Bedarf und Folgen .
a) Versorgung mit Rohstoffen, Fertig- und landwirtschaftlichen Produkten
Über 3 Billionen Tonnen an Wirtschaftsgütern werden jährlich weltweit transportiert, davon allein fast 1,5 Billionen Tonnen Rohöl und raffiniertes Öl. Die beiden nachfolgenden Grafiken zeigen, woher das alles kommt und wohin es geht:

Schiffe mit insgesamt 99 Millionen Bruttoregistertonnen durchkreuzen die Weltmeere noch mit Dampf und 320 Millionen Bruttoregistertonnen pflügen die Wellen von einem Verbrennungsmotor angetrieben.
1 Registertonne ist der Raum von 100 Kubikfuß, also 2,83 Kubikmeter. Als "Brutto" zählt das gesamte Schiffsvolumen. Es befinden wich also auf den Weltmeeren mit einem Gesamtvolumen von fast 1,2 Milliarden Kubikmetern, was einem Würfel von der Länge, sowie Breite von je einem Kilometer und der Höhe von 1,2 Kilometern entspricht.
Von dieser Menge sind 128 Millionen Bruttoregistertonnen mit Öl beladen. (Wenn da auch mal ein bißchen ausläuft... Wir brauchen das ja alles doch so dringend.)
1982 waren weltweit 342 Millionen Personenautos und über 100 Millionen Lastwagen registriert.
Im Jahre 1984 transportierten fast 10 Tausend Flugzeuge 726 Millionen Passagiere, jeden davon im Durchschnitt 1.500 km weit.
(Alles ist wohl in Bewegung.)
Was da so an Kraftwerken auf unserer Erde inzwischen rumsteht, zeigen die nachfolgenden 9 Grafiken.











Immerhin sind zarte Ansätze zu sehen, daß alternative Energie eingesetzt wird, wie z. B. die Nutzung der Erdwärme. (Leider sind die Zahlen zu alt, um eventuell Wind- oder Sonnenkraftwerke zu finden.)
Da würde ich gerne noch unter diesem Kapitel erwähnen, daß gegen manche Länder ein sogenanntes Wirtschaftsembargo (also eine Blockade im freien Handelsaustausch) verhängt worden ist, z. B. im Augenblick gegen Kuba (immer noch), Vietnam (immer noch), das ehemalige Jugoslawien, Lybien, den Irak. Die arabischen Länder versuchen Israël zu isolieren. Die Südafrikanische Republik stand lange auf der Blockadeliste.
Bewirkt hat das alles praktisch nichts. Nur die allgemeine Bevölkerung leidet. Die Führer beeindruckt das überhaupt nicht.
Weltweit werden produziert bzw. an Mitlebewesen abgemurxt:
- fast 100 Millionen Tonnen Fisch
- um die 10 Milliarden Hühner
- mehr als 550 Millionen Ziegen
- über 1 Milliarde Schafe
- knapp 900 Millionen Schweine
- über 1,2 Milliarden Rinder
Das reichst jedoch nicht für jedermann, wie man sich leicht anhand der Ernährungstabelle im Kapitel A.5 (wo jedoch Schafe und Ziegen fehlen, die durch Rinder ersetzt werden können) ausrechnen kann. Einiges verdirbt, wird weggeworfen (weil bei den Reichen zu viel auf dem Tisch war) oder landet in den Mägen der Haustiere in den Industrienationen.
b) Umweltbelastung
Nun schauen wir mal, was da bei der Verbrennung und unseren Aktivitäten zur Produktion so alles an Dreck (als Schadstoffemission bezeichnet) anfällt:





Diese Statistik ist wohl nicht so ganz umfassend; denn da fehlt z. B. das, was der Wind aufwirbelt. Dennoch: Staub sollen wir fressen und das mit Lust, meinte der Mephisto in Goethe's Faust.
Obwohl die Staubmenge, die wir in die Luft setzen, auf unter ein Drittel gesunken ist, bleiben uns immer noch in der Bundesrepublik Deutschland um die 500 Tausend Tonnen.

Hier addieren sich die Zahlen nicht zu hundert Prozent; denn bei der Statistik sind die Zahlen aus der Produktion von Lösungsmitteln berücksichtigt worden. Nun fehlen aber im Verbrauch durch die Industrie oder eher vielleicht durch Haushalte und Kleinverbraucher erhebliche Mengen.
Ferner werden fast 3,5 Milliarden Kubikmeter Holz abgeschlagen, und zwar:
- 1,8 Milliarden Kubikmeter werden verbrannt (teilweise, nachdem sie in Holzkohle verwandelt worden waren).
- Die Industrie benötigt um die 1,7 Milliarden Kubikmeter.
Würde man zum Beispiele die Schrankwände aus Holz in der Bundesrepublik Deutschland ausbauen, so könnte damit eine neue Mauer durch Deutschland neu errichtet werden, sogar in Doppelreihe. Das ist schon recht viel Wald gewesen, nicht wahr?
Leider sagen die gefundenen Zahlen nichts aus, ob es sich um 3,5 Milliarden Kubikmeter Bäume mit allem Drum und Dran, also mit Ästen und Wurzeln gehandelt hat oder ob das nur direkt verwertetes Holz war.
Dennoch möchte ich mir eine grobe Vorstellung machen, wieviel Wald da vernichtet worden ist; denn bei solchen Größenordnungen in Millionen und Milliarden hört mein Vorstellungsvermögen auf. Also lassen Sie mich eine vereinfachte Rechnung versuchen:
Stehen die Bäume als Tannen etwa 3 Meter voneinander entfernt und sind sie im Mittel 30 Zentimeter dick bei einer Höhe von 15 Metern, so komme ich auf eine Fläche von 31,5 Tausend Quadratkilometer. Das entspräche einem kreisförmigen Wald von 200 Kilometern Durchmesser oder vergleichen wir es mal mit einem deutschen Bundesland. Nordrhein-Westfalen bedeckt 34 Tausend Quadratkilometer, also fast die gleiche Waldfläche, die jährlich abholzt wird. (Ich hatte - ehrlich gesagt - eine viel größere Fläche geschätzt. Wie man sich doch täuschen kann.)
c) Traditionelle Wirtschaftsformen und deren Folgen
D.3.4 Trends
a) Trend zu internationalen Kontrollen und Eingriffen in nationalstaatlichen Unzulänglichkeiten
Internationale Kontrollorgane
Das Europäische Parlament mit ähnlichen Aufgaben wie ein Parlament eines Mitgliedsstaates kann nur beratend und empfehlend auf einen Partner der Europäischen Gemeinschaft einwirken.
Der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften mit 9 hauptberuflichen Richtern und 4 Generalanwälten in Luxemburg dient als dient als Staaten-, Verwaltungs- und Zivilgericht, kann aber kaum Einfluß auf innerstaatliche Angelegenheiten nehmen. Oft werden Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von den Einzelstaaten mehr oder weniger ignoriert.
Der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen kann nur zuständig werden, wenn sich in einen Streit verwickelte Staaten seiner Gerichtsbarkeit dauernd oder in einem konkreten Fall unterwerfen.
Die Vereinten Nationen
Bereits nach dem Schock durch den schrecklichen Ersten Weltkrieg (von Ende Juli 1914 bis 1918, mit Deutschland als Nachzügler im November) kam es zur Gründung des Völkerbundes, der "Meinungsverschiedenheiten" zwischen Ländern (auf friedlichem Wege) schlichten sollte. Viele Staaten zogen sich wieder aus diesem Völkerbund zurück, der dann keine Machtmittel hatte, den noch schlimmeren Zweiten Weltkrieg zu verhindern. Dieser Krieg hatte "offiziell" am 3. September 1939 mit der Kriegserklärung Frankreichs und Großbritannien mit seinen Commonwealthländern an das Hitler-Deutschland begonnen und endete für Deutschland am 9. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation, die vom Grafen Dönitz, dem Nachfolger des (sehr wahrscheinlich) freiwillig aus dem Leben geschiedenen Adolf Hitler, unterschrieben worden war. Japan erklärte am 14. August, daß es keine Lust mehr am Weitermachen hatte, nachdem ihm 2 Atombomben, die neueste Kreation an Massenvernichtungsmitteln, einen Schreck eingejagt und die Sowjetunion ein paar Tage vorher den Krieg erklärt hatte.
Traurige Bilanz dieses unbeschreiblichen Mordens z. B.:
Die erste Atombombe auf Hiroshima: sofort 200 Tausend Tote und
die zweite auf Nagasaki: sogleich 74 Tausend.
Mit Hilfe der Waffenproduzenten kamen um:
27 Millionen Soldaten von etwa 110 Millionen,
25 Millionen Zivilisten, darunter allein etwa 6 Millionen durch den Rassenwahn und die Ideologie der deutschen Nationalsozialisten (NAZIs) systematisch ermordete Menschen,
3 Millionen Vermißte.
Das macht zusammen: 55 Millionen Tote und Vermißte. Über die Zahl der Verwundeten und der Menschen, die an den Kriegsfolgen gestorben sind, gibt es keine zuverlässigen Zahlen, erst recht nicht über das unbeschreibliche Leid durch Vertreibung, Verschleppung, Verlust der Habe, Schändung, Vergewaltigung (insbesondere auch seelischer Art), Folterung, Ehrverlust, Demütigung. Leider habe ich keine Literatur gerade zum Thema der körperlichen und seelischen Leiden als Schwerpunkt gefunden, insbesondere nicht als Psychoanalyse der Staatsführer; dennoch ein paar Angaben unter [x].
Hätte man die "Opfer" (für wen und was?) dicht nebeneinander gepackt aufgebahrt, so wäre der Erdumfang am Äquator gerade ausreichend gewesen. Das nur, um uns zu verdeutlichen, was 55 Millionen Tote bedeutet. Mit der Zahl der Toten hätten wir die Erde umschnüren können.
Kommentar: Aber keiner der verurteilten und der nichtverurteilten Kriegsverbrecher und Kriegshetzer und der verblendeten Mitläufer würde jemals ein Wort des Bedauerns über seine Lippen gebracht haben. Es gibt grundsätzlich einen erheblichen Mangel an Schuldeinsicht. Das stelle ich mit noch größerem Bedauern als um die Toten und 14.8.1941: Churchill (britischer Ministerpräsident) und Roosevelt (Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika) beschlossen die "Atlantik-Charta", ein Sicherheitssystem. (Charta war ursprünglich ein Blatt der Papyrusstaude, meint heute "Dokument".)
1.1.1942: Roosevelt verwendet zum ersten Mal den Ausdruck "Vereinigte Nationen" für eine Abschlußerklärung (Deklaration) der Konferenz von 26 Staatsrepräsentanten, wie man sich gemeinsam gegen die Gewalt der "Achsenmächte" (Deutschland- Italien und später alle mit Deutschland Verbündeten) zur Wehr setzen könne.
30.10.1943: "Moskauer Erklärung", unterzeichnet von britischen, US-amerikanischen, sowjetischen und chinesischen Vertretern, in der "eine internationale Organisation" gefordert wird, die "sich abstützt auf dem Gleichheitsprinzip aller friedliebenden Staaten" mit dem Ziel, Frieden und internationale Sicherheit zu erhalten.
Vom 21.8. bis 7.10.1944: "Vorschlag von Dumbarton Oaks" (in der Nähe von Washington) von Juristen aus Großbritannien, Amerika, Sowjetunion und China zur Organisation der gemeinsamen Sicherheit nach dem Zweiten Weltkrieg.
4. bis 11.2.1945: In der "Konferenz von Jalta" (Stadt auf der russisch-ukrainischen Insel Krim) befürworten die Chefs der Großmächte Roosevelt, Churchill und Stalin (Diktator der Sowjetunion) eine Ausarbeitung eines Sicherheitsprogramms durch Juristen und beschließen eine internationale Konferenz zur Verwirklichung einer überstaatlichen Weltorganisation einzuberufen.
25.4. bis 26.6.1945: In der "Konferenz von San Francisco" oder "der Gründungskonferenz der Vereinten Nationen" schließen sich 50 Staaten zusammen und verabschieden (am 26.6.1945) die "Charta der Vereinten Nationen".
24.10.1945: Ratifizierung, d.h. Bestätigung durch das Staatsoberhaupt der (meisten) Mitgliedsländer nach vorhergehender Zustimmung durch die gesetzgebenden Körperschaften.
Dieser Tag wird zum "Tag der Vereinten Nationen erklärt" und jedes Jahr gefeiert.
1.2.1946: Wahl des ersten Generalsekretärs, des norwegischen Rechtsanwaltes Trygve Halvdan Lie, der Außenminister der norwegischen Exilregierung war und 1968 im Alter von 72 Jahren gestorben ist.
3.4.1946: Einrichtung des "Internationalen Gerichtshofes" in Den Haag (Holland).
Heutzutage haben die Vereinten Nationen (VN oder UN = United Nations oder UNO = United Nations Organization) um die 160 Mitgliedsstaaten. Nichtmitglieder sind u.a.: Nord- und Südkorea, die Schweiz (!) und Taiwan, das 1971 auf Betreiben von "Rot"-China ausgeschlossen wurde.
Das folgende Schaubild gibt einen Überblick über den organisatorischen Aufbau der VN (UN, UNO):

Die Charta der Vereinten Nationen
Hier soll zuerst nur mal die Präambel (das Vorwort) zitiert werden:
"Wir, die Völker der Vereinten Nationen, beschließen:
die zukünftigen Generationen vor der Geißel des Krieges, die zweimal während eines Menschenlebens der Menschheit ein unbeschreibbares Leiden auferlegt hat, zu schützen,
von neuem unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an die Würde und den Wert der menschlichen Person, an gleiche Rechte von Männern und Frauen, ebenso von Nationen, ob groß oder klein, feierlich zu erklären,
die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen zur Aufrechterhaltung von Gerechtigkeit und Achtung von Verpflichtungen, die sich aus Verträgen und anderen Quellen internationalen Rechtes ergeben,
sozialen Fortschritt zu begünstigen und die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen für ein Leben in größtmöglicher Freiheit,
und zu diesem Zweck
Duldsamkeit zu üben (Toleranz zu praktizieren), in Frieden miteinander zu leben im Geiste
einer guten Nachbarschaft,
unsere Kräfte zu vereinen, um den Frieden und die internationale Sicherheit aufrecht zu erhalten,
Richtlinien (Prinzipien) anzunehmen und Methoden einzuführen, welche garantieren, daß keine Waffengewalt angewendet wird, es sei denn im allgemeinen Interesse,
uns an internationale Organisationen zu wenden, um einen wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu begünstigen.
Wir haben beschlossen, unsere Anstrengungen zur Verwirklichung dieser Zielsetzungen zu vereinigen.
(Aus dem Französischen übersetzt, da mir der deutsche Text nicht vorlag.)
Kommentar: Schöne Worte nicht wahr. Aber eigentlich doch eine völlige Selbstverständlichkeit. Dennoch finde ich es jedenfalls großartig, daß erstmals in der Menschheitsgeschichte zumindest eine solche Absichtserklärung gemacht worden ist. Natürlich wird es eine Weile dauernd, bis auch die "Taten" so folgen, wie es notwendig wäre. Wir sollten nicht zu ungeduldig sein.
Die Charta der Menschenrechte [x]
Nach verschiedenen Ansätzen in den Verfassungen der Demokratien (U.S.A., England), der französischen Revolution, des Völkerbundes wurde aber erstmals weltweit die Menschenrechtserklärung von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 mit keiner Gegenstimme, jedoch der Enthaltung aller sozialistischen Staaten niedergelegt, allerdings nur als unverbindliche Empfehlung.
Die Diktatoren dieser Welt kümmern sich nicht darum. Dennoch sollte der Text (wieder teilweise aus dem Französischen übersetzt) hier abgedruckt werden:
"Unter Anerkennung, daß jedem Mitglied der menschlichen Familie Achtung und Würde innewohnt und daß gleiches und unveräußerliches Recht für jeden die Grundvoraussetzung für Freiheit, für Gerechtigkeit und für Frieden in der Welt ist;
unter Beachtung, daß ein Verkennen und die Mißachtung der Menschenrechte zu barbarischen Handlungen geführt haben, wobei das Gewissen der Menschheit mit Füßen getreten worden ist, und daß als höchstes Ziel der breiten Masse die Schaffung einer Welt anzustreben ist, wo die menschlichen Wesen unter Rede- und Gedankenfreiheit frei sein sollten von Schrecken und von Kümmernis;
unter Beachtung, daß es von besonderer Bedeutung ist, die Menschenrechte durch Herrschaft von Recht zu schützen, damit der Mensch sich nicht zu gewalttätiger Erhebung gegen Tyrannei und gegen Unterdrückung gezwungen sieht als einem letzten Mittel;
unter Beachtung, daß es unerläßlich ist, die Entwicklung von freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern;
unter Beachtung des Beschlusses und der erneuten Bekräftigung, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen zu fördern, fußend auf der Satzung der Völker der Vereinten Nationen, in der der Glaube an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau verankert ist;
unter Beachtung, daß die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen die allgemeine Achtung und die Verwirklichung der Rechte und Grundfreiheiten der Menschen durchzusetzen;
unter Anerkennung einer gemeinsamen Auffassung von diesen Rechten und Freiheiten als der größten Wichtigkeit für die Erfüllung dieser Verpflichtung verkündet die Generalversammlung die nachfolgende allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende Ideal, in der Absicht, daß sich jeder Einzelne und sich alle Organe der Gesellschaft diese Erklärung stets vor Augen halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung dieser Rechte und dieser Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende Maßnahmen im nationalen und internationalen Bereich ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung, sowie Verwirklichung bei der Bevölkerung als auch bei den Mitgliedsstaaten mit den ihrer Oberhoheit unterstehenden Gebieten zu gewährleisten.
Artikel I
Alle Menschen sind frei und gleich in der Würde und an Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen sich untereinander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.
Artikel II
1. Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nach nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.
2. Weiter darf keine Unterscheidung gemacht werden auf grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder des Gebietes, dem eine Person angehört, ohne Rücksicht darauf, ob es unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder irgendeiner anderen Beschränkung seiner Souveränität unterworfen ist.
Artikel III
Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
Artikel IV
Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden. Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen Formen verboten.
Artikel V
Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.
Artikel VI
Jeder Mensch hat überall Anspruch auf Anerkennung der Rechtsperson.
Artikel VII
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf den gleichen Schutz gegen jede unterschiedliche Behandlung, welche die vorliegende Erklärung verletzen würde, und gegen jede Aufreizung zu einer derartigen unterschiedlichen Behandlung.
Artikel VIII
Jeder Mensch hat Anspruch auf wirksamen Rechtsschutz vor den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen alle Handlungen, die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehende Grundrechte verletzen.
Artikel IX
Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.
Artikel X
Jeder Mensch hat in voller Gleichberechtigung Anspruch auf ein der Billigkeit entsprechendes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht, das über seine Rechte und Verpflichtungen oder aber über irgendeine gegen ihn erhobene strafrechtliche Beschuldigung zu entscheiden hat.
Artikel XI
1. Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist so lange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.
2. Niemand kann wegen seiner Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die im Zeitpunkt, da sie erfolgte, auf Grund des nationalen oder internationalen Rechts nicht strafbar war. Desgleichen kann keine schwerere Strafe verhängt werden als die, welche im Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung anwendbar war.
Artikel XII
Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, sein Heim oder seinen Briefwechsel noch Angriffen auf seine Ehre und seinen Beruf ausgesetzt werden. Jeder Mensch hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen derartige Eingriffe oder Anschläge.
Artikel XIII
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Freizügigkeit und freie Wahl seines Wohnsitzes innerhalb eines Staates.
2. Jeder Mensch hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren.
Artikel XIV
1. Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgungen Asyl zu suchen und zu genießen.
2. Dieses Recht kann jedoch im Falle seiner Verfolgung wegen nichtpolitischer Verbrechen oder wegen Handlungen, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen, nicht in Anspruch genommen werden.
Artikel XV
1. Jeder Mensch hat Anspruch auf Staatsangehörigkeit.
2. Niemand darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch ihm das Recht abgesprochen werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.
Artikel XVI
1. Heiratsfähige Männern und Frauen haben ohne Beschränkung durch Rasse, Staatsbürgerschaft oder Religion das Recht, eine Ehe zu schließen und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.
2. Die Ehe darf nur auf Grund der freien und vollen Willenseinigung der zukünftigen Ehegatten geschlossen werden.
3. Die Familie ist die natürliche und grundlegende Einheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.
Artikel XXVII
1. Jeder Mensch hat allein oder in Gemeinschaft mit anderen Recht auf Eigentum.
2. Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.
Artikel XVIII
Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfaßt die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden.
Artikel XIX
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfaßt die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.
Artikel XX
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu friedlichen Zwecken.
2. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.
Artikel XXI
1. Jeder Mensch hat das Recht, an der Leitung öffentlicher Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter teilzunehmen.
2. Jeder Mensch hat unter gleichen Bedingungen das Recht auf Zulassung zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.
3. Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt. Dieser Wille muß durch periodische und unverfälschte Wahlen mit allgemeinen und gleichem Wahlrecht bei geheimer Stimmabgabe oder in einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.
Artikel XXII
Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit. Er hat Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den Genuß der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten zu gelangen.
Artikel XXIII
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
2. Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
3. Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.
4. Jeder Mensch hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Berufsvereinigungen zu bilden und solchen beizutreten.
Artikel XXIV
Jeder Mensch hat Anspruch auf Erholung und Freizeit sowie auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und auf periodischen, bezahlten Urlaub.
Artikel XXV
1. Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Lebenshaltung, die seine und seiner Familie Gesundheit und Wohlbefinden einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztlicher Betreuung und der notwendigen Leistungen der sozialen Fürsorge gewährleistet. Er hat das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, Verwitwung, Alter oder von anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.
2. Mutter und Kind haben Anspruch auf besondere Hilfe und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche oder uneheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.
Artikel XXVI
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Der Unterricht muß wenigstens in den Elementar- und Grundschulen unentgeltlich sein. Der Elementarunterricht ist obligatorisch. Fachlicher und beruflicher soll allgemein zugänglich sein. Die höheren Studien sollen allen nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und Leistungen in gleicher Weise offenstehen.
2. Die Ausbildung soll die freie Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten zum Ziele haben. Sie soll Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen fördern und die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Aufrechterhaltung des Friedens begünstigen.
3. In ersten Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteil werdenden Bildung zu bestimmen.
Artikel XXVII
1. Jeder Mensch hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich der Künste zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Wohltaten teilzuhaben.
2. Jeder Mensch hat das Recht auf Schutz der moralischen und materiellen Interessen, die sich aus jeder wissenschaftlichen, literarischen oder künstlerischen Produktion ergeben, deren Urheber er ist.
Artikel XXVIII
Jeder Mensch hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in welcher die in der vorliegenden Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden.
Artikel XXIX
1. Jeder Mensch hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entwicklung seiner Persönlichkeit möglich ist.
2. Jeder Mensch ist in Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zwecke vorsieht, um die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten der anderen zu gewährleisten und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und der allgemeinen Wohlfahrt in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.
3. Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden.
Artikel XXX
Keine Bestimmung der vorliegenden Erklärung darf so ausgelegt werden, daß sich daraus für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht ergibt, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung vorzunehmen, welche auf die Vernichtung der in dieser Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten abzielen.
Kommentar: Das klingt wirklich alles recht ordentlich. Aber alles, so auch die Vereinten Nationen, vertreten dann schließlich die weltlichen Mächte. Bei der Befürwortung eines sogenannten Golfkrieges waren sie sich schnell einig, als es darum ging, die Erdölquellen zu sichern.
Im Jugoslawienkrieg sind die Vertreter da in New York recht zurückhaltend, wo die Menschenrechte nicht nur mit Füßen getreten sondern sogar im wahrsten Sinne des Wortes mit Penis und allem, was eine Machismo-Gesellschaft (vom Männlichkeitswahn besessen) zu bieten hat, verletzt werden.
Keine Stimme der Vereinten Nationen hat sich erhoben gegen das Asyl der Schwerverbrecher "Baby Doc" (Jean Claude Duvalier, Präsident von Haiti auf Lebenszeit), seit 1986 in Frankreich, oder gegen Jean Bedel Bokassa, dem selbsternannten Terror- Kaiser Bokassa I von Zentralafrika, seit 1979 ebenfalls in Frankreich (jedoch nach Hause zurückgekehrt). Denen wurde wohl der Artikel XIV der "Menschenrechtserklärung" zugestanden.
Wir sind also noch meilenweit davon entfernt, daß die "Menschrechtserklärung" für alle Menschen gilt.
Kritik: Da soll die Religionsfreiheit garantiert werden. Alles gut und schön. Aber darf im Rahmen der Religionsfreiheit dann z.B. nach islamischem Recht ("Fikh", Gelehrsamkeit) eine Ehebrecherin gesteinigt werden? (Der Ehebrecher natürlich nicht.) Darf im Namen Gottes einem Dieb die Hand abgehackt werden?
Darf die Religionsfreiheit dahingehend ausgenutzt werden, daß Menschen, die einer bestimmten Religionsgemeinschaft nicht angehören, tyrannisiert werden? Das fängt mit Glockenläuten und Gebetsausrufen an und hört mit Religionsunterricht, Diskriminierung von Mischehen, ja Verbot von Mischehen im Islam auf.
Sind Kinder noch keine Menschen? denn auf sie treffen die Menschenrechte nicht zu.
- Sie werden von den Eltern zum Besuch einer bestimmten Schule gezwungen, entgegen dem Artikel 12 (Berufsfreiheit, Verbot von Zwangsarbeit) der Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.
Sie werden zum Religionsunterricht genötigt (Artikel 7 des deutschen Grundgesetzes), um dann später als Pawlow'sche Hunde in der Religion behaftet zu bleiben, die die Eltern ihnen übergestülpt haben. Sie können sie nicht gegen die Kommunion (bei den Katholiken), gegen die Konfirmation (bei den Protestanten) wehren.
- Ihr Zimmer ist nicht unverletzbar (Artikel 13). Manche Eltern klopfen zwar an, wenn sie zu ihrem Kind wollen, sind aber nicht dazu verpflichtet.
- Sie haben keine Möglichkeit, sich bei einer staatlichen Stelle über Mißhandlungen durch die Eltern zu beschweren. (Es kommt vielleicht zu einer Untersuchung, wenn Nachbarn oder andere eine Anzeige wegen körperlicher Mißhandlung erstatten. Psychische Torturen werden nicht geahndet.) Die Kinder können nicht entscheiden, bei welchem Elternteil sie bleiben möchten, falls sich die Eltern trennen. Auf keinen Fall könnten sie eine Scheidung von ihren Eltern beantragen.
Das vorher Gesagte mag provozierend klingen, ist auch so gemeint und sollte zum Nachdenken anregen.
Das ungeborene Leben soll geschützt werden, das geborene aber nicht? Jedenfalls lassen sich die Schreier nach Schutz des ungeborenen Lebens nicht darüber aus, was mit den geborenen Menschen danach geschieht, wenn sie in dieser Welt sind.
Wann endlich wollen die Vereinigten Staaten von Amerika die Todesstrafe abschaffen?
Es gibt noch viel zu tun. Aber wer packt es an?
Fassen wir die Charta der Menschenrechte einmal in einer Tabelle zusammen mit Kurzkommentaren. Hierbei wird oft auf die verbindliche "Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten" Bezug genommen (als Abkürzung: EuroKonv). Diese Konvention ist in der Erstfassung am 4.11.1959 von folgenden Staaten unterzeichnet worden:
Belgien Bundesrepublik Deutschland
Dänemark mit Grönland Finnland
Frankreich
Griechenland (am 13.6.1979 außer Kraft und am 28.11.1974 wieder in Kraft getreten)
Großbritannien
Irland Österreich
Island Portugal
Italien San Marino
Lichtenstein Schweden
Luxemburg Schweiz
Malta Spanien
Niederlande Türkei
Norwegen Zypern
Wird das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zitiert, erscheint es als Abkürzung "GG".
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Artikel |
Inhalt |
Kommentare |
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I |
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit |
richtig! aber die Menschen werden durch die Erziehung verändert und können anschließend nicht mehr als gleich betrachtet werden. |
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II |
Diskriminierungsverbot |
wird in keinem einzigen Land befolgt: Kommt z.B. ein Minister zu einer Botschaft einer Industrienation, wird diese für den gesamten Publikumsverkehr geschlossen auch für Notfälle |
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III |
Recht auf Leben und Freiheit |
GG, Art. 2 |
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IV |
Verbot von Sklaverei/Sklavenhandel |
EuroKonv |
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V |
Verbot der Folter |
EuroKonv, doch Türkei ignoriert die Konvention, ohne Rechtsfolgen. In nahezu allen Entwicklungsländern wird gefoltert [x] |
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VI |
Anerkennung als Rechtsperson |
? |
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VII |
Gleichheit vor dem Gesetz |
GG, Art. 3 (auf dem Papier) |
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VIII |
Anspruch auf Rechtsschutz |
? |
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IX |
Schutz vor Verhaftung und Ausweisung |
EuroKonv |
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X |
Anspruch auf rechtliches Gehör |
GG, Art. 17 |
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XI |
Keine Vor- und Nachverurteilung |
EuroKonv, doch Bundesrepublik hält sich nicht daran und verurteilt DDR-Leute |
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XII |
Freiheitssphäre des Einzelnen |
GG, Art. 13, 14, 10 |
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XIII |
Freizügigkeit, Auswanderungsfreiheit |
GG, Art. 11 (zum Teil) |
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XIV |
Asylrecht |
GG, Art. 16 praktisch aufgehoben. Kaum ein Land gewährt noch Asyl. |
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XV |
Recht auf Staatsangehörigkeit |
EuroKonv, GG Art. 16 |
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XVI |
Ehefreiheit; Schutz der Familie |
EuroKonv, GG Art. 6 |
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XVII |
Gewährleistung von Eigentum |
EuroKonv, GG Art. 14 |
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XVIII |
Gewissens- und Religionsfreiheit |
EuroKonv, GG Art. 4 |
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XIX |
Meinungs- und Informationsfreiheit |
EuroKonv, GG Art. 5 |
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XX |
Versammlungs- und Vereinsfreiheit |
GG Art. 8, 9 |
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XXI |
Allgemeines, gleiches Wahlrecht |
GG Art. 38 |
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XXII |
Soziale Sicherheit |
Wäre das realisiert, |
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XXIII |
Recht auf Arbeit/gleichen Lohn, Vereinigungsfreiheit |
wären viele Probleme gelöst, vor allem wirtschaftli-cher Art (Dann gäbe es nämlich keine |
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XXIV |
Erholung und Freizeit |
wirtschaftlichen und sozialen Probleme |
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XXV |
Soziale Betreuung |
auf der Welt.) |
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XXVI |
Kulturelle Betreuung, Elternrecht |
nicht klar |
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XXVII |
Freiheit des Kulturlebens |
nicht realisiert |
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XXVIII |
Soziale/internationale Ordnung |
nicht realisiert |
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XXIX |
Grundpflichten |
nicht definiert |
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XXX |
Auslegungsvorschrift |
? |
[x] Folterung
Leider fehlen ja in der Vereinbarung der Vereinten Nationen die Verbindlichkeiten. Vor allem fehlen Hinweise, wie Volksverhetzung, Kriegstreiberei ("6. Säule" des Islam, unter A.1.2 b) ab Seite 28) zu verhindern wären und welche Mittel der Machtkontrolle eingeführt werden können.
Ansätze gibt es zum Glück mit Überlegungen, einen Gerichtshof für Kriegsverbrechen zu gründen. Dagegen werden sich aber die Inhaber der unterentwickelten Länder zur Wehr setzen; denn sie wären davon alle betroffen.
Immerhin bemüht sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verstärkt, bei internationalen Konflikten tätig zu werden, nachdem die Macht der ehemaligen Union der Sowjetrepubliken zusammengebrochen ist, die ständig von ihrem Vetorecht, Einspruchsrecht Gebrauch gemacht hatte (lateinisch: veto "ich verbiete").
Nun soll und will die Regierung des wiedervereinigten (großmächtig gewordenen) Deutschlands Mitglied in diesem Sicherheitsrat werden. Oppositionelle Kräfte warnen jedoch davor. Da hat eine Frau Anke Fuchs als Alternative vorgeschlagen (Juli 1993), statt dessen einen Vertretung eines Entwicklungslandes, z. B. eines kinderreichen Landes in Südamerika in den Sicherheitsrat zu wählen.
Kommentar: Ich spreche jeder Diktatur das Rechts ab, Mitsprache in einem Weltgremium zu haben, also dem Sicherheitsrat. (China reicht!) Als Alternative zu einer neu aufkommenden Großmacht, wie der Bundesrepublik Deutschland, sollte der winzigste Kleinstaat dieser Erde vertreten sein (jedoch mit einer demokratisch gewählten Regierung, z. B. die Niederlande). Damit würde demonstriert, daß die Großmächte ihre Interessen nicht nur unter sich abstimmen.
Internationale Institutionen, die Druck ausüben
Auf internationaler Ebene gibt es ein riesige Vielzahl von Institutionen und Vereinigungen, die zumindest moralischen Einfluß ausüben können. Es sollen nur einige erwähnt werden:
- Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, als Weltbank bekannt, nimmt einen immer stärker werden politischen Druck auf sogenannte Nehmerländer aus. Sie setzt Bedingungen für der Vergabe von Geldmitteln, z.B. zur Umorganisation von unwirtschaftlichen Verwaltungsstrukturen bis hin zur Einleitung eines Demokratisierungsprozesses.
- Die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA für International Development Association") vergibt als Tochtergesellschaft Kredite vor allem zur Verbesserung der Infrastruktur in Entwicklungsländern.
- Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO für "International Labour Organization") hat zur Aufgabe, die Arbeitsbedingungen in Mitgliedsländern der Vereinten Nationen aufeinander abzustimmen und zu verbessern.
- Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA für "International Atomic Energy Agency") wirkt als Kontrollinstanz zur Einhaltung internationaler Verträge zur Kernergienutzung, insbesondere zur Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages.
- Die Internationale Energie-Agentur (IEA) unter der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD für "Organization for Economic Cooperation and Development" zur Koordinierung der Wirtschaftspolitik und der Entwicklung) soll die Erdölversorgung von Ländern (in Notlage) sicherstellen und langfristig die Abhängigkeit von diesem Rohstoff verringern.
- Amnesty International, die internationale Hilfsorganisation für politische Gefangene, setzt sich für Menschen ein, die wegen ihrer Meinungsäußerung, Weltanschauung, Rasse oder aus ethnischen Gründen eingekerkert worden sind. Sie kämpft gegen die Todesstrafe und gegen die Anwendung von Folter [x].
Inzwischen versuchen die Vereinten Nationen die Rolle einer "Weltpolizei" zu übernehmen, obwohl sie in der Regel keinen Einfluß auf innere Angelegenheiten eines Staates nehmen können. Aber ansatzweise haben die überregionalen und internationalen Instanzen eine immer stärker werdende, zumindest moralische Bedeutung.
Schwächen: Die Großzahl der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen wird von Diktatoren regiert, die nach der Verfassung [x] der Staatenvereinigung ("Charta") Stimmrecht haben und ihre monopole Macht nicht einschränken lassen wollen.
Da gibt es die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), die von den ehemaligen Warschauer Paktstaaten vorgeschlagen worden war und dann am 3. Juli 1973 in Helsinki eröffnet wurde. 35 europäische Staaten waren beteiligt, dazu Kanada und die USA. Es wurden neben Sicherheitsfragen auch wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeitsmöglichkeiten erörtert.
Nach langem Hin und Her in langwierigen Verhandlungen einigte man sich (in einer dritten Phase am 30. Juli 1975) völlig unverbindlich auf folgende 10 (gedroschenen) Phrasen:
I. Souveräne Gleichheit und Achtung der Souveränität innewohnenden Rechte.
II. Enthaltung von Androhung und Anwendung von Gewalt.
III. Unverletzlichkeit der Grenzen eines Staates.
IV. Territoriale Integrität der Staaten.
V. Friedliche Regelung von Streitfällen.
VI. Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.
VII. Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten einschließlich der Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Überzeugungsfreiheit.
VIII. Gleichberechtigung und Selbstbestimmungsrecht der Völker.
IX. Zusammenarbeit zwischen den Staaten.
X. Erfüllung völkerrechtlicher Verpflichtungen nach Treu und Glauben.
Dazu wurden vertrauensbildene Maßnahmen auf militärischem Gebiet, Zusammenarbeit auf wirtschaftlichen und wissenschaftlichem Gebiet, in der Technik, bei Umweltfragen, beim Informations-, kulturellem und Bildungsaustausch beschlossen.
Kommentar: Das sind doch alles wohl Selbstverständlichkeiten bis auf die Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, was bedeutet, daß den Staatsbeherrschern das Recht eingeräumt wird, mit den Untertanen zu machen, was sie wollen. Das war ja früher auch so, daß Eltern ihre Kinder nach Lust und Laune mißhandeln durften. Selbst heute ist es immer noch ein heißes Eisen. Aber immerhin kann Anzeige erstattet werden (in einigen Industrieländern).
Die Verweigerung der Einmischung in sogenannte innere Angelegenheiten muß endlich durch verbindliches Völkerrecht mit Recht auf Eingreifen beseitigt werden. Nun so können die Menschenrechte endlich durchgesetzt werden.
Immerhin hat die KSZE mit den Nachfolgekonferenzen zur Bewußtseinsbildung beigetragen und die Auflösung des leninistisch-stalinistischen Staatensystems gefördert.
Atomwaffenabkommen
Erwähnt werden sollte noch:
- der Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen, kurz Atomwaffensperrvertrag genannt, der am 1. Juli 1968 von der damaligen UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken), den USA (United States of Amerika) und Großbritannien unterschrieben worden ist und am 5. März 1970 in Kraft trat. Während viele Staaten sich diesem Vertrag anschlossen, sind Frankreich, China und Indien ihm, selbst Atombombenbesitzer, nicht beigetreten.
- das Atomteststoppabkommen zwischen denselben Partnern wie vorher, das bereits am 5. August 1963 getroffen worden war und Kernwaffenversuche in der Luft, unter Wasser und im Weltraum verbietet. Mit Satelliten wird die Einhaltung von den USA überwacht. Unterirdische Versuche sind auf eine Sprengkraft von 150 Millionen kg TNT beschränkt.
TNT ist die Abkürzung für den chemischen Sprengstoff Trinitotoluol, schon nicht von schlechten Eltern und recht "wirksam" im Zweiten Weltkrieg. Es gibt 2 Arten von Kernwaffen:
- Die Atomspaltungsbombe (A-Bombe), wie sie auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden waren. Schwere Atome, wie Uran oder Plutonium sind bereits instabil und neigen dazu in leichtere Atome zu zerfallen. Die Teile haben eine etwas geringere Masse als die ursprünglichen Atome. Die Masse wird in Energie umgewandelt. Die Spaltung setzt schlagartig ein, wenn der Uran- oder Plutoniumklumpen eine bestimmte Größe überschreitet (kritische Masse). Man braucht also für die Zündung "nur" zwei unterkritische Massen ineinanderzuschießen (mit normalem Sprengstoff).
In den Kernkraftwerken (einer "gezähmten Bombe") wird spaltbares Material (in sogenannten Brennstäben angereichert) benutzt, wobei durch "Regelstäbe" oder Moderatoren (welche die Neutronen abbremsen, die vom spaltbaren Material ausgehen) die Kernreaktion kontrolliert wird. (Keine Angst, da kann nichts passieren bei den modernen Kraftwerken.)
Bei der Bombe jedoch wird eine solche Energie frei, daß im sogenannten Atompilz Temperaturen von 15 bis 20 Millionen Grad herrschen (Sonnenoberfläche "nur" 10 Tausend Grad).
Die Hiroshimabombe entsprach einer Sprengkraft von 12,5 tausend Tonnen TNT und die von Nagasaki von 22 tausend (oder 22 Millionen kg). Die 10-fache Sprengkraft darf also unterirdisch getestet werden. Das muß man sich mal vorstellen.
- Viel schlimmer sind nun die Kernfusionsbomben (H-Bombe). Da wird schwerer Wasserstoff (Deuterium oder Tritium) zu Helium verschmolzen. Wieder ist ein Masseverlust zu verzeichnen, weswegen Materie als Energie auftritt. Die Verschmelzung erfolgt bei Temperaturen von über 100 Millionen Grad. Kaum auszudenken, was das für Auswirkungen hat.
Um die H-Bombe (H für den wissenschaftlichen Ausdruck Hydrogenium = Wasserbildner, gemeint ist Wasserstoff) zu zünden, wird erst eine kleine A-Bombe benutzt, die die notwendige Fusions-(Verschmelzungs-)temperatur entstehen läßt. Die Sprengkraft liegt im Megatonnenbereich (Mega = Millionen) an "herkömmlichem" chemischen Sprengstoff TNT.
Die Militärexperten haben folgende Rechnung aufgemacht für eine angenommene Zündung einer 2 Megatonnen-Bombe über Hamburg:
Im Umkreis von:
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9 km |
alle tot zu 100%. Kein Baum, kein Strauch, kein Stein auf dem anderen (also Megatote). |
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bis 14 km |
50% tot, fast alles brennt, schwere Gebäudeschäden |
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bis 28 km |
zahlreiche Tote durch schwere Verbrennungen, zahlreiche Brände, mittlere Gebäudeschäden |
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bis 45 km |
Todesfälle durch Verbrennungen, vereinzelte Gebäudeschäden |
Dazu kommt radioaktive Verseuchung, die innerhalb von 2 Tagen (je nach Windrichtung) bis Berlin oder Göttingen oder zum Ruhrgebiet alles tötet (100-prozentige "Versaftung" heißt das bei den Militärs).
Bei Nordwind sterben bis Fulda 40% und in Ulm sind dann keine direkten Todesfälle mehr zu verzeichnen, aber schwere genetische Schäden zu erwarten.
Also 2 Millionen Tonnen TNT werden durch eine Bombe ersetzt und können zig Millionen Menschen in's Jenseits befördern. Auf diesem Gebiet sind meine Mitmenschen nicht schlecht. Das muß ich schon sagen. Fragen Sie mal die Militärs, wieviele von den Dingern sie haben? Sie werden staunen. Wenn die könnten, wie sie (aber natürlich nicht) wollen, dann bleibt von der Menschheit mit allem drum und dran nichts mehr übrig, und alle Probleme wären für einige Tausend Jahre endgültig gelöst: Der endgültige Sieg des Menschen über die Erde.
Es wird daran rumgebastelt, wie man nun die H-Bombe zähmen könnte, also die ungeheure Energie zur Stromerzeugung nutzen. Natürlich geht auch das. Wir Menschen sind zu vielem fähig. Aber fragen Sie mal die Verantwortlichen, wieviel Geld sie für die Entwicklung der Super-Bomben ausgegeben haben und wieviel für Forschungsprojekte, einen Fusionsreaktor zu bauen. Sie werden wieder staunen, wieviel mehr wert uns der Tod ist.
Also, die Problemchen bei der Zähmung der H-Bombe sind die, daß der schwere Wasserstoff erst bei über 100 Millionen Grad zu Helium werden will. Darunter tut er es nicht. Da müssen also riesige Magnete von einer unvorstellbaren Stärke ein so unvorstellbar heißes Plasma (griechisch: Geformtes, Gebildetes) irgendwo im Raum zusammenhalten. In diesem (natürlich gasförmigen) Plasma haben sich die Atome bereits in ihre Bestandteile aufgelöst und wollen gerne die Umgebung auch vergasen. Da muß also gekühlt werden. Da schwirren Teilchen durch die Gegend, was als Radioaktivität bezeichnet wird. Da kann niemand und nichts sich in die Nähe wagen. Trotzdem ist es den Wissenschaftlern gelungen, nicht nur die notwendige Temperatur zur Kernverschmelzung (Kernumwandlung von Wasserstoff in Helium) zu erreichen, ja sogar aus der für einige Sekunden gelungenen Fusion mehr Energie herauszubekommen als sie reingesteckt haben. (Ich meine natürlich nicht, die Forschungsenergie sondern die Energie physikalisch betrachtet.) Es klappt. Wir Menschen können sogar die Sonne im Laboratorium nachbauen, schon erstaunlich, nicht wahr?
Aber die wirtschaftliche Nutzung von Fusionsenergie ist mit einem riesigen Problemkomplex verbunden. Brennstoff wäre zwar für Millionen von Jahren vorhanden. Direkte schwer zu entsorgende Abfälle gibt es nicht. Aber wie Herr der entsetzlichen Radioaktivität werden? Da könnte sich niemand in die Nähe eines solchen vollautomatisches Kraftwerk wagen. Wie also Reparaturen ausführen? Alles Fragen, die natürlich gelöst werden könnten, wenn dafür Mittel bereit gestellt würden. Doch da ist wohl die Bombe doch vorzuziehen. Danach lechzen die Koreaner, die Pakistanis, der Sadam Hussein in seinem Irak; denn wer die Bombe hat, der kann jeden erpressen.
Die Margaret Hilda Thatcher, ausgebildete Chemikerin und Rechtsanwältin (eigenartige Kombination), die "eiserne Lady" von Großbritannien hatte in Erwägung gezogen, eine solche Bombe auf Argentinien zu setzen, damit die endlich von den ihr gehörenden kahlen Falkland-(Schafzuchts-)inseln ablassen würden, der britischen "Kronkolonie" im Südatlantik. (Zum Glück wurde sie durch ein demokratisches Staatsgefüge kontrolliert, und das ließ sie nicht so, wie sie gerne wollte. War vielleicht auch nur so eine Schnapsidee von ihr gewesen.)
Nachdem es Gerüchte gegeben hatte, daß im Inselbereich Ölvorkommen seien, hatten die Argentinier im April 1982 die Inseln besetzt, wurden aber rasch wieder davongejagt (ohne Superbombe).
Man stelle sich aber einmal vor, diese Frau Thatcher wäre uneingeschränkte Diktatorin gewesen. (Ich fand sie ganz gut, weil sie viel zum Beweis beigetragen hat, daß es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt bis auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale.)
b) Weltwirtschaftskonferenzen
c) Umweltkonferenzen
d)Das "Rote Kreuz" und der "Rote Halbmond", Genfer Konventionen
Obwohl weder das "Rote Kreuz" noch der "Rote Halbmond" einen Krieg ver-, nicht einmal behindert haben und den Krieg nur "menschlicher" machen wollten, sei doch auf die wirklichen "Wohltaten" dieser Organisationen hingewiesen.
Der schweizerische Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger, Henri Dunant, der 1910 im Alter von mehr als 82 gestorben ist, gründete, schockiert durch die Schlacht von Solferino im Jahre 1859, die Gründung des Roten Kreuzes an, deren bekanntes Wahrzeichen die Umkehr der schweizerischen Fahne ist, nämlich ein rotes Kreuz auf weißem Feld. Er betrieb die Einberufung einer Konferenz, die zu den Genfer Konventionen von 1864 führte. (Im italienischen Solferino, einem Ort in der Lombardei, bekriegten sich die Franzosen und die Österreicher, d.h. deren Staatsmänner. Die Völker waren ja nur aufgehetzt, um es immer wieder zu betonen.)
Zum Internationalen Roten Kreuz (IRK) gehören heute auch der Rote Halbmond (in der Türkei gegründet und in anderen islamischen Ländern, wie Syrien, tätig), sowie der iranische Rote Löwe mit der Roten Sonne. (Der israelische Rote Davidstern ist nicht Mitglied.) Diese Organisationen (IRK) haben sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, Kriegsfolgen zu lindern und sich für den Schutz und die Hilfe, insbesondere der Zivilbevölkerung bei internationalen Konflikten einzusetzen, sondern überhaupt humanitäre Hilfe zu leisten. Sie widmet sich dem Katastrophenschutz, überhaupt der Rettung von Menschen, die sich in Not befinden.
In Deutschland unterhält das Deutsche Rote Kreuz (DRK) 51 Krankenhäuser, 13 Kinderheime, 258 Altenheime, 14 Wohnheime für Behinderte, 37 Kur- und Erholungsheime und einiges mehr. Es transportierte 1985 über 3 Millionen Kranke, ist bekannt für Blutspendenaktionen, Rettungsdienste aller Art (auf den Straßen, bei Bergunfällen usw.). Es hat sich wirkungsvoll für Familienzusammenführungen eingesetzt, fast 2 Millionen Suchanträge erfolgreich klären können, ist also schon eine segensreiche Einrichtung.
In diesem Zusammenhang muß auf die Genfer Konventionen eingegangen werden.
D.5 Wissenschaftlicher Erkenntnisstand
D.5.1 Naturwissenschaften
a) Physik
b) Andere Naturwissenschaften
Ökologie, Biologie
Chemie
Ernährungswissenschaft (Landwirtschaft)
Gentechnologie
c) Medizin
Bakteriologie und Virologie
Immunologie
Pharmacie
Chirurgie
d) Soziologie
Psychologie und Erziehungswissenschaft
Wirtschaftsforschung
Altersforschung
e) Forschung und Lehre
f) Erkenntnisse und zukünftige Entwicklungen
D.5.2 Technische und wirtschaftliche Möglichkeiten
a) Derzeitige technische Möglichkeiten
Wir können davon ausgehen, daß niemand auf den erreichten Komfort verzichten will und daß andere Mitmenschen, die sich noch nicht auf einem Stand in einer Industrienation befinden, um eine entsprechende Teilhabe an den technischen Errungenschaften (berechtigter Weise) kämpfen werden.
Es gibt also nur die Möglichkeit,
- die Rohstoffe besser zu nutzen, immer wieder zu verwenden.
- die Energie ebenfalls mit höherem Wirkungsgrad bereitzustellen und auszunutzen.
Es sieht so aus, als ginge der Stromverbrauch in Deutschland seit 1992 leicht zurück, wie die folgende Grafik andeutet, jedoch nach einem starken Anstieg in den letzten Jahren.

Dem steht das Problem entgegen, daß die Tendenz zu kleineren Haushaltsgruppen zunimmt. Die Zahl der Einpersonenhaushalte steigt, die der Haushalte mit 5 und mehr Personen nimmt ab, wie die nachstehende Grafik am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland zeigt:
Da in jedem Haushalt ein Radio, ein Fernsehgerät, Kühlschrank und was sonst noch an Haushaltsgeräten zu erwarten ist, wird die Ausnutzung der Geräte sinken, so wie ja in einem Auto in der Regel auch nur eine Person sich transportieren läßt. Damit steigt natürlich der pro Kopf-Verbrauch an Energie.
Dieses Problem wird andererseits dadurch wieder gemildert, daß die Rohstoffausbeutung (der Wirkungsgrad) bei der Umwandlung von beispielsweise Kohle in Strom steigt, wie wieder an einer Grafik gezeigt wird:

b) Zukünftige technische Möglichkeiten
Es muß etwas getan werden und das recht kurzfristig. Das folgende Diagramm zeigt, daß beispielsweise die Erdgasvorkommen spätestens am Ende des nächsten Jahrhunderts fast restlos ausgeschöpft sein werden; denn es kann erwartet werden, daß das derzeit berechnete Ende der Erdagvorkommen für das Jahr 2060 nicht die letzte Schätzung sein wird. Neue Vorkommen werden entdeckt werden. Doch das Ende kommt, wenn auch vielleicht etwas später:

Es müssen also Wege gefunden werden, um den Energiebedarf aus anderen Quellen zu decken.
c) Notwendigkeiten kurz-, mittel- und langfristiger Art und Machbarkeiten
d)Machbarkeiten technischer und finanzieller Art
D.6 Betrachtung der Erde als Ganzes und Grenzen
Begrenzung durch den "Haushalt" der Natur...................................
Da gibt es die von dem 1939 geborenen britischen Meeresbiologen, James Lovelock, entwickelte Gaia-Theorie [12]. (Die Gaia war die Erdgöttin bei den alten Griechen.) Die Erde, so Lovelock, funktioniere wie ein komplexes Lebewesen. Wir, die Menschen treten wie krankmachende Bakterien oder Viren auf, die sich unaufhaltsam vermehren. (Dieser Gedanke stammt jedoch nicht von Lovelock sondern aus der sogenannten Grünen Bewegung.) Nun gibt es vier Möglichkeiten:
(i) Die Krankheitserreger müssen zerstört werden.
(ii) Es führt zu einer chronischen Infektion (also zeitlich unbegrenzten Krankheit).
(iii) Die Krankheitserreger zerstören den Wirt, in diesem Fall die Erde, und damit auch sich selbst.
(iv) Die eingedrungenen Krankheitserreger leben in und mit dem Wirt zusammen zu beiderseitigem Nutzen, Symbiose genannt. (Ein Beispiel: Ohne Darmbakterien könnten wir nicht leben, die unsere Verdauung unterstützen.)
Ein paar Zitate aus dem sehr lesenswerten Buch von James Lovelock (von mir mit Erklärungen in Klammern dazugesetzt):
"Gaia (gemeint ist die Erde als Ganzes) ist ein evolvierendes System, bestehend aus allem Lebendigen und seiner Oberflächenumwelt, den Meeren, der Atmosphäre, dem Krustengestein, wobei diese beiden Komponenten fest verkoppelt und nicht voneinander zu trennen sind... Es ist ein System, das aus der gemeinsamen und wechselseitigen Evolution (Entwicklung) der Organismen und ihrer Umwelt im Laufe des der Entwicklungszeitalter des Lebens auf der Erde hervorgegangen ist. In diesem System geschieht die Regulation (das Auspendeln) von Klima und chemischer Zusammensetzung völlig selbsttätig... Es bedarf also keiner teleologischen (zielgerichteten) Annahmen (der Naturereignisse), keiner Mutmaßungen über Absichten und Pläne in der Natur...
Die Gaia-Sicht... ist auch eine harte, wissenschaftliche Theorie unseres Planeten, die aus der neuen Möglichkeit der Vogelperspektive erwachsen ist. Diese Vogelperspektiven-Sicht der Erde als ein (als Ganzes zusammenhängendes) System... ist in erster Linie physiologisch (d.h. basiert auf den normalen und auch krankheitsbedingten Lebensvorgängen und Lebensäußerungen aller Lebewesen, also der Pflanzen, der Tiere und der Menschen). Es geht um das Verhalten des Gesamtsystems, nicht um einzelne Teile eines willkürlich in Biosphäre (dem von Lebewesen besiedelten Teil), Atmosphäre (der Luft), Lithospäre (die oberen 100 Kilometer der Erdschale) und Hydrospäre (dem Wasserteil einschließlich in der Atmosphäre) unterteilten Planeten. Das sind keine wirklich gesonderten Segmente (Teilbereiche) der Erde, sondern von akademischen Naturwisschaftlern bevölkerte Einflußsphären... Die Betrachtung der Erde als so etwas wie ein Lebewesen (ist) nur eine praktische und bequeme Möglichkeit, unser Faktenwissen über die Erde in einen stimmigen Gesamtzusammenhang zu bringen...
Es stimmt, daß unsere Gegenwart (als Menschen) die Landoberfläche und die Atmosphäre bereits nachteilig verändert hat. Wenn wir glauben, daß dies eine weltweite Krankheit ist, dann brauchen wir jetzt medizinischen Rat für die ganze Erde, praktische Ratschläge für die Wiederherstellung des Gesundheitszustandes. Wir können nicht abwarten, bis ein großangelegtes Froschungsprogramm das Heilmittel findet. Dazu bleibt keine Zeit... Man muß nicht unbedingt wissenschaftlich alles durchschaut haben, um zu guten Resultaten (Ergebnissen) zu kommen... (Die Römer) wußten, daß das Leben in Feuchtegebieten ungesund ist. Sie dachten, Krankheit werde durch schlechte Audünstungen verursacht, und legten die Sümpfe trocken... Die Krankheit, Malaria, wich. Hätten sie statt dessen Geld in die insektenkundliche und mikrobiologische Forschung gesteckt, so hätten sie vielleicht irgendwann den Malariaparasiten entdeckt und auch erkannt, daß er von Mücken übertragen wird. Aber bis dahin wären noch viele Menschen gestorben... und die Schlußfolgerung aus der wissenschaftlichen Erkenntnis wäre keine andere gewesen als die mit dem Laienverstand gezogene: die Sümpfe trockenlegen... In Europa nahm der millionenfache Tod durch Cholera und Typhus (Darmansteckungen) erst ein Ende, als sauberes Trinkwasser zur Verfügung stand. Aber die Wasserwirtschaft wurde nicht aufgrund exakter wissenschaftlicher Erkenntnisse reformiert, sondern lange vor der Identifikation der Krankheitserreger und vor der Entdeckung der Antibiotika.
Diesen pragmatischen Ansatz brauchen wir jetzt auch, wenn wir den Leiden des ganzen Planeten noch rechtzeitig begegnen wollen. Wir brauchen eine Erdheilkunde...
Die meisten Menschen der entwickelten Länder leben in dem Irrglauben, man brauche nur reichlich Geld in die Wissenschaft zu stecken, dann werde es auch Resultate geben. Manchmal ist es richtig...
Bedenken Sie, daß (in Großbritannien) für die Krebsforschung fast zehn mal mehr Geld ausgegeben wird als für die gesamte übrige medizinische Forschung und das Ziel der Heilbarkeit so fern ist wie eh und je.
Gute Naturwissenschaft schreitet langsam voran, und ihr Fortschritt ist nicht vorauszusehen, muß oft genug den entscheidenden Schlüsselgedanken eines genialen Kopfes abwarten..."
Kommentar: Ich stimme mit Lovelock völlig überein, daß wir keine Zeit mehr haben zu wissenschaftlichen Forschungen in allen Einzelheiten. Jetzt muß endlich gehandelt werden, sicher oft ganz unkonventionell. Die wichtigsten Probleme sind doch erkannt und die Lösungen sind offenkundig:
- Abbremsen der Weiterverbreitung der "Parasiten" unserer Erde, Menschen genannt,
- Reform der Wirtschaft dahingehend, daß
n die restlichen nur spärlich vorhandenen Rohstoffe äußerst schonend ausgebeutet werden durch Energieeinsparung, Wiederverwendung von Produkten usw. (worauf später näher eingegangen werden wird),
n die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten umverteilt werden zur Reparatur der angerichteten Schäden,
n endlich mehr soziale Gerechtigkeit durchgesetzt wird,
- Verhinderung von weiterer menschlicher Energieabschöpfung durch persönliche Interessen einzelnen Mitmenschen.
Ich halte James Lovelock für eine wichtige Persönlichkeit unserer Zeit, der "neuen Wind" in eingefahrene Denkbahnen bringt.
Die Systemanalytiker der Vereinigten Staaten von Amerika, Herr Dennis und Frau Donnella Meadows, sowie Jorgen Randers, haben die "Haushaltsbeschränkungen" der Erde, also der Rohstoffe und sonstigen "Kuchenstückchen", mit denen wir alle, die Menschen und die anderen Lebewesen auskommen müssen, festgestellt. Das, was wir jetzt machen, ist vergleichbar mit einem verfügbaren Gehalt, das wir in ein paar Tagen ausgeben, ohne daran zu denken, wovon wir danach leben können. Leider bietet die Natur, d.h. die Erde kein Auffangnetz, wie eine Sozialhilfe. Wenn nichts mehr da ist, dann ist eben Schluß.
In der Untersuchung der Meadows und von Herrn Randers [x] werden an hand von Modellen und Simulationen die Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich das Ökosystem unserer Erde entwickeln könnte, abhängig vom Verhalten der Menschen.
Aber nach ihrer Auffassung ist die Grenze des Erlaubten bereits überschritten:
- Zu viele Rohstoffe sind der Erde entnommen worden, so daß den nachfolgenden Generationen (früher oder später) nichts mehr bleibt.
- Das natürliche ökologische System kann mit den freigesetzten Giften, dem Müll und den Umweltschäden im Allgemeinen nicht mehr fertig werden.
- Die Grenze der von der Erde verkraftbaren Menschenzahl ist bereits überschritten. Darin liegt die Hauptursache für alle anderen Probleme.
D.7 Schlußfolgerungen
a) Der Mensch und seine Umwelt, sowie Fähigkeit zur Problemerkennung
Der Mensch ist Teil seiner Umwelt. So wie jedes Lebewesen liebt er Regeln und Gewohnheiten, fühlt sich nur in seinem, ihm bekannten Umfeld am wohlsten. Seine Behausungen sind in einem und demselben Landesteil innen und außen gleich. Für einen abweichenden Baustil gibt es keine Baugenehmigung. Das Gras im Garten wird kurzgeschoren. Die Blumen ähneln sich. Der Verbrauch an Unkraut-, Insekten- und anderen Schädlingsvertilgungsmitteln geht bei den privaten Besitzern von Häuschen mit Gärtchen nicht zurück. Die Kleidung richtet sich ausschließlich nach der Mode. Abweichler werden zumindest belächelt, aber nicht selten angegriffen. Wer in mittelständischen Kreisen in Europa nicht hin und wieder ein Glas Alkohol trinkt, begibt sich in eine Außenseiterstellung. Der Durchschnittsmensch mag keine Veränderung seiner Lebensgewohnheiten. Probleme, die den Einzelmenschen nicht direkt betreffen, werden zur Seite geschoben.
Die breite Masse der Bevölkerungen ist den einhämmernden Propagandaschlagworten der Mächtigen ausgeliefert. Diese Schlagworte werden geglaubt, da der sogenannte Durchschnittsmensch keine Möglichkeit der Überprüfung auf Richtigkeit dieser Werbesprüche (Parolen, Slogans) hat.
Nachdem nun endlich die Vertreter von Israël und die Führer der Palästinenser miteinander geredet und auch einige Abkommen getroffen haben, rief Herr Clinton, der derzeitiger Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika den Landesinhaber der Syrisch Arabischen Republik, den Präsidenten Assad (den Löwen) an, um ihn zu fragen, ob nicht auch sein Land endlich etwas aktiver an den Friedensgesprächen mit Israël teilnehmen wolle. Die Antwort des Hausherrn von Syrien soll in etwa folgendermaßen gelautet haben: "Im Prinzip würde ich schon gerne. Aber ich muß Rücksicht auf mein Volk nehmen."

Denn die Medien, die Propagandisten in Syrien haben jahrelang Israël für alle Probleme verantwortlich gemacht: Wegen der ständigen Bedrohung muß eine starke Wehrmacht vorhanden sein. Die Landesverteidigung steht an ersten Stelle, die weit über die Hälfte des Staatshaushaltes schluckte. Da muß der Gürtel enger geschnallt werden. Nun kann auch kein Diktator ja einfach seine Propaganda plötzlich wenden. Auf diesen Augenblick warten Konkurrenten, die damit eine Möglichkeit hätten, das aufgeheizte Volk für ihre Zecke auszunutzen und sich selbst an die Macht zu putschen.
Kommentar: Dieses Beispiel, aus Tausenden herausgegriffen, zeigt, wie sehr die Menschen von Propaganda abhängig sind, von deren Ideologien und den daraus hergeleiteten Feindbildern.
Als ich einmal in einer Runde von sogenannten europäischen Auslandsexperten, bestens ausgebildet mit Zugang zu allen Informationen, katholisch erzogen und den Glauben im Hinterkopf, bedauerte, daß während der alleinigen Macht der römisch-katholischen Kirche ab der Zeitrechnung bis zu den Reformationsbewegungen fast keine Entwicklung stattgefunden habe, fielen sie über mich her: "Da hat es doch die Zisterzienser-Mönche gegeben, die sehr viel für den Fortschritt in den Landwirtschaft und für das Handwerk getan haben..." Die Zisterzienser, ab dem Jahre Tausend tätig wurden, die Schlichtheit predigten und körperliche Arbeit (nicht geistige) befürworteten, ach ja, da sind mir auch einige Verbesserungen von ihnen bekannt, und da gab es auch immer schon die Kräuterweiblein, die herausfanden, welcher Tee gegen welche Krankheit half. Einige von ihnen wurden allerdings als Hexen verbrannt. Auch die uneingeschränkte Machtstellung kann den Unternehmungsgeist und den Wissensdrang der Menschen nicht ganz unterbinden. Aber ist das vergleichbar mit Wissenschaft und Forschung, wie sie heute betrieben wird und wie sie bereits im Altertum üblich war?
In den Industrienationen ist in den letzten Jahren ein sogenanntes Umweltbewußtsein "geschaffen" worden. Damit werden heute große Geschäfte gemacht: Abgasreinigungs-, Wasseraufbereitungsanlagen, Einrichtungen zur Müllbeseitigung, Beobachtungsstationen zur Feststellung des Verschmutzungsgrades und vieles mehr.
Das Rauchen ist zum Volksfeind Nummero Eins erklärt worden. Aber statt die Versicherungsprämien für Raucher zu erhöhen, wie angestrebt wird, sollten sie gesenkt werden; denn die Raucher haben nachweislich eine geringere Lebenserwartung und belasten damit die Rentenversicherungen nicht lange.
Das Erkennen von Problemen ist nur wenigen Menschen vergönnt. Falls sie nicht gleichzeitig zu dem zum Führen geborenen Personenkreis gehören, verhallen ihre Rufe in der Wüste. Ihre Veröffentlichungen und Berichte landen in der Ablage.
Ein anderes Beispiel, das "Die Welt" in ihrer Ausgabe vom 31.8.93 berichtet, sei kurz erwähnt: "An Frankreichs Eliteschulen müssen Studienneulinge sadistische Mutproben bestehen. (Diese Quälereien haben Tradition.)" Trotz offiziellem Verbot wird weiter gequält, befürwortet von Spitzenpolitikern, wie dem ehemaligen Präsidenten, Valéry Giscard d'Estaing, Freund des verrückten zentralafrikanischen Kaisers Bokassa I und der sadistischen Terrorherrscher Duvalier auf der Karibikinsel Haïti. (Der Sohn des 1964 selbsternannten Präsidenten François Duvalier, dieser Jean-Claude, Baby Doc genannt, wird immer noch von Frankreich beherbergt.) Ein Beispiel der Quälerei: Ein junger Student wird an einen Schienenstrang gefesselt, über Tonband das Herannahen eines Zuges vorgegeben. Der Junge stirbt vor Angst an einem Herzstillstand. Im nachfolgenden Prozeß, an den ich mich erinnere, sagte ein Lehrer oder was auch immer: "So jemand ist ja für das harte Leben sowieso ungeeignet" (will heißen: lebensuntüchtig und besser weg).
Kommentar: Die Erziehung zum Sadismus ist ja nicht nur auf die französischen Eliteschulen begrenzt. Sie ist von den meisten militärischen Ausbildungsgängen bekannt. Wen wundert da, wenn die aus diesen Erziehungsinstitutionen hervorgehenden Menschen zu allem fähig sind, nur nicht zu humanem Verhalten.
Wegen der Voreingenommenheiten und der leichten Beeinflußbarkeit der Menschen sind Änderungen nur durch starke Führungspersönlichkeiten, die ein Problem erkannt haben, möglich. (Es muß nur immer wieder auf die Gefahr hingewiesen werden, daß die zur Führung befähigte Person eine gegebene Situation lediglich zu eigenem Vorteil ausnutzen möchte.)
Wegen der leichten Beeinflußbarkeit des Menschen, kann er leicht Opfer einer Propaganda werden, das heißt zum Werkzeug eines Volksverführers.
b) Der zweigeteilte Mensch, einmal als primitiv biologisches Wesen und zum anderen als erkenntnisfähiges Wesen
Begegnet ein Mensch einem anderen, der sexuell anziehend auf ihn wirkt, geht er nicht einfach gleichgültig weiter. Bei einem Spaziergang durch einen Wald, wo Sträucher mit Beeren stehen, kann kaum jemand sich bescheiden, nicht einige zu probieren. Die Versuchung, Obst, das über den Zaun hängt, zu erreichen, ist zu groß. Nicht selten wird dabei ein Kleidungsstück zerrissen. Da bricht also ein natürliches Bedürfnis durch, so wie bei einer wohlgenährten Hauskatze, die einer Maus begegnet. Da der Mensch weiß, daß er bei einem Fall von einer hohen Mauer sich verletzen könnte, hält ihn die Angst davor zurück, auf eine Einfassung zu klettern, von es tief hinabgeht. Die beiden Triebe, der Selbsterhaltungs- und der Fortpflanzungstrieb treiben uns als primitive biologische Wesen und bestimmen oft den Großteil unserer Handlungen.
Als die einzigen Lebewesen auf dieser Erde können wir jedoch weit über unsere täglichen und rein biologischen Bedürfnisse hinausblicken (wenn wir wollen). Aber so wie der Mensch alles als Kind lernen muß, bleibt die Erkenntnisfähigkeit verschüttet, wenn sie nicht geweckt und gepflegt wird.
Nach den derzeitigen Gegenheiten in Form von Ausbildung und Wissen sind nur wenige Menschen befähigt, neue Erkenntnisse zu bekommen. Selbst wenn diese Erkenntnisse vorhanden sind, ist es noch ein weiter Weg, die Handlungen auf grund dieser Erkenntnisse zu verändern, insbesondere dann, wenn Probleme erkannt worden sind, die einen selbst nicht unmittelbar betreffen.
Die nicht nur die Menschen, sondern auch andere Mitlebewesen bedrohenden Umweltveränderungen lösen eine Art Abwehr gegen entsprechende Erkenntnisse aus: "Was geht das mich an? Was nach mir passiert, sollte mir scheißegal sein," (Meinung eines, als Entwicklungsexperten eingesetzten Professors).
c) Gemeinsamkeiten und Unterschiede in verschiedenen Ländern
Da es keine Rassenunterschiede gibt und auch keine Unterschiede in den Bedürfnissen der Menschen, ist die Frage zu klären, warum eine Auflistung der Ansprüche in der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen in keinem einzigen Land auf dieser Erde für alle Staatsbürger eines solchen Landes verwirklicht worden ist. Die Antwort ist sehr einfach: Es scheitert an den Machtinteressen einzelner Personen. Diese übertragen (projizieren) ihre eigenen Interessen auf Volksgruppen, die sie zu Mitläufern machen.
Es ist kaum anzunehmen, daß plötzlich nach dem Verfall der sozialistisch-leninistischen Ländern, die Serben und die Kroaten und die Muslime ihr eigenes Land haben wollen, weswegen sie die schlimmsten Ereignisse durch einen blutigen Krieg über sich ergehen lassen.
Die heute noch bestehenden Unterschiede bei verschiedenen Volksgruppen und in verschiedenen Ländern (oder Ländergruppen) sind geschichtlich bedingt, also auf grund mehr oder weniger langer Traditionen gegeben, wie zum Beispiel:
- Entwicklung zu Demokratien (Boris Jelskin ist der erste frei gewählte Präsident von Rußland),
- Diktaturen in Entwicklungsländern auf grund von Gewohnheiten, wonach die Bevölkerungen nie eine freiheitliche Ordnung kennen gelernt haben,
- Subsistenzwirtschaft in vielen Volksschichten, da darüber hinausgehende Bedürfnisse nie erkannt worden sind,
- kapitalistische Wirtschaftsformen, in denen man weit entfernt von demokratischen Gedanken ist.
Da die Menschen in Großunternehmen der Diktatur der Firmeneigner oder -leiter unterworfen sind, können sich leicht Organisationen bilden wie die Mafia als ein bestimmter Auswuchs eines profitablen Geschäftemachens mit allen Mitteln. Mafiamitglieder "genießen" einen gewissen Schutz durch ihre Organisation, die alles tut, um sie aus einem Gefängnis herauszubekommen, wenn ein Bandenmitglied "erwischt" worden ist. Der Übergang von kriminellen Drogenhändlern zu legalen Waffenhändlern ist fließend. Beiden Händlergruppen ist gemeinsam, daß sie keine Skrupel haben, was für Folgen sich aus ihren Lieferungen ergeben können. Die Einnahme von Drogen kann sicher - in Maßen genommen - ein Genuß sein. Der Gebrauch von Waffen ist jedoch immer mit einem Zerstörungswunsch, mit Gefährdung von Leben verbunden (Lustmord an Tieren zumindest, was als weidmännischer Sport bezeichnet wird). Selbst das Sportschießen auf feste oder geworfene Scheiben befriedigt eine Zerstörungslust: Volltreffer in die Scheibenmitte steht für Treffer in's Herz (was die Sportkommentatoren dann auch manchmal sagen: "Mitten in's Herz getroffen...). Die Freude am Zerplatzen der getroffenen Tonschscheibe ist ähnlich zu sehen.