E. G l o b
a l e Z u k u n f t s a u s s i c h t e n
I n h a l t:
E.1 Die
Katastrophe
><
E.2
Abwendungsmöglichkeiten, Machbarkeiten
><
E.3 Umsetzung
derzeitiger Erkenntnisse ><
E.4 Einflüsse von kaum
vorhersehbaren Naturereignissen ><
E.5 Planspiele: Überlebensmöglichkeiten
und Überlebenswahrscheinlichkeiten zukünftiger Generationen
><
Treibhausgase und ihr Beitrag zum natürlichen Treibhauseffekt (s.a.
Treibhauspotenzial)
- Wasserdampf (H2O) – 21 °C
- Kohlendioxid (CO2) – 7 °C
- Lachgas (N2O) – ca. 2,4 °C
- Ozon (O3) – ca. 2,4 °C
- Methan (CH4) – 0,8 °C
- andere Treibhausgase – zus. ca. 0,6 °C
Die kurzwellige Sonnenstrahlung wird an der Erdoberfläche zu
einem großen Teil absorbiert, damit in Wärme abgewandelt und als
Wärmestrahlung wieder abgestrahlt. Treibhausgase können
aufgrund ihrer chemischen Natur in unterschiedlichem Ausmaß die
Wärmestrahlung
absorbieren und so die Wärme in die Atmosphäre abgeben.
Die Treibhauswirksamkeit eines Gases, also wie stark die
Freisetzung eines Gases zum Treibhauseffekt beitragen kann,
hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Der pro Zeiteinheit
freigesetzten Gasmenge (Emissionsrate), den spektroskopischen
Eigenschaften des Gases, d.h. wie stark es die Wärmestrahlung in
bestimmten
Wellenlängenbereichen absorbiert, und seiner
Verweilzeit in der Atmosphäre.
Die atmosphärische Verweilzeit ist die Zeit, die ein Stoff im
Durchschnitt in der Atmosphäre verbleibt, bevor er durch
chemische oder andere Prozesse wieder aus ihr entfernt wird. Je
länger die Verweilzeit eines Treibhausgases ist, desto höher ist
auch die theoretische Wirkung.
Relative Treibhauspotenziale (Global Warming Potential GWP)
über verschiedene Zeithorizonte; (a) Kohlendioxid (CO2),
Methan (CH4) und Lachgas (N2O), (b)
chlorierte oder fluorierte Verbindungen
Ein Maß für die Treibhauswirkung eines Gases pro Kilogramm
Emissionsmenge ist das stoffabhängige sog. relative
Treibhauspotential (global warming potential, GWP), in dem
die Absorptionseigenschaften und die Verweilzeit berücksichtigt
sind.
Das relative Treibhauspotenzial ist eine auf das Kohlendioxid
normierte Größe, mit der die Wirkung eines Treibhausgases mit
der
äquivalenten Menge Kohlendioxid verglichen wird. So hat
beispielsweise Methan ein relatives Treibhauspotenzial von 23,
d.h. 1 kg Methan hat die gleiche Treibhauswirkung wie 23 kg
Kohlendioxid. Allerdings sind diese Äquivalenzfaktoren noch mit
gewissen Unsicherheiten behaftet.
Das relative Treibhauspotenzial wird in der Regel auf einen
Zeithorizont von 100 Jahren bezogen, d.h. es wird die über einen
Zeitraum von 100 Jahren nach der Emission gemittelte
Erwärmungswirkung betrachtet. Bezieht man es auf einen anderen
Zeithorizont, verändert sich, entsprechend der atmosphärischen
Verweildauer, auch das relative Treibhauspotential. Enthält ein
Treibhausgas ein oder mehrere Chlor- oder Fluoratome so erhöht
sich dessen relatives Treibhauspotential aufgrund der hohen
chemischen Stabilität deutlich gegenüber Treibhausgasen ohne
Halogenatom(e).
Treibhausgase sind gasförmige Stoffe, die
zum
Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen
natürlichen als auch einen durch Menschen
verursachten Ursprung haben können. Sie
absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen
Infrarotstrahlung, die sonst in das Weltall
entweichen würde. Ein Teil dieser Energie wird
dann zusätzlich zum Sonnenlicht zurück auf die
Erdoberfläche abgestrahlt.
Die natürlichen
Treibhausgase heben die durchschnittliche
Temperatur an der Erdoberfläche um etwa 30 °C
auf +15 °C an. Ohne diesen
natürlichen Treibhauseffekt hätte die untere
Atmosphäre im
globalen Mittel nur −18 °C, was
Leben auf der Erde vielleicht unmöglich
gemacht hätte.
Die Zunahme bestimmter Treibhausgase wird
großteils auf menschliche Aktivitäten
zurückgeführt. Die im
Kyoto-Protokoll reglementierten Gase sind:
Kohlendioxid (CO2, dient als
Referenzwert),
Methan (CH4),
Distickstoffoxid (Lachgas, N2O),
teilhalogenierte und perfluorierte
Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs) und
Schwefelhexafluorid (SF6).
Wie beurteilen Sie die Lage, wenn Sie es geschafft haben, sich
bisher durchzulesen? (Falls Sie jedoch erst hier mit dem Lesen beginnen, werden
Sie auch folgen können.)
Kann die Zeitbombe noch entschärft werden? Die Antwort auf diese
Frage kann mit einem ganz klaren Ja (trotz allem) beantwortet werden, aber nur,
wenn...
Es besteht keine Hoffnung,
- wenn da nach wie vor ein mächtiger Papst (mit
Unfehlbarkeitsanspruch) durch die Lüfte schwebt, um seinen Anhängern zu
verbieten, den gottgewollten Kindersegen einzudämmen (als Beispiel zur
Verhinderung einer weiteren Bevölkerungsexplosion),
- wenn die Mächtigen dieser Erde sich nicht im
Allergeringsten um ein Gemeinwohl sondern nach wie vor um ihr rein persönliches
Eigenwohl kümmern (wenn sie nicht strengeren Kontrollen unterworfen werden),
ja wenn durch das Gerangele unter den korrupten, egoistischen und
rücksichtslosen Mächtigen viel Energie an Kontrollen und an Handlungen gegen
ihren Willen erforderlich ist,
- wenn die Menschen so tun, als bestünde keine Gefahr und
nach wie vor Umweltgifte freisetzen, um beispielsweise ihre Wäsche weißer als
das weißeste Weiß vorzeigen zu können,
- wenn die wirtschaftlichen und politischen Systeme nicht den
wirklichen Notwendigkeiten angepaßt werden, nämlich endlich weg von der
kleinst- und kleinststaatlichen Denkweise,
- wenn den Ideologen nach wie vor die überwiegende Masse der
Menschen nachlaufen, ja wenn den Predigern, den Fundamentalisten jeder Art von
Ideologie (sprich Religion) nach wie vor mehr Anhänger zulaufen, als auf
wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Verhaltensnotwendigkeiten
durchzuführen,
- wenn die Psychologie nicht zur Meinungsbildung mit Bezug
auf die Lage, in der wir uns befinden, eingesetzt wird anstatt ausschließlich zur Werbung für
das weitere Wachsen des Wirtschaftsmammons,
- wenn die Menschenrechte nicht verwirklicht und dadurch
immer neue Aufstände und Unfrieden nach wie vor angeregt werden, was dringend
erforderliche Mittel zur Bekämpfung von Terrorismus und Unruheherden bindet,
- wenn die Kriminalität steigt und die innere Sicherheit und
das öffentliche Straßenrennen noch mehr Polizeikräfte erfordern,
- wenn nicht derzeitig vorhandene technische Neuerungen
angewandt werden insbesondere zur Energieeinsparung, selbst wenn diese
Neuerungen zu Preiserhöhungen führen,
- wenn keine Gelder zur Forschung ausgegeben werden, um
Alternativen zu finden, wie wir die wenigen, verbliebenen Rohstoffquellen
schonen könnten,
- wenn zu allerletzt die Ausgaben für militärische Zwecke
eingeschränkt und die notwendigen Mittel zur Reparatur der Umweltschäden und
zur Einführung neuer Wirtschaftssystem abgeschöpft werden,
- wenn den Menschen eigentlich das Überleben der
nachfolgenden Generationen ziemlich gleichgültig ist.
„Erneuerbare Energien“ bringen auf keinen Fall die
alleinige Lösung:
Es wird optimistisch angenommen, daß
bereits der heutige Erdölbedarf auf der ganzen Welt allein aus Pflanzenölen
gedeckt werden könnte. Versuchen wir einmal eine Überschlagsrechnung anzustellen
(nach Überlegungen von M. Fukuoka):
In Afrika könnten je Jahr und Hektar
aus Ölpalmen 10-Tausend Liter Kraftstoff hergestellt werden. Etwa 3 1/2
Milliarden Liter benötigt die gesamte Menschheit (nach einer Schätzung der
SHELL). Es müßten also in Afrika 3 1/5 Millionen Quadratkilometer nur mit
Ölpflanzen (z.B. "Echter" Ölbaum oder Rizinus in tropischen Gebieten) bestückt
werden. Das entspricht mehr als 10% der gesamten afrikanischen Landfläche -
wohlbedacht nach derzeitigem Stand des Verbrauchs. Da jedes Jahr die
Pferdestärkenzahl um ein Vielfaches angehoben wird mit entsprechend erhöhtem
Verbrauch (wenn auch nicht proportional), kann man sich ausrechnen, wann die
gesamte landwirtschaftlich nutzbare Fläche auf dieser Erde nur noch den
Raffinerien zur Verfügung stehen muß; denn da wollen vor allem Chinesen und
Inder auch alle Autos haben.
Neben den Ölpalmen gibt es ja auch noch
zum Heizen, vor allem in den so anheimelnden offenen Kaminen, die
(nachwachsenden) Wälder.
Was bieten die Klugscheißer aber für ausgehendes Erdgas und
Kohle, auch spätestens bis Mitte 2150 (siehe Diagramm
>hier<). Nun da wird uns schon 'was einfallen....
Nach einer Großversuchsserie in Simbabwe ist bewiesen, daß aus Raps vollwertiger
"Diesel"-Brennstoff synthetisiert werden kann. Legen wir einmal die
Eigeninteressen der Hamburger Elektrizitätswerke (HEW) beiseite. Sie schreiben
aber absolut korrekt in ihrem Magazin „Okay HEW": "Gerade aus Gründen des
Umweltschutzes sollte der angeblich so umweltfreundliche Dieselkraftstoff aus
Raps-Öl nicht benutzt werden... Zwar ist der Biotreibstoff Rapsmethylester
umweltneutral, weil die Pflanze zum Wachsen genausoviel Kohlendioxid aus der
Luft holt, wie sie bei der Verbrennung wieder aNg; bt. Auch läuft jeder
Dieselmotor mit dem Rapskraftstoff ohne Umbauten einwandfrei. Aber: Ein Hektar
Anbaufläche erbringt pro Jahr nur tausend Liter Raps-Diesel - und davon
verbraucht der Landwirt bei der Feldbestellung selbst schon ein Drittel, meint
die HEW. Die Folge wären riesige Rapsfelder. Derartige Monokulturen müßten mit
Millionen Tonnen an Pestiziden geschützt werden - mit unwägbaren Gefahren für
Grund- und Trinkwasser."
Kommentar:
Die Überlegungen zum Ersatz der ausgehenden Rohstoffe durch "erneuerbare"
Energien erinnern mich an rechtsradikale Vereinfachungen wie: 4 Millionen
Arbeitslose in Deutschland. Schmeißt man 4 Millionen Ausländer raus, ist das
Problem der Arbeitslosigkeit gelöst.
Wie empfindlich ein über Jahrmillionen ausbalanciertes
Öko-System ist, zeigen die Formeln und die Simulationsprogramme um das Team von
Hartmut Bosselt. (>Hier< mal schauen!)
In den gängigen Lexika findet man zur Berechnung des
Heizungsbedarfs:
Holz hat einen Heizwert von 5000 WattStunden (5 kWh) - ist
aber nur bei Berücksichtigung des Wirkungsgrades zwischen 1 und 2,5 kWh (in
Europa) ausnutzbar. Der Rest geht in die Luft.
Die Erde bietet
theoretisch den Wäldern zur Zeit fast 4 Milliarden Hektar (40 Millionen
Quadratkilometer - weniger als 10% der gesamten Erdoberfläche, einschließlich
Meere). Jährlich ist der Baumbestand stark rückläufig durch Abholzung.
Zum Heizen werden mindestens 7 Liter Heizöl je Quadratmeter
Wohnfläche benötigt, jedoch häufig 25 Liter. Das sind 82 kWh bis 292 kWh (ohne
Wirkungsgradverluste).
Nun braucht der Mensch auch noch warmes Wasser.
Es wird bei einem
durchschnittlichen (auf Weltbevölkerung geschätzter) Wohnraum von 5 qm und
Warmwasserbedarf bei ausschließlicher Holznutzung (mit allerhöchstens 10% in
einem Entwicklungsland) ganz, ganz grob geschätzt von der gesamten
Weltbevölkerung doch mindestens 10 Milliarden Kilogramm Holz benötigt. Das
schaffen die Wälder bei einer Abholzungsrate zwischen 15 Jahren (für Mittelwadl)
und 80 Jahre (für Hochwald) kaum, es sei denn, wir haben nur noch absolut reinen
und sorgfältig organisierten Nutzwald.
E.1 Die Katastrophe
E.1.1 Anzeichen der
Katastrophe
a) Zunehmende
Umweltschäden
Klimaveränderungen
Der Kohlendioxidgehalt der Luft steigt ständig und wird eine
Klimaveränderung bewirken, die sich bereits ankündigt. Ob die Temperatur
ansteigt oder zumindest vorerst durch vermehrte Verdunstung der Weltmeere und
damit Regen fast gleich bleibt, ist noch nicht geklärt.
Folgen:
Mit sehr großer Wahrscheinlich wird es wärmer (was Wissenschaftler
fast übereinstimmend errechnet und simuliert haben),
I. wodurch die Eiskappen der Pole früher oder später
schmelzen und das steigende Meer ganze Landstriche schluckt,
II. weswegen es entweder trockener wird, so daß die Wüsten
sich weiter ausbreiten und beispielsweise im nördlichen Europa statt Roggen
und Äpfel, Mais und Kiwis bevorzugt wachsen und statt Eichen sich Palmen wohl
fühlen,
III. oder es fallen vermehrt wolkenbruchartige
Niederschläge, was zu einem nahezu tropischen Wachstum führt.
IV. Es kann sein, daß die Temperaturunterschiede zwischen
Sommer und Winter weniger stark ausfallen als derzeit oder daß
V. nur der Sommer wärmer wird.
VI. Die Klimaveränderungen können sich vielleicht auch nur
regional auswirken. Das heißt, nicht alle Kontinente sind gleichermaßen
betroffen.
Mit Sicherheit kommt es aber zu Klimaveränderungen durch den
Anstieg des Kohlendioxidgehaltes. Nur sind die Auswirkungen nach dem
derzeitigen Erkenntnisstand nicht vorauszuberechnen (was meiner Ansicht nach
ein viel größeres Risiko ist, da keine Gegenmaßnahmen im Voraus geplant
werden können).
Der Anstieg des Kohlendioxidgehaltes in Verbindung mit anderen
"Verunreinigungen" der Luft bewirkt allein keinen Treibhauseffekt. Die
Vorgänge verlaufen ganz anders und viel komplexer als in einem Treibhaus ab, wo
die Sonnenstrahlen durch das Glas eindringen. Das, was im Treibhaus wächst und
der Boden werden erwärmt. Die Wärme kann aber nicht raus, weil eben das
Treibhaus geschlossen ist.
Kohlendioxid in der Luft wirkt als Reflektor für Wärmestrahlen.
Weniger Sonnenstrahlen kommen zur Erde. Aber die Erdwärme kann auch nicht in den
Weltraum strahlen. (Das Innere der Erde ist ja bekanntlich glühend heiß.)
Dennoch hält sich diese einmal gemachte Aussage hartnäckig, statt
richtiger zu sagen: "Klimaveränderungseffekt".
Der zunehmende Flugverkehr, der manchmal bei hoher
Lufdtfeuchtigkeit den ganzen Himmel mit Kondenzstreifenresten bedeckt, ...
Folgen der
Ozonschichtveränderung:
Wie wir im Kapitel D.2.2 d) gesehen haben, dauert es also lange
Zeit, bis durch die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) die Ozonschicht
angegriffen wird (Verzögerungszeit nach Freiwerden nahe dem Erdboden: 15 Jahre).
Die Ozonausdünnung läßt verstärkt Ultraviolette Strahlung bis zu
uns auf der Erde herab durch mit den Folgen:
- Gefahr von Hautkrebs (um 3 bis 5 mal höher, wenn Strahlung
sich verdoppelt durch Abnahme der Ozonschicht um 1 %),
- Schädigung der Augenhornhaut und der Netzhaut
(Schneeblindheit),
- Zerstörung kleinster Lebewesen (vor allem Einzeller). UV-
Strahlung wird ja zur "Desinfektion" (Keimtötung), z.B. zur Abtötung von
Schimmelpilzen angewendet. Im Wasser bilden aber die oberflächennahen
Mikroorganismen das Fundament der Nahrungskette. Die Vernichtung hat also
verheerende Folgen für alle Meerestiere.
- Abnahme der Blattgröße und des Wuchses grüner Pflanzen,
damit Rückgang der Ernteerträge (bei Ausdünnung der Ozonschicht um 1 % etwa
auch Rückgang der Ernteerträge um den gleichen Wert). Nichtnutzpflanzen
("Unkräuter") sind unempfindlicher gegen UV-Strahlung.
- Schädigung der Erbträger, was zum Aussterben einiger Tier-
und Pflanzenarten führt, während neue Arten entstehen. Dadurch wird das
Gleichgewicht des derzeitigen Ökosystems zerstört.
Die Folgen, in Verbindung mit dem bevorstehenden Klimawechsel,
sind (noch) nicht abzusehen.
Boden- und
Wasserverseuchung durch Abfälle
Ein Großteil des Erdbodens ist verseucht durch
Chemikalien (als Düngemittel, durch Versprühen von Insekten- und
Unkrautvertilgungsmitteln) und durch Abfälle jeder Art.
Die Gewässer sind verschmutzt, dadurch daß zuerst
unbedacht und dann sogar entgegen allen Kenntnissen Abfälle jeder Art in die
Flüsse und Meere eingeleitet wurden und auch noch werden, vor allen in den
Entwicklungsländern (wo jedoch kaum über die Umweltgefahren geredet wird oder
besser gesagt, geredet werden darf).
Das zur Kühlung von Industriemaschinen, insbesondere in den
Elektrizitätskraftwerken (einschließlich Atomkraftwerken) benutzte Wasser erhöht
bei Rückführung in die Gewässer die Temperatur.
Folgen: Die Selbstreinigungsmöglichkeit des gesamten Ökosystems wird eingeschränkt.
Was zu viel ist, ist zu viel. Die Bodenverunreinigungen dringen in's Grund- und
damit früher oder später in unser Trinkwasser.
Durch eine Temperaturerhöhung wird im Wasser gelöste Luft mit dem darin
enthaltenen Sauerstoff "ausgetrieben". Der Sauerstoff jedoch dient zur
(kalten) Verbrennung (Oxydation) vieler Verunreinigungen.
Die eingeleiteten hohen Mengen an Verunreinigungen zerstören alles Leben in den
Gewässern, die durch Verzehr geringer Verunreinigungen zur Selbstreinigung
beitragen. Viele Gewässer sind bereits weitgehend "tot".
Ausbeutung der wenigen,
verbleibenden Naturrohstoffe
Wälder wurden zuerst unbedacht und werden heute aus
Profitgier, trotz Kenntnis der Folgen, rücksichtslos abgeholzt.
In den letzten 20 Jahren (seit 1980) sind um die 2 Millionen
Quadratkilometer Waldfläche vom Erdboden verschwunden. Das ist eine Fläche von
der Länge 2 Tausend Kilometern und der Breite von Tausend Kilometern, also etwa
so groß Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Holland, Luxemburg, Deutschland
zusammengenommen.
Folgen:
Syrien und Irak wurden einmal als der Garten Eden bezeichnet. Nachdem die
Wälder dort verschwunden sind, hat sich eine Wüste entwickelt, in der zwischen
Mai und November kein Tropfen Regen mehr fällt. Ich bin oft über die
Sahara-Wüste (Nordafrika) hinweggeflogen, oft über dichte Wolkenfelder. Aber es
regnet nicht. Es fehlen die "Kristallisationskerne", sagen die Physiker, die
Feuchtigkeitstropfen, die von den Ausdünstungen der Pflanzen ausgehen und die
schließlich das "Faß zum Überlaufen" bringen (den Regen).
Wie wir gesehen haben, breiten sich die Wüsten durch die Eingriffe
des Menschen immer weiter aus.
Kommt es zu Niederschlägen, fehlen die Pflanzen (wie jetzt schon
in fast allen islamischen Ländern), die das Wasser wie Schwämme erst einmal
stauen könnten. Das Regenwasser fließt als alles mitreißende Flüsse ab. Die
Reste von Ackerkrumen verschwinden im Meer und dessen Spiegel steigt
zusätzlich neben der Aufnahme von Schmelzwasser .
b)
Kampf um die letzten Rohstoffe
Der Krieg gegen Irak zu Beginn des Jahres 1991 war bereits eine
gewaltsame Auseinandersetzung um den Rohstoff Öl. Weitere werden unweigerlich
in den nächsten Jahren folgen, falls es zu keiner Einigung über die Nutzung der
nur noch begrenzt verbliebenen Rohstoffe als Allgemeingut aller Menschen kommt.
(Nicht einmal Ansätze sind zu sehen, daß die Rohstoffbesitzer mit einer
Einschränkung ihrer Rechte einverstanden sein werden.)
E.1.2 Zeitlicher Verlauf
der Katastrophe
a) Bevölkerungswachstum
Die nachstehende Kurve zeigt den groben Verlauf des
Bevölkerungswachstums ab dem Jahre 1700 und, aus dem Kurvenverlauf
hochgerechnet, bis zum Jahre 2100.
Im Jahre 1700 waren etwa 500 Millionen Menschen auf der Welt,
durchaus für die Erde ertragbar. Die Milliardengrenze wurde etwa 1930
überschritten und stieg dann rapide an.
Vor dem Jahr 2000 wird die 6-Milliardengrenze überschritten und
die, nach wissenschaftlichen Berechnung letztlich noch erträgliche Zahl von 8
Milliarden gegen 2020. Der Zuwachs danach ist also nur rein "akademisch". Die
nach der Formel einfach weitergerechnete Zahl von 44 Milliarden im Jahre 2100
wird es nicht geben. Sie werden sich auf keinen Fall ernähren können.

Die späteren Simulationen im Kapitel E.5 werden zeigen, wie das
Wachstum der Bevölkerung verlaufen wird in Abhängigkeit von dem, was wir ab
jetzt oder später oder zu spät tun.
b) Zerfall des
derzeitigen Wirtschaftssystems
Die derzeitigen Wirtschaftssysteme werden spätestens nach der
Ausbeutung der Rohstoffe ihr Leben aushauchen, wenn es den Verantwortlichen
nicht gelingt, sich auf die sich verändernde Situation einzustellen.
Es gibt zwar Ansätze des Umdenkens bei einigen Unternehmern. Aber
die Mehrheit ist nach wie vor nur in kurzfristiger Sicht behaftet. Sie will
nicht wahrhaben, daß sie inzwischen auf einer spiegelglatten Eisfläche rollt,
obwohl das Eiswarnthermometer warnend aufleuchtet. Wenn sie dann in einer Kurve
aus der Fahrbahn geschleudert werden, ist keine Korrektur der Fahrweise mehr
möglich und sitzen mit blutender Nase in ihrem Blechhaufen.
c) Klimaveränderungen
Die Eisberge sowie die Gletscher schmelzen. Der
Meeresspiegel wird steigen. Wer alles untergeht, kann noch nicht gesagt werden:
In Deutschland Düsseldorf und zumindest Hamburg?
Es wird befürchtet, daß der Golfstrom nicht mehr bis um Schottland herum fließt.
Dann allerdings könnten die Eisberge sich vorerst wieder erholen.
d) Beginn des
Aussterbens
Die Hungersnöte werden weiter zunehmen. Wenn derzeit noch zu große
Härtefälle durch Nahrungsmittellieferungen aus den Lägern der reichen Länder
abgemildert werden können, geht das bei einer Zunahme der Hungergebiete nicht
mehr.
e) Verzweifelte und
grausame Kämpfe um's Überleben
Es ist kaum anzunehmen, daß sich die Länder, in denen die
Hungersnöte zunehmen, gegen die vorerst reich bleibenden Industrienationen
wehren bzw. sie angreifen können. Dazu sind sie vor allem technisch nicht in der
Lage.
Aber untereinander werden sie sich zerfleischen, um an die letzten,
spärlich vorhandenen Bissen zu gelangen.
E.2
Abwendungsmöglichkeiten, Machbarkeiten
Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, daß
Zukunftsaussichten zum Überleben uns folgender Generationen nur dann gegeben
sind, wenn
- die Zahl der Menschen auf der Erde etwa 8 Milliarden nicht
übersteigt,
- die Menschen ein Gleichgewicht mit der Natur, nicht nur als
Gesamtökosystem sondern auch mit aufgegliederten Systemen, wahren,
- die verbliebenen Rohstoffe geschont werden und aus unseren
Abfällen immer wieder das Ausgangsmaterial für neue Produkte gewonnen wird
(Wiederaufbereitung und Rückführung in den Rohstoffveredelungskreislauf, heute
"Recycling" genannt),
- die wirtschaftlichen Aktivitäten, wie Energie-Erzeugung, um
uns mit elektrischem Strom zu versorgen und um uns fortzubewegen, keine weitere
Veränderung der Luftzusammensetzung bewirkt,
- die Umwelt nicht weiter belastet wird durch Chemikalien
jeder Art, wie Pflanzenschutzmittel, Insektenbekämpfungsmittel, Düngemittel,
Abgase, Einleitung von Chemikalienabfällen in den Boden und die Gewässer,
- die angerichteten Schäden zu rasch wie möglich
repariert werden, z. B. durch intensive Wiederaufforstung, Reinigung der
Gewässer und der Luft.
"Unmöglich", sagen viele, die für die Umsetzung dieser Forderungen
verantwortlich sind, "denn dann können wir uns gleich alle einen Strick kaufen."
Aber es ist möglich, wenn...
die Liste in der eingangs zu diesem Kapitel gegebenen Stichpunkte
nur bejahend dargestellt werden. Es wäre also durchaus möglich,
- wenn ein mächtiger Papst (mit Unfehlbarkeitsanspruch)
durch die Lüfte schwebt, um seine Anhänger zu überzeugen, den
Kindersegen einzudämmen (als Beispiel zur Verhinderung einer weiteren
Bevölkerungsexplosion),
- wenn die Mächtigen dieser Erde sich vorrangig um ein
Gemeinwohl (neben persönlichem Eigenwohl) kümmerten,
- wenn sie miteinander in Wettstreit treten würden, um sich
als "wahre und bewundernswürdige Führer" hervorzutun,
- wenn die Menschen sich der Gefahr bewußt und keine
Umweltgifte mehr freisetzen würden, und sich mit sauberer Wäsche begnügen
könnten (was neue, biologisch abbaubare Waschmittel durchaus erlauben und wegen
des Fehlens von Bleichmitteln auch die Lebensdauer der Wäsche erhöhen),
- wenn die wirtschaftlichen und politischen Systeme den
wirklichen Notwendigkeiten angepaßt würden, endlich weg von der kleinst- und
kleinststaatlichen Denkweise,
- wenn die Ideologen bei der überwiegenden Masse der Menschen
keinen Widerhall mehr finden würden, ja wenn den Predigern, den
Fundamentalisten jeder Art von Ideologie (sprich Religion) die Anhänger
wegliefen und diese auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende
Verhaltensnotwendigkeiten durchzuführen bereit wären,
- wenn aus der geschichtlichen Entwicklung auf jedem Gebiet
Lehren gezogen würden,
- wenn die Psychologie zur Meinungs- und Bewußtseinsbildung
mit Bezug auf die Lage, in der wir uns befinden, eingesetzt würde anstatt zur
Werbung für das weitere Wachsen des Wirtschaftsmammons,
- wenn endlich die Menschenrechte verwirklicht werden würden,
um endlich Aufstände und Unfrieden loszuwerden,
- wenn die Kriminalität eingedämmt und die innere und äußere
Sicherheit gewährleistet werden könnte, und die sportliche Komponente aus dem
öffentliche Straßenrennen verschwinden würde, damit der Aufwand an
Polizeieinsätzen runtergesetzt werden könnte,
- wenn derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt
würden insbesondere zur Energieeinsparung, selbst wenn diese Neuerungen zu
Preiserhöhungen führen,
- wenn mehr Gelder zur Forschung ausgegeben werden könnte, um
Alternativen zu finden, zur Schonung der wenigen, verbliebenen
Rohstoffquellen,
- wenn die Ausgaben für militärische Zwecke eingeschränkt
und die notwendigen Mittel zur Reparatur der Umweltschäden und zur Einführung
neuer Wirtschafts- und Sozialsystem bereitgestellt würden,
- wenn den Menschen das Überleben der nachfolgenden
Generationen keineswegs gleichgültig wäre.
Nun sollen die oben aufgelisteten Notwendigkeiten im Einzelnen
näher beschrieben werden:
I. Es wird nicht möglich und auch nicht nötig sein, die
Macht der mächtigen Religionsführer zu beseitigen. Es wird aber nicht leicht
sein, sie davon zu überzeugen, was im Interesse des Überlebens der Menschen
notwendig ist. Auf grund ihres Ansehens und ihres Einflusses auf ihre Anhänger
könnten sie einen wichtigen Beitrag leisten zur Aufklärung und zur
Durchsetzung notwendiger Reformen.
Jedoch das Problem, sie zu überzeugen, wird schwer
lösbar sein und nur möglich werden, wenn viele gut informierte und bestens
ausgebildete Anhänger, ebenfalls in angesehenem Amt und in "Würden", auf sie
einwirken.
Leider wird ein solcher "Umerziehungsprozeß" nicht von
heute auf morgen gehen. Aber viel Zeit haben wir ja nicht mehr.
II. Wir haben gesehen, daß ohne Leute, die zur Führung
geboren sind, Interessen zur Erreichung eines Gemeinwohls nicht oder kaum
durchgesetzt werden können. Die Mächtigen müssen mit allen Mitteln, inbesondere
der Psychologie dazu gebracht werden, daß sie sich eher einen Namen und ein
größeres Ansehen verschaffen können, wenn sie einen wesentlichen Beitrag zur
"Rettung des Planeten" Erde geleistet haben. Der Mächtige strebt ja nicht nur
nach wirtschaftlicher Macht sondern auch nach Geachtetwerden. Dieses Streben
kann ausgenutzt werden.
Eine solche Überzeugungsarbeit wird in demokratischen
Systemen mit Meinungsfreiheit nicht schwer sein, ist aber in Diktaturen fast
unmöglich. Doch wird sehr wahrscheinlich der Einfluß aus Veröffentlichungen
dort, wo die Meinung nicht eingeschränkt ist, auch bei solchen Machthabern nicht
ungehört verhallen, die jegliche Kritik unterdrücken. Dabei kann davon
ausgegangen werden, daß grundsätzlich keine Mensch nur schlecht ist, während
andere nur gut sind.
Es fällt also der Presse und den Medien eine sehr große
Verantwortung zu. Öffentliche Diskussionen und was auch immer für
Veröffentlichungen müssen natürlich objektiv geführt und abgefaßt werden.
Niemand ist zu überzeugen, wenn er lediglich beschimpft und persönlich
angegriffen wird.
Wenn wir den geschichtlichen Verlauf betrachten, dann
haben viele Herrscher ja auch Fortschritte eingeleitet. Sie leben nicht
isoliert und handeln häufig durch Beeinflussung guter und falscher Beratung.
III. Es kann durchaus gelingen, die Mächtigen zu einem
Wettstreit miteinander anzuregen, um sich als "wahre und bewunderungswürdige
Führer" hervorzutun.
Daher muß immer wieder an die Medien appelliert werden,
behutsam, möglichst objektiv und nicht polemisch an die so ungeheuer wichtige
Arbeit zu gehen.
Die eigentliche Macht liegt heute zweifellos zu einem
wichtigen Teil bei den Medien in den Nationen, wo Meinungsfreiheit nicht
unterdrückt ist.
IV. In den Industrienationen sind sich die meisten Menschen
sich der Gefahr durchaus bewußt, was sie durch Freisetzen von Umweltgifte
anrichten. Aber sie unterliegen dem traditionellen Denken, aus dem sie nicht so
leicht herausfinden. So sind sie darin behaftet, daß der Rasen um ihr mühsam
erworbenes Häuschen kurz und einheitlich sein muß. Ein gewisser Wildwuchs
(objektiv viel schöner und vielseitiger als das uniformierte Grün mit
"gepflegten" Blumenbeeten) wird von den Nachbarn als Verkommenlassen ausgelegt.
Die Einschränkung des Giftverspühens geht also nur über
strengere Gesetze, wobei jedoch die Industrielobby versuchen wird, sie zu
verhindert.
An diesem Beispiel sehen sie, wie komplex, also
miteinander verzahnt die Problemstellungen sind.
V. Der Wildwuchs der derzeitigen wirtschaftlichen und
politischen Systeme ist das derzeitig größte Hindernis zur Beschleunigung der
bevorstehenden Katastrophe.
Wie im nächsten Kapitel näher beschrieben, wird es
beispielsweise ohne einen machbaren und gut überlegten allgemeinen
Weltwirtschaftsplan nicht mehr gehen.
Die Staatengemeinschaften sollten sich hüten,
vorschnell sich abspaltende und als unabhängig erklärende Staaten vorschnell
anzuerkennen. Eine Anerkennung setzt die Vorlage eines Plan voraus, wie ein
solcher Staat sich wirtschaftlich und sozial in die bestehenden Gemeinschaften
einordnen will.
VI. Damit die Ideologen bei der überwiegenden Masse der
Menschen keinen Widerhall mehr finden, müssen sich die verantwortlichen
Staatsführer ihrer Verantwortung bewußt sein, jedem Bürger
ein Mindestmaß an wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit zu garantieren, so
wie es in der Charta der Menschenrechte niedergelegt ist. Der entsprechende
Anspruch aller Menschen sei hier wiederholt:
Artikel XXII
Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht
auf soziale Sicherheit. Er hat Anspruch darauf, durch innerstaatliche
Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der
Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den Genuß der für seine Würde
und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten zu gelangen.
Artikel XXIII
1. Jeder
Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und
befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
2. Alle
Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen
Lohn für gleiche Arbeit.
3. Jeder
Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende
Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende
Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu
ergänzen ist.
**************
Nur wenn diese von fast allen Staaten der Welt
angenommenen Übereinkunft verwirklicht wird, haben es kaum noch Menschen nötig,
sich in vermeintliche Auswege, in die Hoffnung auf Hilfe durch eine
außerweltliche Macht und auf eine Entlohnung nach dem Tode zu verlieren.
VII. Die geschichtliche Entwicklung lehrt uns, daß erst nach
Zulassung der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt die wirtschaftliche, soziale
und kulturelle (künstlerische, wissenschaftliche und technische) Entwicklung
ganz erhebliche Fortschritte möglich geworden sind, wenn auch mit schlimmen
Rückschritten, wie beispielsweise durch den Ersten und den Zweiten Weltkrieg.
Aber ganz zweifellos hat eine Weiterentwicklung stattgefunden, die uns jedoch
auch an den Rand der Katastrophe gebracht hat.
Daraus ist die Lehre zu ziehen, daß Machtkontrolle und
Machteinschränkung, bzw. Machtverteilung die einzigen Voraussetzung ist, eine
weitere Entwicklung möglich zu machen.
VIII. Was vorher unter den Punkten I. bis III. gesagt worden
ist, geht nicht ohne Anwendung der Psychologie zur Meinungs- und
Bewußtseinsbildung mit Bezug auf die Lage, in der wir uns befinden.
Nichtbeachtung der psychologischen Erkenntnisse wird die Mächtigen dieser Erde
in eine Selbstverteidigungssituation treiben.
IX. Die Verwirklichung der Menschenrechte ist eine
unabdingbare Voraussetzung zur Eindämmung von Aufständen, Terrorismus und
Unfrieden. Die Präambel zu den Menschenrechten sei wegen ihrer Wichtigkeit hier
wiederholt:
Es ist zu beachten, daß
- "ein Verkennen und die Mißachtung der
Menschenrechte zu barbarischen Handlungen geführt haben, wobei das Gewissen der
Menschheit mit Füßen getreten worden ist, und daß als höchstes Ziel der breiten
Masse die Schaffung einer Welt anzustreben ist, wo die menschlichen Wesen unter
Rede- und Gedankenfreiheit frei sein sollten von Schrecken und von Kümmernis;
- es von besonderer Bedeutung ist, die
Menschenrechte durch Herrschaft von Recht zu schützen, damit der Mensch sich
nicht zu gewalttätiger Erhebung gegen Tyrannei und gegen Unterdrückung
gezwungen sieht als einem letzten Mittel."
- wenn die Kriminalität eingedämmt und die innere und äußere
Sicherheit gewährleistet werden könnte, und die sportliche Komponente aus dem
öffentliche Straßenrennen verschwinden würde, damit der Aufwand an
Polizeieinsätzen runtergesetzt werden könnte,
- wenn derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt
würden insbesondere zur Energieeinsparung, selbst wenn diese Neuerungen zu
Preiserhöhungen führen,
- wenn mehr Gelder zur Forschung ausgegeben werden könnte, um
Alternativen zu finden, zur Schonung der wenigen, verbliebenen
Rohstoffquellen,
- wenn die Ausgaben für militärische Zwecke eingeschränkt
und die notwendigen Mittel zur Reparatur der Umweltschäden und zur Einführung
neuer Wirtschafts- und Sozialsystem bereitgestellt würden,
- wenn den Menschen das Überleben der nachfolgenden
Generationen keineswegs gleichgültig wäre.
Die Ziele, zu denen die nachstehenden Reformen führen müssen, sind
ganz klar definiert in der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen.
E.2.1 Politische
Reformen
a) Schritte der Reformen
auf Einzelstaatsebene
b) Reformen auf
regionaler Ebene
c) Weltpolitische
Möglichkeiten
d) Reform der Staatsformen
(Demokratien, vor allem der Diktaturen,
verstärkter Minderheitenschutz, Wahlrechtsreform, Staatsverwaltung auf
Weltbundesebene)
E.2.2 Soziale Reformen
a) Begrenzung des
Bevölkerungswachstums
Mit wirtschaftlicher Sicherstellung geht erfahrungsgemäß ein
Rückgang der Geburtenzahl einher. In der Bundesrepublik Deutschland,
beispielgebend für eine Industrienation, nimmt die Bevölkerungszahl
wahrscheinlich in Zukunft ganz erheblich ab, was sich nur deshalb nicht so
stark auswirkt, weil mehr und mehr Ausländer aufgenommen werden und auch
aufgenommen werden müssen. Nur durch den Zustrom junger ausländischer Menschen
kann der Staat seine sozialen Verpflichtungen erfüllen; denn die Überalterung
der einheimischen Bevölkerung wird zunehmen.
Schauen wir uns einmal die Prognose an:

Nachdem eingesehen worden ist, daß die uns naturgegebene (von
den Religionen aber 8unterdrückte) Sexualität, übrigens als Antrieb sogar zur
Forschung und Wissenschaft (als Neugierde), Freude bereitet, zu einem
glücklichen Leben voll ausgelebt werden sollte und damit kein Thema hinter
verhohlener Hand und in Bierlaune für dreckige Witze mehr sein braucht, können
Methoden zur Verhütung der Schaffung eines neuen Lebewesens beim lustvollen
Zusammensein mit einem Partner anderen Geschlechts offen diskutiert werden.
Um beim intimen Zusammensein mit einem Mitmenschen den maximalen
Genuß zu ermöglichen, sollten "mechanische" Verhütungsmittel, wie Kondome (über
den Penis gestreifte Gummis) aus der Produktion genommen werden; denn die "Vor-
und Nachbereitung" mit solchen Dingern beim Geschlechtsakt sind unzumutbar,
obwohl für manchen Menschen durchaus stark anregend. (Daher können keine
allgemeinen Empfehlungen ausgesprochen werden. Jedem muß die Möglichkeit
gegeben bleiben, seine Wünsche auszuleben, jedoch nur soweit niemand dabei
Schaden nimmt.)
Da heute jedoch wegen der Gefahr durch Geschlechtskrankheiten,
insbesondere durch das immunschwächenden Virus HIV (AIDS = Acquired Immunity
Deficiency Syndrom) Kondome die sichersten Mittel gegen Ansteckung bei einem
wenig bekannten Partner sind, kann vorerst darauf nicht verzichtet werden.
Um die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern,
sollten regelmäßige Blutuntersuchungen durchgeführt, jedoch nicht staatlich
angeordnet werden.
Es stehen heute folgende Möglichkeiten der Empfängnisverhütung
zur Verfügung:
- die Pille für die Frau
- die Pille für den Mann
- Sterilisation, was beim Mann die einfachste Methode
darstellt, da kein schwerer Eingriff erforderlich ist. Es wird einfach nur der
Samenleiter durchtrennt.
b) Schritte der Reformen
bestehender Kulturstrukturen
c) Reformen auf
regionaler Ebene
d) Machtverteilung und Machtkontrolle und
zur Erreichung einer Mindestlebensqualität für alle Menschen und Einführung
einer Verbindlichkeit für die Menschenrechte
e) Ausgleich des
"Nord-Südgefälles"
E.2.4 Wirtschaftliche
Reformen
Eine Wirtschaftsreform kommt mit Sicherheit nicht von alleine. Da
muß Druck ausgeübt werden, der wahrscheinlich - wie immer - von "unten" kommen
muß; denn die Regierungen vertreten (konservativ) die Interessen der
Machthaber.
Es werden sich wahrscheinlich (weitere) Bürgerinitiativen bilden,
die jedoch kaum Gehör finden, falls sie sich nicht zusammenschließen.
a) Art der Reformen
b) Gesetze,
Verordnungen, Richtlinien
c) Schritte der Reformen auf
Einzelstaatsebene, auf regionaler Ebene und weltwirtschaftliche Möglichkeiten
d) Gemeinsame Rohstoffverwaltung und
-nutzung, sowie Wiederverwendung von Rohstoffen
Wir haben gesehen, daß die Vorräte an Rohstoffen in den nächsten
Jahren zu Ende gehen (früher oder später, was jedoch zur Zeit überhaupt nicht
zur Sprache kommt).
Wegen der Wichtigkeit dieser Tatsache sei die Tabelle, diesmal als grafische
Darstellung wiederholt:

e)
Energieeinsparungen und Umstellung auf alternative Quellen
f) Umverteilung der finanziellen Mittel
g) Beseitigung der Umweltschäden
E.2.5 Ständige Aufklärung der Menschen über
die Situation, in der sie sich befinden und über Machbarkeiten zur
Kastastrophenverhinderung, zumindest Milderung der Katastrophe
b) Kritik an bestehenden
Systemen
Es wird viel in den Medien an den Bestehenden System
"rumgemeckert", aber nur in den Industrienationen. Täglich wird von Skandalen
berichtet, z.B. in den ersten Julitagen 1993 allein aus Deutschland:
- Affäre um das Aufklärungsflugzeug "Lapas": Gegen Norbert
Gilles, Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, ist Anklage wegen
"Vorteilsnahme, Bestechlichkeit und Untreue" erhoben. (Er soll deutschen und
ausländischen Rüstungsfirmen unrechtmäßig Aufträge zugeschustert haben. Die
Bestecher gehen aber ungeschoren davon; denn in der Industrie ist Bestechung
kein Delikt.)
- Auf einem Bahnhof wird ein mutmaßlicher Terrorist, der sich
der Festnahme widersetzt, erschossen. Der Fall kann nicht geklärt werden, obwohl
viele Zeugen vorhanden. Der Innenminister tritt zurück und der
Generalbundesanwalt wird zurückgetreten.
- Plutonium-Reste aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen
Republik liegen ungesichert umher. Die Verantwortlichen von Bund und Ländern
können sich nicht über die Verantwortung für die Entsorgung einigen.
- "Parlamentarier lassen sich großzügig aus den
Fraktionskassen bedienen. Gesetzliche Kontrollen sind leicht zu umgehen" ("Der
Spiegel" 29/1993.)
- Geldfälscherei: 1,7, Millionen an nachgemachtem Geld wurden
von der Polizei aus dem Verkehr gezogen.
- Ignazio López wechselt gegen 5-Jahresvertrag von 30
Millionen Mark und einige andere Mitarbeiter von Opel zu VW. Er soll eine
Wagenladung an betriebsinternen und geheimen Dokumenten mitgebracht haben, was
VW energisch bestreitet. (Lopez ist bekannt als rücksichtloser Einkäufer.)
- Hungerstreik gegen Arbeitsplatzverlust in einem
thüringischen Kalibergwerk, das geschlossen oder saniert (gesundgemacht)
werden soll. Regierung redet von Erpressung.
- In der Universitätsklinik von Hamburger erlitten
krebskranke Patienten schwere Strahlenschäden.
- Ein Fotograf und ein Grafiker haben eine Stellwand gemietet
und ein Plakat mit 3 Ordnungshütern als Affen aufgeklebt, das die Sätze
enthielt: "nichts hören, nichts sehen, nichts sagen" als Anspielung auf den Tod
des oben erwähnten mutmaßlichen Terroristen. Das Plakat wurde von der Polizei
entfernt. (Artikel 5 - Meinungsfreiheit - des Grundgesetzes nicht mehr gültig
in Deutschland?)
- Pleite einer Reisegesellschaft "Travelline" genannt, die
offensichtlich gefälschte Flugscheine verkauft haben, d.h. ohne Reservierung
bei entsprechenden Fluggesellschaften. Tausende von Urlaubern wurden
ausgeflogen und dann saßen sie fest, da keine Rückbuchung von der
Reisegesellschaft bezahlt worden war.
Kommentar: Dieser Fall ist deshalb so
erwähnenswert, weil die deutsche Regierung haftbar gemacht werden kann; denn
sie hat versäumt eine Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft anzuwenden,
wonach Reisegesellschaften die Kunden gegen solche Ereignisse zu versichern
hat. "Dann hätten die Leute um die 3 Mark mehr für den Urlaubsflug zahlen
müssen", erklärt die zuständige Ministerin. Sie hat es also nur gut gemeint,
nicht wahr? Denn 3 Mark ist viel Geld, wenn die Leute in einem Urlaub Tausende
ausgeben. Die Strafrechtsverfolger erzählen der Presse, daß die
Verantwortlichen in der Pleitefirma alle bekannt seien und ihr Aufenthaltsort
auch. Es bestünde kein Anlaß, sie wegen einer strafbaren Handlung in Gewahrsam
zu nehmen. Dabei ist die Aushändigung eines Flugscheines, der keine "Deckung"
hat, also für den das Geld für den Transport nicht an die Fluggesellschaft
weitergegeben worden ist, wie ein gefälschter Geldschein, die bewußte
Ausstellung eines ungedeckten Schecks, was als Betrug gewertet wird, aber nur
im kleine Stil offensichtlich.
Es kann nicht hoch genug eingeschätzt
werden, daß solche "Vorkommnisse" von den Medien verbreitet werden dürfen (in
Entwicklungsländern undenkbar).
An dieser Stelle möchte ich einen
Kommentar von Viktor Butscher, Mitarbeiter der Deutschen Welle, zitieren, der
im Zusammenhang mit der oben erwähnten Lopez-Affäre (als "Politisches
Tagebuch") steht und am 1. und 2. August 1993 ausgestrahlt wurde. Herr Butscher
hat mir freundlicher Weise erlaubt, seine Ausführungen zu verwenden:
"Es gibt auch Fernseh-Erlebnisse,
die niemand so schnell vergißt, so etwa vergangener Woche. Die Szene war an
theatralischen Effekten unüberbietbar. Kein Mephisto auf der Bühne hätte das
so hingekriegt: Mit schneidender Ironie, von geradezu sadistisch-lustvoller
Mimik begleitet, sprach da VW-Chef Piëch von ganz oben herab über die Opel AG.
Mundwinkeln und Gesichtsausdruck fiel dabei die Aufgabe zu, besondere
Verachtung beziehungsweise eigene Urkraft auszudrücken. Der zu VW gewechselte
Spitzenmanager Lopez habe keine geheimen Industrieunterlagen von seinem früheren
Arbeitgeber Opel/General Motors mitgenommen - und wenn, dann sei ihm der Inhalt
jenes Koffers untergeschoben worden. Die geradezu diabolische Gebärdensprache
des VW-Mephistos strahlte unendliche Überlegenheit, Eiseskälte und Verachtung
aus. Zwischen der Nummer eins der europäischen Automobilbranche und der Nummer
vier liegen Welten, suggeriert er mit erzbösem Blick und laszivem" (lüstern,
wollüstigem) "Mienenspiel. Dann fallen Worte wie »Feldzug«, »Schlacht«, ja
»Krieg«: ein Krieg übrigens, den er »mit allen Mitteln« gewinnen wolle - so die
Sprache des konzerngewaltigen Siegers...
Doch wie bei Kriegen, die Politiker
und Generäle erklären, so stellt sich auch hier die Frage: Wer bezahlt am Ende
die Rechnung, auf wessen Kosten gebärden sich die hohen Industriekapitäne so bellezistisch (kriegerisch)? Nein, die Herren sollten doch nicht so miteinander
reden, meinte denn auch gleich Bundeswirtschaftsminister Rexrodt, das könne am
Ende doch nur dem Industriestandort Deutschland schaden... Aha, es ist wie bei
dem Fremdenhaß: Geschmacklosigkeit und mangelnder Anstand werden erst als
anstößig empfunden, wenn sich finanzielle Auswirkungen ankündigen...
Eine Szene von entlarvender
Offenheit. Wie zu Hause vor dem Spiegel einstudiert, so wirkte sie auf dem
Bildschirm: Haß, Feindschaft, ja Krieg und Vernichtungswille lagen darin. Das,
was sich anderswo in Europa tatsächlich abspielt - hier freilich, in diesem
Milieu der feinen, nur eben gerade mal ausgeflippten Wirtschaftsoberen - hier
ist es ja bloß angedeutet als mögliche Wirklichkeit und Konsequenz: Krieg. Die
Konkurrenz in der Wirtschaft ist brutal, gnadenlos. Der Glaube an eine
»soziale« Komponente gerät dabei zu naiver Rührseligkeit.
Doch nicht nur in der Wirtschaft,
der Umgangston in der Gesellschaft insgesamt ist rauher geworden. Wie reden
Politiker mit- und übereinander? Für Politik- und Politikerverdrossenheit
stapeln sich täglich die Belege. Aber auch Selbstkritik ist angebracht, denn
auch die Medien wollen da keineswegs zurückstehen. Ein Interview ohne
respektlose oder gleich verletzende Fragen ist uninteressant. Das Grelle, der
Nervenkitzel, die Sensation zählt, weniger die Menschenwürde, die Achtung vor
dem anderen, die Schonung seiner privaten Bezirke. Da wird nicht selten
kaltschnäuzige Frechheit schon als Leistung ausgegeben oder mißverstanden,
hemdsärmelige Rücksichtslosigkeit als mutige Enttabuisierung.
Wahrscheinlich sind die ruppigen
Umgangsformen, das Schwinden guter Manieren, ein Reflex des sich zuspitzenden
Wettbewerbs- und Verteilungskampfes in der verunsicherten
Wohlstandsgesellschaft. Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, im Übermaß aber
auch den rücksichtslosen Egoismus, zumindest in Zeiten der Rezession. Wir
werden uns wohl daran gewöhnen müssen.
Eine »Schlacht der Worte«, so nennt
eine deutsche Tageszeitung die gehässige Polemik der Industriekapitäne. Doch
Vorsicht, auch echte Schlachten beginnen mit Worten, die von Mal zu Mal
schärfer werden."
Ein weiterer Kommentar, der von
Claus-Dieter Gersch, ebenfalls von der Deutschen Welle, am 12. September 1993
ausgestrahlt wurde, sei ebenfalls (mit Genehmigung von Herrn Gersch)
wiedergegeben. Es geht um "Gift am Bau":
Ein neuer Skandal kündigt sich an:
Kaum ein Haus, das in den letzten
30 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland gebaut worden ist, dürfte davon
ausgenommen sein. Überall wurde und wird beim Bau Mineralwolle verwendet
- je mehr desto besser. Dann das Zeug dämmt wunderbar, läßt Wärme nicht hinaus
und Kälte nicht herein; so wünscht es auch der Gesetzgeber mit dem Ziel,
Heizenergie zu sparen: also Öl, Gas und Strom. Fleißige Häuslebauer kennen die
grauen und gelben Rollen und Platten aus eigener Anschauung und hautnah.
Zwischen die Dachsparren gedrückt und getackert (mit einem Gerät, das wie ein Papierhefter
Klammern setzt), bleibt´s unterm Dach völlig warm, etwaige Hohlräume
werden mit Mineralwolle ausgestopft; auch Zwischenwände werden so gedämmt, und
wer Mineralwolle als Trittschalldämmung im Boden verwendet, kann sicher sein,
daß die Mieter unten weniger von ihm hören; auch Heizungsrohre lassen sich in
Wolle betten.
Häuslebauer kenne aber auch die
unangenehmen Seiten dieser Dämmstoffe: das Zeug juckt am ganzen Körper, manchmal
zeigt sich Ausschlag. Man fühlt sich fiebrig und hustet. Nach ein paar Stunden
ist alles vorbei. Manch einer hat schon vor Jahrzehnten gefragt: Seltsam, daß so
etwas verkauft werden darf. Und ganz Mißtrauische haben sich an staatliche
wissenschaftliche Institute und Testlabors gewandt mit der Bitte, den Dämmstoff
zu untersuchen. Heute wissen wir nach 30 Jahren und mehr - , daß Mineralwolle
aus Glas-, Keramik- und Steinwollfasern "nachweislich beim Menschen
krebserregend" sein kann. 30 Jahre und mehr mußten vergehen, ehe nun die
Deutsche Forschungsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt durch
Rattenversuche herausgefunden hat, daß der Stoff ebenso gefährlich ist wie
Asbest. Und wer annimmt, nun müsse doch jemand "Alarm" rufen, nun müsse man doch
etwas tun, der täuscht sich: Der größte deutsche Hersteller von Mineralwolle
läßt wissen, es handele sich bisher lediglich um Tierversuche. Die Produktion
gehe wie bisher weiter.
So etwas hat Methode. Das war bei
dem krebserregenden Asbest nicht anders, das noch bis in die 80er Jahre hinein
am Bau verwendet wurde. Eisenträger erhielten feuerfeste Asbestummantelungen.
Bauplatten gelangten dank Asbest in eine höhere Feuerschutzklasse. Dachpfannen,
Blumenkästen und Bremsbeläge wurden mit Asbestfasern hergestellt. Dies alles
geschah noch, als die ersten Toten in den Fördergebieten dieser Welt bereits ein
halbes Jahrhundert unter der Erde lagen; Todesursache: Asbestose. Heute geht der
volkswirtschaftliche Schaden in die Milliarden: überall verseuchte Theater,
Kindergärten, Schulen, Funkhäuser und so weiter - sie müssen alle saniert
werden; aber natürlich nicht auf Kosten der Asbesthersteller und -verarbeiter,
sondern auf Kosten der Kommunen und des Staates. Die Zahl der Opfer, die Zahl
der Menschen, die an Asbestose erkrankt oder gestorben sind - sie ist nicht
bekannt. Denn es ist schleichender Tod, der sich über Jahrzehnte hinzieht. Die
Fasern setzen sich in der Lunge fest, verhärten das Gewebe, und wenn die Lunge
nicht mehr mitmacht, dann kann das auch andere Gründe haben: Wer wird schon den
Nachweis führen wollen, daß er Asbestfasern im Körper hat, und sollte das der
Fall sein: Was nützt es dem Betroffenen dann noch. Er wird im ganzen Lande
keinen finden, der sich für diesen gesundheitlichen Schaden verantwortlich
fühlt.
Skandalös ist auch der Verkauf
giftiger Holzschutzmittel in den 70er Jahren gewesen. Hunderttausende Heimwerker
und Handwerker haben damit holzverkleidete Decken und Wände gestrichen. Und als
die ersten über Haarausfall und Kopfschmerzen klagten, über Übelkeit und
psychische Störungen, da geschah überhaupt nichts. Die Firma produzierte und
verkaufte das giftige Zeug weiter. Und als sie es vom Markt nahm, waren einige
Heimwerker und Handwerker bereits Frühinvaliden geworden.
Alle drei Fälle zeigen, wie
unverantwortlich groß der Rahmen hierzulande ist, in dem bestimmte Industrien agiern dürfen, und wie klein dieser Rahmen für den Gesetzgeber zu sein scheint.
Viel zu selten traut sich der Staat "nein zu sagen, wenn das Leben seiner Bürger
bedroht ist. Ein Skandal ist nach wie vor, daß Betroffene in jahrelangen
Prozessen, die kein Mensch bezahlen kann, dem Hersteller nachweisen müssen, daß
sie durch sein Produkt krank geworden sind. Und wer einen solchen Prozeß wagt,
weiß nicht, ob er das Urteil noch erleben wird."
b) Schlußfolgerungen aus
der Kritik
Ohne Kritik und Aufdeckung von Problemen kann keine Lösung gefunden
werden. Aber die Lösungen können nur von Menschen mit Willen zur Macht
durchgedrückt werden - es immer und immer wieder zu betonen. "Einfache" Kritiker
werden gerne von den etablierten Machthabern als idealistische, im Sinne von
völlig Wirklichkeitsfremden Spinnern heruntergemacht. Erst als sich eine neue
Partei formierte, die sogenannte Grüne Bewegung, wurde Druck und
Öffentlichkeitsinformation auf breiteren Basis ausgeübt. Ohne organisierte
Protestbewegungen, "Aufstand der Massen" geschieht nichts.
Aber - auch das immer wieder betont - die sich "neu" formierenden
Menschen mit Willen zur Macht sind als Gefahr anzusehen, wenn sie nicht im
rechten Augenblick bei ihrer Geilheit zu mehr und mehr Macht beschnitten werden.
Es gibt heute durchaus Lösungsvorschläge zur Abwendung der Gefahr,
in der sich die Menschheit (teilweise unwissentlich) begeben hat. Es ist aber
noch ein weiter Schritt, diese anzuwenden und den Mitmenschen zu "verkaufen".
Aus der Systemanalyse, die Schwachpunkte aufdeckt, muß als Ergebnis ein
Verbesserungsvorschlag herauskommen. Gute Lehrbücher über Systemanalyse
bringen daher ein Kapitel: "Wie verkaufe ich meinen Vorschlag?"
Leider sind die derzeitigen Kritiken an bestehenden Systemen nicht
koordiniert, d.h. in ihrer Vernetzung, im großen Zusammenhang dargestellt. Aber
Teillösungen werden nicht den Erfolg bringen können, der dringendst anzustreben
ist.
Kommentar: Ich habe zwar versucht, in diesem Buch
auf die Zusammenhänge insgesamt hinzuweisen. Aber auf ein paar hundert Seiten
ist es nicht möglich, das in der notwendigen Ausführlichkeit zu tun. Auch kann
heute kaum noch ein Einzelindividuum mit beschränktem Sach- und Fachwissen
sich anmaßen, die Lösung anzubieten. Ein Gehirn reicht nicht mehr aus,
alle Fach- und Sachkenntnisse zu haben und zu verarbeiten.
E.3 Umsetzung
derzeitiger Erkenntnisse
E.3.1 Bewußtseinsbildung
a) Allgemeine
Bewußtseinslage - Selbstkritik
Überall auf der Welt hört man die Menschen sich beklagen über
Mißstände, am Arbeitsplatz über die Unfähigkeit von Kollegen und die
Blockierung der Arbeit durch die Verwaltungen, über Unfähigkeit der Regierungen,
über Ungerechtigkeiten. Die Liste kann weit ausgedehnt werden.
Aber was geschieht? Was sind die Ergebnisse dieser Kritik? Sie ist
"unausgegoren", nicht analytisch; d.h. niemand macht sich die Mühe, die Gründe,
besser gesagt die Hintergründe, die Ursachen der Mißstände zu suchen.
Es ist sehr leicht, den "Dorn" im Auge des anderen zu erkennen
aber nicht den "Balken" im eigenen.
Ich war oft am Strand von Tartous, einem Küstenort am syrischen
Mittelmeer mit einem kahlen Strand ohne Grünzeug, d.h. keinerlei Strauch- oder Baumwuchs, überseht mit Abfällen jeder
Art, frei von jeglichem Getier- wie alle Orte in islamischen Ländern. Es ist nicht möglich, dort ohne Fußbekleidung über den Sand zu laufen,
über zersplitterte Glasflaschen, über scharfe, weggeworfene
Coladosenverschlüsse, Plastik und sonstige Abfälle aller Art.
Auf dem Bild gibt es tatsächlich spärliche Pflanzen, weil - wie ich
zufällig sah, Putzwasser oder sonstiges nicht definierbares Wasser über die
Brüstung gekippt und ansonsten das Gelände sich selbst überlassen wurde. Das
Haus gehörte einer Art gewerkschaftlicher Organisation und konnte zur
Urlaubszeit angemietet werden.
Durch einen Klick auf das Bild kommen Sie zu einer Webseite mit
einigen weiteren Fotos aus der relativ liberalen, aber dennoch vollkommen von
religiösem Gedankengut, insbesondere islamischer Art geprägten
Syrisch-Arabischen Republik.

Sichtbar leben wir im Plastikzeitalter. Aber wenn das Öl zu ende
gegangen ist, dann wird spätestens die Natur von weiteren Plastikbelastungen
verschont.
Einem jungen Strandwächter gegenüber beklagte ich
den entsetzlichen Zustand, der das auch traurig fand und meinte, daß die Leute
zu unordentlich und rücksichtslos seien. Er öffnete eine neue Zigerattenpackung.
Natürlich flog die Folieneinwicklung auf den Boden. Dann nahm er aus seinem
Plastikbeutel ein in Papier und Plastik eingewickeltes Fladenbrot. Auch diese
Verpackung wurde einfach weggeworfen. Als ich das verwunderlich fand, weil er
selbst doch die Unordnung kritisiert habe, schaute er mich verblüfft an und
sagte: "Ja, aber wohin soll ich das Zeug denn werfen?"
Ich schlug vor, es nach Hause mitzunehmen und dort in den
Abfalleimer oder den Müllkontainer vor dem Hause zu tun.
Aber das hielt er für unzumutbar: "Ich kann doch den Dreck nicht
nach Hause bringen."
Ein anderen junger Mann behauptete ernsthaft, daß man hier
nichts machen könne; denn die Abfälle würden von der europäischen Küste, vor
allem von Griechenland angeschwemmt.
Also war wieder einmal eine Möglichkeit gefunden worden, die Schuld
anderen zuzuschieben.
Es scheint eine zu große Schwierigkeit zu sein, die eigene
Unzulänglichkeit zu erkennen oder - besser gesagt - erkennen u wollen; denn
daraus würde sich ergeben, daß eingefahrene Gewohnheiten aufgegeben werden
müßten, daß vielleicht etwas mehr nachgedacht werden müßte, ehe eine Handlung
ausgeführt wird, daß eventuell etwas Mehraufwand in eine Tätigkeit, eine
Arbeitsleistung zu stecken wäre.
Ich halte den Mangel an eigener Kritikfähigkeit und an
Kritikwillen sich selbst gegenüber für eines der größten Hindernisse zu
Verbesserungen.
Nur über Gesetze, Gebote, Verbote können die Menschen
reglementiert werden, das bedeutet nur durch Strafen, zumindest mit Nachteilen bei Nichtbefolgung dieser
Gesetze, Gebote, Verordnungen. Kostet das Wasser nichts, wie in vielen
Entwicklungsländern, wird kein Wasserhahn zugedreht. Aus Eigeneinsicht wird
nicht gehandelt.
Kostet der Strom nichts, bleiben in den Büros die Lampen an, bis
die Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren ihren Geist aufgegeben haben. Wenn da
doch wenigstens der Lichtschalter eingespart worden wäre, um die Baukosten zu
verbilligen.
b) Hindernisse zu notwendigen Reformen und
Überwindung der Hindernisse
Nachdem wir etwas von Massenpsychologie kennengelernt haben,
wissen wir, daß es große Rolle spielen wird, welche zur Macht Strebenden die
Volksmassen "mitreißen" werden, diejenigen, die ausschließlich eine Situation zu
ihrem eigenen Vorteil ausnutzen wollen ("Volksverführer") oder Menschen, deren
Hauptanliegen (vorerst) eine Verbesserung dieser Situation ist. (Ich habe die
Einschränkung "vorerst" eingefügt, weil alle, die zur Macht streben, irgendwann
in einer Machtposition den Weg allen "Menschlichen" gehen und - ideologisch
engstirnig - nur noch an der Festigung ihrer Macht interessiert sind, mit allen
Mitteln.)
Psychologie der Aggressivität und Macht
Andere psychologisch begründete Hindernisse
Drogenprobleme, zunehmende Kriminalität, damit Absorption von
Energie und Verminderung des sozialen Bewußtseins.
Frustation, Nachlässigkeit, nach mir die
"Sintflut" und "ist- nicht-mein-Bier-Mentalität"
Komplexität der Probleme und unzureichende
Kenntnisse
Berechtigte Ansprüche aller Lebewesen
Verwaltungsprobleme und Mittelverteilung
c) Rein persönliche
Meinung
Mir persönlich scheint es fast unmöglich, das Bewußtsein meiner
Mitmenschen dahingehend zu ändern, daß ein besseres Miteinanderauskommen unter
uns Menschen und auch mit der Umwelt in naher Zukunft (wenn überhaupt) erreicht
werden kann.
Mir ist völlig unverständlich, welche Freude und welches
Vergnügen Menschen an der Jagd haben können, an einem Stierkampf,
der sich in Spanien niemals abschaffen läßt, an Hahnenkämpfe, vor allem in
ostasiatischen Ländern.
Selbst auf dem Lande aufgewachsen, hatte ich Gelegenheit an
Treibjagden teilzunehmen, wofür ich als noch recht kleiner Junge etwas Geld
bekam. Da ballerte dann der Jagdrevierbesitzer mit verbissenem Gesichtsausdruck
auf die Tiere, als hätten sie ihm etwas angetan, wofür er sich rächen nun werde.
Die Gejagten liefen in Todesangst umher. Manche wurden tödlich getroffen und
andere lediglich verletzt. Bei einem späteren Besuch der Gegend, wo sich das
Gemetzel angespielt hatte, sah ich einmal einen Hasen, dessen halbe Kopfseite
völlig blut- und eiterverschmiert war, ein anders Mal ein Rebhuhn, das dabei war
zu verenden. Da habe ich dem jagdlüsternen Fabrikbesitzer, der seine Firma
mit hilfe von russischen Fremdarbeitern während des zweiten Weltkrieges zu
wirtschaftlichem Erfolg gebracht hatte, auch den Tod gewünscht. (Heute stehe
ich jedoch voll hinter dem Grundgesetz der deutschen Bundesrepublik - ich will
es als großartige Errungenschaft bezeichnen: Artikel 102 "Die Todesstrafe ist
abgeschafft".)
Es ist mir auch nicht möglich, nachzuempfinden, wieso heute noch
eine Lösung eines Konfliktes mit militärischen Mitteln geplant werden
kann. Diese Gedankengänge können nur aus einem verbrecherischen Gehirn
entspringen; denn es werden ja Kriege ausschließlich aus rein persönlichen
Machtinteressen geführt [x]. Zu Zeiten des letzten deutschen Kaisers wurde dem
Volk eingehämmert, daß Frankreich der Erbfeind sei. Heute gibt es andere
Feindbilder.
Es wäre völlig
ausreichend, das "Militärpotential" eines einzigen Mitgliedslandes des
Nordatlantikpaktes als ausreichenden Schutz aller Mitgliedsländer aufrecht
zu erhalten. Das scheitert aber am kleingeistigen Denken auf
Einzelstaatebene. Mit Verlust der Unabhängigkeit wird argumentiert.
Das Thema "Tierversuche" fällt in die Kategorie der Aggressivität,
etwas zu erforschen, um sich einen Namen zu machen [x]. Für mich sind die
Experimentatoren an Tieren Unmenschen oder besser gesagt, noch Nichtmenschen.
Auch ist mir völlig unverständlich, wieso die Gottesdienste
auch immer noch sogar von einigermaßen gut ausgebildeten und in der Welt
umhergekommen Menschen besucht werden. Das ist doch der Beweis für den starken
Kindheitseinfluß: Die Religion, in die Menschen hineingeboren worden sind,
behalten sie in der Regel auch.
Der für organisierte
religiöse Zwecke betriebene Aufwand wäre für andere Dinge angebrachter. Ich
hätte nichts gegen die Umwandlung der religiösen Gebäude in Museen
einzuwenden, die den Personen gegen Zahlung einer entsprechenden Gebühr zu
religiösen Handlungen nach wie vor zur Verfügung stehen könnten.
Offensichtlich ist das egoistische Potential der Menschen, das
sogar weit in kriminelle Tendenzen mündet ("Umgehung" von Steuerzahlungen,
"Nutzung der Gelegenheit", einer Versicherung etwas mehr anlasten zu können in
einem Schadensfall) unheimlich hoch und damit die Aussicht auf eine
Gesellschaft, in der Gleichheit und Freundschaft untereinander beherrschend
sind, sehr gering. Wenn jemand ein, durch einen Unfall beschädigtes Auto in
eine Werkstatt bringt und der Werkstattinhaber sogar rät, ein paar kleinere
Reparaturen, die mit dem Unfall nichts zu tun haben, gleich mit ausführen zu
lassen und auf die Rechnung an die Versicherung zu setzen, dann zahlt dafür die
Gemeinschaft der Prämienzahler. Der Versicherung ist das gleichgültig. Kommt sie
nicht mehr klar mit den Einnahmen zur Kostendeckung, werden die Prämien erhöht.
Durch Vermeidung der
Ausnutzung von Versicherungen insbesondere durch Einsicht in die
Notwendigkeit von Steuerzahlungen könnten, nach Schätzungen von Fachleuten
(Bund der Steuerzahler, Versicherungsexperten) um die 150 bis 200
Milliarden DM allein in der Bundesrepublik Deutschland eingenommen werden.
Genauso wenig werde ich verstehen können, wie es zu Rassenhaß
[x] kommt, der sogar soweit geht, daß irgendwelche Menschen anderen Aussehens
angegriffen werden, ja daß sogar ganze Völker systematisch ausgerottet werden.
E.3.2 Wahrscheinlichkeit
der Bewußtseinsänderung
a) Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung in
Industrienationen
In den Industrienationen bestehen hohe Aussichten, daß sich das
Bewußtsein durch umfassende Information ändert. Die Frage ist nur, wie die
sogenannte breite Masse der Bevölkerung angesprochen werden kann, die nach
einer Arbeitszeit in völliger Unfreiheit nicht gewillt ist, auch noch während
der privaten Zeit dauernd mit Problemen konfrontiert zu werden. Da wäre es
Aufgabe von Soziologen, speziell von Psychologen vorzuschlagen, wie die
Informationen nicht einfach nur sachlich verbreitet, sondern in Form von
beispielsweise Spielfilmen von den Medien "schmackhaft" gemacht werden können.
Den Medien fällt eine ungeheure Verantwortung zu. Uneingeschränkte
Medienfreiheit, das ist die Freiheit der Medieninhaber, ist zu überdenken.
b) Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung
in den sogenannten Entwicklungsländern
Nach den derzeitigen Gegebenheiten in den meisten
Entwicklungsländern .......
c) Überwindung von
Voreingenommenheiten und Traditionen
E.3.3 Abwendung der Gefahr durch den Menschen
(Durchführungsmöglichkeiten)
a) Der Mensch als einziges Wesen, das die
Gefahr erkennen und gegensteuern kann, aber...
Leider gibt es nur wenige Mitmenschen, die die Gefahr einer
Katastrophe, eines völligen Zusammenbruch des derzeitigen Natur und der daraus
sich ergebenden Unmöglichkeit, die Weltbevölkerung weiter zu tolerieren,
erkennen (können).
Die sogenannte breite Masse hat nicht die Informationen, d.h.
notwendige Ausbildung dazu. Sie unterliegt der Massenpsychologie, wird sich der
einen oder anderen mehr oder weniger extremen Richtung einordnen.
Diese breite Masse wird also nach wie vor ihren Führern und
Verführern folgen.
b) Voraussetzungen zur
Abwendung der Katastrophe
Umdenken und Abwendung
von gewissen Traditionen
Am 17. Mai 1993, berichtete die Deutsche Welle in ihren
Nachrichten, daß im Iran ein Gesetz verabschiedet worden sei, womit das
Bevölkerungswachstum eingedämmt werden könnte. Das wäre eine Voraussetzung, daß
nämlich die von unserer Erde nicht mehr ertragbare Menschenzahl stabilisiert, ja
reduziert wird, was natürlich nur über Geburtenkontrolle geht. China und
Singapur haben das schon lange mit recht guten Erfolgen durch
Aufklärungsaktionen, aber auch die Strafandrohungen erreicht (Einführung einer
"Kindersteuer").
In Indien scheiterten bisher alle Versuche in dieser Hinsicht.
Selten geht etwas ohne Druck und Zwang - leider.
c) Dringlichkeiten
d) Technische und
wirtschaftliche Mittel
Technisch und wirtschaftlich sind alle Möglichkeiten vorhanden,
die Katastrophe abzuwenden. Wir müssen nur wollen.
Es kann auf alternative Energie umgestellt werden, die
jedoch z. Z. vergleichsweise zu den herkömmlichen Möglichkeiten wesentlich
teurer ist (und daher keine Aussicht hat).
Durch die Umstellung auf alternative Energie können wichtige
Rohstoffe geschont werden. Es ist wahnsinnig, das wertvolle Rohöl, das für
Kunststoffe, Medikamente, ja künstliche Nahrungsmittel genutzt werden sollte,
einfach zu verbrennen.
Weitgehende Wiederverwendung von Material als Rohstoff ist
technisch möglich, allerdings derzeit auch zu teuer. Dennoch gibt es keine
Alternative zur Wiederverwendung und Wiederaufbereitung der Nutzung von
Wirtschaftsgütern, die im Schrott und auf dem Abfallhaufen gelandet sind und sie
wieder in den Wirtschaftskreislauf einzubringen (Recycling).
Durch Umverteilung der Arbeit und Verhinderung der
Konfliktaustragung mit militärischen Mitteln stünden genügend finanzielle
Mittel zur Verfügung, um angerichtete Umweltschäden zu reparieren und weitere
zu verhindern:
- Wasserklär- und Wiederaufbereitungsanlagen vor allem in den
unterentwickelten Ländern, wo nichts in dieser Hinsicht unternommen wird.
- Wiederaufforstung von Wüstenrand- und anderen Zonen und
(vorerst) künstliche Bewässerung.
Sparmaßnahmen und Produktionsumstellungen können eine erhebliche
Schonung der, vor allem für die nachfolgenden Generationen unerläßliche
Reduzierung der Ausbeutung der Naturrohstoffe zusätzlich ermöglichen:
- Statt Papierverbrauch mit zig Fotokopien in den Unternehmen
und Behörden: Darstellung von Informationen auf dem Computerbildschirm;
Informationsfernübertragung.
- Spülwasser kann zur Pflanzenbewässerung gesammelt werden
und das Duschwasser zur Autowäsche (vor allen in Entwicklungsländern, wo keine
Wasserwiederaufbereitung gemacht wird).
- Die Qualität der Wirtschaftsprodukte und damit die
Lebensdauer sollte verbessert werden, um von der Wegwerfideologie loszukommen.
- Statt noch mehr Kirchen und Moscheen sollten Schulen und
Krankenhäuser gebaut werden.
Die Art und Weise der Abfallbeseitigung ist völlig zu reformieren.
Gegen Atomkraftwerke ist im Prinzip nichts einzuwenden, deren Sicherheit nach
dem neuesten Stand keinen GAU (größten, anzunehmenden Unfall) mehr ermöglicht.
Die Rückstände, soweit nicht aufbereitbar, sollten mit Raketen in die Sonne
geschossen werden. Ja, das ist alles zu teuer, ich weiß. Was ist aber die
bessere Alternative?
Leider ist es eine Illusion (ein Wunschtraum), daß die
Machbarkeiten auch gemacht werden; denn die rein profitorientierte Wirtschaft
wird da nicht mitmachen (können, um nicht in den Ruin zu kommen). Die komplexe
Weltsituation verhindert das; denn es können nicht von heute auf morgen die
Arbeitslöhne und Sozialstrukturen, die Billigprodukte ermöglichen, angeglichen
werden.
Die Rüstungsindustrie wird sich mit Zähnen und mit Krallen gegen
eine Umstellung der so profitablen (oft völlig konkurrenzlosen) Produktion
wehren.
e) Wettlauf mit der Zeit
Die Katastrophe wird sich nach übereinstimmender Meinung von
Fachleuten in den nächsten 100 Jahren so zugespitzt haben, daß dann kein Ausweg
mehr möglich ist.
Leider haben die Erfahrungen der letzten 30 bis 40 Jahre mit den
sogenannten Entwicklungsländern gezeigt, daß aus macht- und
wirtschaftspolitischen Gründen von Einzelpersonen jegliche Entwicklung
verhindert wurde. Die Ansätze zu politischen Reformen (Revolutionen), z.B. zur
Demokratisierung, aber nach bereits überholten Vorstellungen, setzen sich zu
langsam durch.
f) Abschätzung der
Wahrscheinlichkeit menschlichen Handelns
Es ist kaum anzunehmen, daß sich weltweit das Bewußtsein der
Menschen so rasch an die Veränderungen anpaßt, um globale Gegenmaßnahmen gegen
die drohende Katastrophe einleiten zu können.
E.3.4 Versagt der
Mensch, hilft sich die Natur selber
Sehr wahrscheinlich wird die "Natur", die nach ganz bestimmten,
uns jedoch nicht alle bekannten und nachvollziehbaren Gesetzen abläuft, sich
"selber helfen". Diese Aussage soll natürlich nicht so verstanden werden, als
gäbe es doch eine "höhere Macht", die schließlich eingreift. Nein, das alles
läuft chaotisch. Aber nach der Chaostheorie pendelt sich immer eine Art von
Gleichgewicht ein. Wenn da zu viele Menschen z.B. auf der Erde sind, dann
verschwinden sie auf "natürliche" Weise.
a) Natürliche
Dezimierung der Weltbevölkerung
Die Erde ist bereits überbevölkert. Die zur Zeit lebenden Menschen
können keineswegs alle mehr mit dem versorgt werden, was für eine physische und
psychische Existenz (in Menschenwürde) erforderlich wäre:
- Sicherstellung der Ernährung aller.
-Versorgung mit Energie.
- Bereitstellung von Wirtschaftsgütern (Autos und anderen
Transportmöglichkeiten, Fernsehgeräten und in Industrienationen
selbstverständlichen Kommunikationsgeräten, wie Telefon, Kühlschränken,
Staubsaugern, Theater, Kinos, Freizeitzentren, Büchern und was es sonst noch an
Massenmedien gibt).
- Gute Ausbildung und Kenntnisvermittlung an jeden, nicht
nur, um den Einzelmenschen (das Individuum) die Möglichkeit zu geben, am besten
angepaßt in den Wirtschaftsprozeß integriert zu werden. Nein, vor allem sehe
ich eine gute Bildung als Voraussetzung zur Verbesserung der Lebensqualität an.
- Soziale Versorgung, d.h. Absicherung bei Krankheit und
Unfähigkeit, sich selbst zu "ernähren". Die medizinische Versorgung aller
derzeit lebenden Menschen ist nur noch bei sehr akuten Fällen möglich.
Es wird in Zukunft eine unbeschreibliche Wasserknappheit geben, vor
allem an sauberem Wasser. Daher werden sich neue Krankheitserreger entwickeln,
gegen die kein Kraut gewachsen ist. Wegen der Bevölkerungsdichte werden sie die
Menschheit überfluten und hinwegraffen.
Wahrscheinlich werden aber auch viele Tierarten, vor allem die in
Konzentrationslagern eingesperrten Nutztiere ebenfalls gefährdet sein.
Selbst, wenn es den Biologen und Medizinern gelingen würde,
Gegenmittel zu erfinden, wäre die Versorgung des Großteils der von den
Krankheiten befallenen aus Kostengründen nicht möglich. Die Dinge werden also
ihren Lauf nehmen.
b) Möglichkeiten der
Natur
Durch die Erhöhung der Lufttemperatur wegen der Anreicherung durch
unseren Kohlendioxidausstoß beginnen die Eismassen, die die Polgegenden
überdecken, abzutauen. Der Meeresspiegel steigt und wird große Landflächen
bedecken. Die Überschwemmungen werden einige unserer Mitmenschen hinwegraffen.
Durch die Klimaverschiebung kommt es zu vermehrten Wirbelstürmen,
zu Wolkenbrüchen, die sich mit Trockenperioden abwechseln, was ebenfalls die
Menschheit reduzieren wird.
Ganze Landstriche fallen der Verwüstung anheim. Die Wüstenzonen
dehnen sich immer weiter aus.
Alles das engt den Lebensraum der verbleibenden Menschen weiter
ein.
c) Die Natur erholt sich
E.3.5 Radikale Gedanken
Es bestünde die berechtigte Hoffnung einer Vermeidung der sich
ankündigenden Katastrophe, wenn einige Radikallösungen in's Auge gefaßt werden
könnten (Die folgenden Ansichten höre ich sehr häufig.):
Erste Empfehlung
-
Die Entwicklungsländer, die lediglich
nur noch als "Ballast" empfunden werden müssen, wo keine Möglichkeit
besteht, daß sich dort das politische System und das allgemeine
Behaftetsein in Ideologien (Religionen) in naher Zukunft ändern wird,
hermetisch und rigoros isolieren. Natürlich müssen dazu die Grenzen völlig
undurchlässig gemacht werden, damit kein Handel, kein Verkehr, kein Kontakt
mit der Außenwelt mehr möglich ist.
-
Die Auslandskonten der Landesbesitzer
müßten eingezogen und zugunsten anderer Länder verwendet werden.
-
Der schleichende Tod dieser,
regelrecht auf diese Weise auf einem Abstellgleis vergessenen und
unbeachteten Länder würde sich ganz rapide beschleunigen. Die Menschenmasse
würde sich also in kurzer Zeit auf ein erträgliches Maß zurückschrumpfen.
Wahrscheinlich würden dann endlich die Ideologen und Landesbesitzer zum
Teufel geschickt, nachdem ihnen der Zugang zu Waffen zur Erhaltung ihrer
Macht verwehrt ist.
-
Natürlich ist diese Vorgehensweise
nicht machbar; denn es würden zu viele unschuldige Menschen auf gräßlichste
Weise einem grausamen Ende ausgesetzt. Die Landesbesitzer würden natürlich
nicht daran denken, freiwillig von ihrer Machtgier abzulassen. Es käme also
zu einem unvorstellbaren Gemetzel.
-
Mit Sicherheit würden profitsüchtige
Geschäftemacher alles daran setzen, um aus der Situation Kapital zu
schlagen. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß eine totale Blockade technisch
und in wirtschaftlich vertretbarem Rahmen nicht durchführbar ist. Appelle an
die Vernunft und Einsicht nützen aber auch nichts. Sie sind bloße
Sprechblasen.
Diese Radikallösung ist moralisch in jedem
Falle abzulehnen und ein solcher Vorschlag wird auch praktisch scheitern, weil
(zum Glück) keine Einigkeit über die Durchführung erzielt werden wird.
Zweite Empfehlung
-
Gelänge es auf der Ebene einer
zumindest Fastweltregierung neue Gesetze und Konventionen festzulegen, die
neben Kriegsverbrechen auch Menschenrechtsverletzungen mit Konsequenzen
belegt, also mit Verhaftung und mit Isolierung von der menschlichen
Gemeinschaft und Verlust der Rechte, an einem Leben in der Gemeinschaft
teilzunehmen, dann könnten die Diktatoren, Volksverhetzer und
Landesbesitzer, denen natürlich Verstoß gegen die "neuen" Gesetze
nachzuweisen wäre, zwangsmäßig aus ihren Thronen entfernt werden. Sie wären
von ihren Reichtümern zu entblößen, die dem Nutzen der Allgemeinheit zur
Verfügung stünden.
-
Da wird es aber ganz erhebliche
Schwierigkeiten geben, einmal solche Gesetze klar zu definieren; denn
davon würden ja sogar fast alle führenden Ideologen (also auch Kirchenleute)
betroffen sein.
Dritte Empfehlung
I. Zukünftige Regierungsform
Die Geschichte der Menschheit lehrt, daß neue Impulse nie von einer
Mehrheit ausgegangen sind, was das heutige Problem der Demokratien ist, in der
die Regierungsvertreter von der breiten Mehrheit gewählt werden, die im
jeweiligen, zeitgemäßen Denkschema behaftet ist, die durch Werbung ohne echte
Information beeinflußt wird, die also nach Gefühl und nicht nach Sachkenntnis
den Wahlschein ausfüllt. Damit werden notwendige Reformen und Anpassungen
verschleppt.
Es gab einmal einen Ausspruch einer sogenannten linken Gruppe, der
meiner Ansicht nach ganz treffend die Forderung nach einem Sich-unterordnen
unter eine Mehrheit persiflierte (verspottete): Es gibt mehr Fliegen auf dieser
Erde als Menschen. Wovon ernähren sie sich am liebsten? Nun denn: von Scheiße.
Also sollten wir auch Scheiße fressen, nicht wahr?
Die Vertreter der Mehrheit, machtgierig, ideologisch festgefahren
und in der Regel charakterlich in einem Panzer behaftet, sind keinesfalls in
der Lage und willig, "heiße Eisen" anzufassen.
Eine moderne Regierung, angefangen bei den Parlamentariern, und
auch die Führungsspitze eines Wirtschaftsunternehmens müßte aus ausgesuchten
Fachleuten bestehen, die durch fachliche und psychologische Eignungstests
ausgewählt worden sind, was zur Zeit ja keineswegs der Fall ist. Jeder, der sich
um eine Arbeitsstelle bewirbt, wird einer Eignungsprüfung unterzogen, die in
der Regierung und im einem Industrieunternehmen Verantwortlichen nicht.
Die Bestimmung der Regierungsmitglieder auf Zeit ist abzuschaffen.
Damit würde vermieden, daß sie sich wegen der Unsicherheit mehr oder weniger um
Nebentätigkeiten kümmern, um - wie sie behaupten - im Falle einer
Nichtwiederwahl eine gesicherte Existenz zu haben. Selbstverständlich können
sie bei Nichterfüllung ihrer Aufgaben entlassen werden wie jeder im Berufsleben
stehende. Sie sind ganz übliche, staatliche Angestellte, die dem geltenden
Arbeitsrecht unterworfen sind.
Natürlich müssen Kontrollmechanismen vorhanden sein, ja sogar
weiter ausgebaut werden.
Gegen ein Parlament ist nichts einzuwenden, wenn es von Leuten
gewählt worden ist, die ihre Wahlmündigkeit ebenfalls durch einen Eignungstest
bewiesen haben, z. B. mit der Beantwortung der Frage: Kennen Sie das Programm
der Parteien X und Y und Z? Falls jemandem, der bei einer Wahl mitmachen will,
die Programme aller, die sich zur Wahl stellen, nicht bekannt sind, darf
er nicht wählen. Damit würde der mögliche Wähler nicht mehr so einfach auf die
Wahlpropaganda, die zur Einsparung von Kosten sowieso ganz abzuschaffen wäre,
hereinfallen. ("Nur weiter so!" geht ja leider nicht, wenn wir nicht vollends
in den Abgrund gerissen werden wollen.)
Die durch Wegfall der Wahlwerbemittel freiwerdenden Mittel würden
für die Wählerprüfung (und Ausstellung eines Wahlberechtigungsscheines) zur
Verfügung stehen.
Stellen Sie sich selbst einmal die Frage: Kenne ich die Programme
aller im deutschen Bundestag vertretenen Parteien? wenn ja, kannte ich die
Programme der sich für die Wahl angebotenen Parteien? (Ich persönlich muß
diese Frage verneinen.)
Wer also wählen will, muß einen Fragebogen mit den Programmen der
Parteien und unabhängigen Wahlkandidaten ausfüllen. Dieser wird jedem
Wahlberechtigten zugestellt. Der Fragebogen mit den Programmen sollte für eine
maschinelle Auswertung die Personalausweisnummer und eine Reihe von Stichworten
enthalten, die anzukreuzen sind (was heute als Multiple Choice- Methode
bezeichnet wird). Das ist ein bißchen mühsam, zugegeben. Aber es ist ja eine
wichtige Verantwortung, die wir bei der Wahl übernehmen, meine ich.
Wahlen werden doch derzeitig in der Regel aus dem hohlen Bauch
gemacht (und was da rauskommt, stinkt meistens.)
Die Wahlperioden sind auf mindestens 10 Jahre auszudehnen, damit
die Staatslenker sich nicht von einem (Pseudo-)Erfolg zum anderen hangeln
müssen.
Ich finde, ein Staatsgebilde sollte uns so wichtig sein, daß da
nicht nach Gefühl und Wellenschlag vorgegangen werden darf.
E.4 Einflüsse von kaum
vorhersehbaren Naturereignissen
Da gibt es unvorhersehbare Möglichkeiten mit "kurzfristigen" ("nur"
Tausende von Jahren bei einer weiteren Lebenserwartung der erde von etwa 5
Milliarden Jahren) Einflüssen auf das Umweltgeschehen, z.B.:
a) Vulkanausbrüche und
Erdbeben
Auch bei vulkanischen Aktivitäten wie Explosion des Krakatau,
Pinatauo...
b) Zusammenstoß der Erde
mit einem anderen Himmelskörper
Wahrscheinlich sind Meteoreinschläge dafür verantwortlich, daß vor
einigen Millionen Jahren die Riesenechsen, die Saurier ausgestorben sind.
c) Folgen der Verlagerung oder sogar des
Verschwindens des Erdmagnetismus
d) Explosion der Sonne
Würde die Sonne als sogenannte Supernova explodieren, dann wäre
kein Leben mehr auf der Erde möglich. Ja, die Erde würde sogar verdampfen und in
den Weltraum geschleudert.
Weitere Möglichkeiten, die jedoch sehr unwahrscheinlich sind, weil
von unseren Wissenschaftlern vorausberechenbar und abschätzbar, aber doch nicht
ganz auszuschließen:
- Es könnte zu einem Zusammenstoß von anderen Sternen
(Sonnen) mit unserem Sonnensystem kommen, was katastrophale Folgen hätte; denn
alles würde durcheinandergewirbelt. Das ist für die nächsten Jahrmillionen
jedoch fast ganz auszuschließen; denn es ist keine Annäherung eines "fremden"
Sternes oder Sternhaufens an unser Sonnensystem beobachtet worden.
- Auch unser Sonnensystem wird von dem mit großer Sicherheit
in unserer Milchstraße sitzenden "Schwarzen Loch" aufgesaugt. Aber auch dafür
gibt es keine Anzeichen, und das geht nicht von heute auf morgen.
Aber mit Sicherheit wird die Sonne in einigen Milliarden Jahren
ihren Brennstoff für die Kernfusion und damit die uns spendende Energie
verbraucht haben. Dieses unabwendbare und endgültige Ende unseres
Sonnensystems ist also heute vorhersehbar. Es würde zu weit führen, das zu
beschreiben, wie das Ende, der endgültige Tod von allem verlaufen wird (obwohl
ja äußerst interessant). Aber dann tun uns ja sowieso bestimmt längst keine
Zähne mehr weh.
E.5 Planspiele: Überlebensmöglichkeiten
und Überlebenswahrscheinlichkeiten zukünftiger Generationen
Für eine Simulation (ein Planspiel) sind folgende Veränderliche
(Parameter) zu berücksichtigen:
1) durch menschliche
Eingriffe:
- Energieerzeugung
-
mit
fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Holz),
-
Atom(spaltungs)reaktoren,
Atomfusionsreaktoren,
ersetzbar durch Alternativen: Wasser (Stauseen, Flüsse, Gezeiten), Wind,
Erdwärme, Solarenergie
vor allem in Verbindung mit Einsparung von Energie und
Erhöhung des Wirkungsgrades vorhandener Energieerzeugung
- Erdoberflächenveränderung durch
-
Landwirtschaft,
-
Abholzung,
Städtebau, Fabrikanlagen,
-
Mülldeponien,
-
Straßenbau,
Flughäfen, Hafenanlagen,
-
künstliche
Landausdehnung (Singapur, Japan),
-
Wasserstraßen,
Wasserstauanlagen (Flußbegradigungen, Stauseen),
-
Freizeit-
und Vergnügungsparks,
- soziale Gegebenheiten:
-
Bevölkerungswachstum,
-
veränderte
Machtansprüche und -strukturen, _ veränderte Staatsgruppierungen (Aufblühen
des Nationalismus oder Staatszusammenschlüsse),
-
Staatsformen
(mehr oder verminderter Dirigismus),
-
verstärkte
Ideologisierung (Aufleben alter und Erscheinen von neuen Ideologien) oder
individuelle Liberalisierung,
-
wirtschaftliche
Veränderungen,
-
geänderte
Gesellschaftsformen (die Familie und das allgemeine Zusammenleben
betreffend),
-
Bewußtseinsveränderung
(erhöhte oder verminderte Emanzipation von Gruppen, des Individuums),
-
kriegerische
Auseinandersetzungen
- Machtausdehnung der Wirtschaftsunternehmen, die heute schon
einen größeren Einfluß auf die Staatsgebilde ausüben als die Masse der
Bevölkerung. Die Folge davon wird sein:
-
Kontrolle
der Macht kaum noch möglich, woraus die Gefahr entsteht, daß die
internationalen Konzerne in den Bereich des kriminellen Handeln abrutschen
("Mafia"-Organisationen).
-
Machtkämpfe
der verschiedenen gigantischen Unternehmen untereinander, die
kriegsähnliche Formen annehmen können.
-
Völlige
Korrumpierung der Staatsführer und der staatlichen Einrichtungen.
-
Bildung
von neuen sozialen Formen, die ähnlich einer feudalistischen
Herrschaftsstruktur die derzeitigen Staatsformen ablösen.
Ansätze: Es gab ja bereits schon eine IBM-Hymne, die jeden Tag vor
Arbeitsbeginn abgesungen werden mußte. Die Angestellten von Siemens betrachten
sich als verbeamtet.
- Umweltveränderungen:
-
Zu- oder Abnahme der Umweltschäden
durch Chemikalien, Abgase,
-
Absenkung des Grundwasserspiegels,
-
weitere Zerstörung von in
Jahrmillionen gewachsenen und ausgewogenen Biotopen,
- Erhöhte Ausbeutung der Naturschätze
In diesem Fall ist das Ende bereits im nächsten Jahrhundert
erreicht mit einem völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch und damit
Zurückstoßen der Menschheit in steinzeitliche Voraussetzungen.
2) von Menschen
(kaum) unbeeinflußbare Gegebenheiten:
- Flut- und Sturm-, Unwetterkatastrophen,
- Vulkanausbrüche und Erdbeben,
- Klimaverschiebungen (Dürren, Regen),
- neue Krankheiten,
- astronomische Einflüsse: veränderte Sonnentätigkeit,
Kollisionen mit anderen Himmelskörpern (Meteoreinschläge),
Durchspielen der Möglichkeiten des zukünftigen
Ablaufs, falls...
Mit Hilfe eines Rechnerprogramms sollen die Ergebnisse
durchgespielt (simuliert) werden, die sich aus den verschiedenen (vorher)
aufgelisteten] möglichen Veränderungen ergeben könnten. Hierbei ist teilweise
auf das Simulationsprogramm "WORLD3" von Donella und Denis Meadows und Jorgen
Randers [x] bzw. den darin gespeicherten Daten zurückgegriffen worden.
Die folgende Darstellung zeigt die Bevölkerungsentwicklung ab dem
Jahre 1900 bis 2100 (fette Kurve) mit Balken für den Umweltbelastungsindex, der
1970 als 1 angenommen worden ist (rechte senkrechte Achse).
a) Wahrscheinlichster, auf eine Katastrophe zusteuernde Verlauf
Die
Darstellung fußt auf der Annahme, daß
- ganz schwache
Gegenmaßnahmen ab 1995 eingeleitet werden,
- keine
Bevölkerungskontrolle, d.h. keine Nachwuchsbeschränkung,
- kein Schutz
landwirtschaftlicher Böden erfolgt,
- keine Maßnahmen gegen
Umweltverschmutzung unternommen werden,
- die mittlere Lebensdauer
von Industrieanlagen 14 Jahre beträgt,
die Umsetzung technischer Entwicklungen mit
einer Verzögerung von 20 Jahren erfolgt, und kann wie folgt
interpretiert werden:
2030: Maximale Bevölkerungszahl von fast 8
Milliarden Menschen erreicht einen Umweltbelastungsindex von 11-fachem Wert
gegenüber 1970.
Nahrung pro Kopf 452 Einheiten (dem
höchsten Stand im Jahre 2000) auf 320 gesunken (nur noch 70%), d.h. Hungersnöte
nehmen zu; denn anzustreben sind 2 Tausend Einheiten (kcal, Seite xx) für eine
völlig gesunde Ernährung.
Konsumgüter pro Kopf sind von 138
Einheiten (dem höchsten Stand im Jahre 2020) auf 110 (auf etwa 80%)
zurückgegangen).
2100: Die Bevölkerung ist auf die Hälfte (unter
4 Milliarden) gesunken, wobei der Umweltbelastungsindex unter den Stand von
1970 abgefallen ist.
Die Nahrung pro Kopf reicht bei weitem
noch nicht aus, beginnt aber leicht zu steigen. Folge: Die Menschen werden immer
noch nicht alle ernährt werden können, was zu einem weiteren Rückgang führen
wird.
Die verfügbaren Konsumgüter erreichen
ihr praktisches Ende, da es keine natürlichen Rohstoffe mehr gibt.
Damit ist das Ende der derzeitigen
industriellen Aktivitäten erreicht. Die Industrie wird in gut 100 Jahren
untergegangen sein.
Das nächste Bild zeigt, was in den folgenden 200 Jahren, also von
2100 bis 2300 abläuft:
Die Weltbevölkerung sinkt weiter von 3,87 Milliarden im
Jahre 2100 auf 1,76 Milliarden 200 hundert Jahre später und wird sich auf etwa
1,6 Milliarden stabilisieren.

Die Umweltbelastung fällt praktisch auf Null, ebenso die
Konsumgüterproduktion pro Kopf der Bevölkerung.
Die Nahrung pro Kopf der Bevölkerung steigt langsam wieder
an und reicht gerade aus, die Menschen notdürftig zu ernähren.
Die Menschen befinden sich wieder in der Steinzeit.
Dieses beeindruckende -sehr wahrscheinlich tatsächlich zu
erwartende Bild noch einmal:
Die linke Skala ist logarithmisch gewählt worden, damit der Abfall
der Umweltbelastung und der Konsumgüter pro Kopf im Bereich gegen Null noch zu
sehen ist. Das ist aber bedeutungslos; denn Konsumgüter von 0,000169 pro Kopf
der Bevölkerung ist ja praktisch gleich Null.

Erklärung:
1,000E-03 heißt 10-3 also 0,001 (auf der Skala links, die in
Milliarden rechnet: 1 Millionen)
1,000E-04 heißt 10-4
also 0,0001 (auf der Skala links, die in Milliarden rechnet: 100 Tausend)
1,000E-05 heißt 10-5
also 0,0001 (auf der Skala links, die in Milliarden rechnet: 10 Tausend)
1,000E-06 heißt 10-6
also 0,0001 (auf der Skala links, die in Milliarden rechnet: 1 Tausend)
Nun wird das vorvorletzte Bild (links verkleinert) wiederholt, jedoch unter der Annahme,
daß ab 1995 Geburtenkontrolle propagiert wird, damit ab dem Jahre 2000 eine
Familie im Durchschnitt nur noch 2 Kinder hat.
Viel ändert sich nicht mehr, weil Eingriffe ja nicht sofort wirksam
werden:
Die Bevölkerungszahl erreicht ihren Höchstwert 2030 mit "nur" 7,26
Milliarden statt nahezu 8 Milliarden ohne Geburtenkontrolle. Die Kurve darüber
für die Nahrung pro Kopf sieht etwas günstiger aus. (Auf dem vorletzten Bild
sank sie ab 2030 unterhalb der "Bevölkerungs"-Kurve ab.) Aber auch in diesem Fall
reicht die Nahrung nicht. Die Umweltbelastung bleibt, da die bereits
verursachten Verschmutzungen nach wie vor greifen und die Produktion pro Kopf
ändert sich auch nur um Stellen hinter dem Komma.
Daraus folgt: Die Geburtenkontrolle kommt bereits viel zu spät!


Schauen wir uns wieder die Bevölkerungskurve (ohne
Geburtenkontrolle) an über die Jahre 1900 bis 2100 und dazu, wieviele der
Menschen prozentual davon über 65 Jahr alt sind und als dritte Kurve die
Lebenserwartung, die mit 25,5 Jahren unter den Stand von 1900 mit 29,1 Jahren
gefallen sein wird.

Danach folgt ein Bild über die landwirtschaftlich genutzte Fläche,
die den Menschen noch geblieben sein wird, die städtische und vorerst noch
industriell genutzte Fläche, die Nahrungsmittel- und Industrieproduktion.

Man beachte, daß die
"landwirtschaftliche Fläche" von 1900 bis Ende des Jahrhunderts auf die Hälfte
geschrumpft sein wird und dann in der nächsten (nur) 20 Jahren sind noch einmal
halbiert.
Die Nahrungsmittel- und
Industrieproduktion werden ab etwa 2020 katastrophal runtergehen. Doch wen
kümmert es!
b) Volles und sofortiges Gegensteuern der
Menschen zur Verhinderung der Katastrophe
Der Anstieg der Bevölkerung
auf nahezu 8 Milliarden läßt sich kaum noch
verhindern, auch der Anstieg des Umweltbelastungsindexes nicht - gerade wegen
der "geballten Aktivitäten". Aber durch gemeinsame und völlig durchorganisierte
Anstrengungen könnte die Nahrungsmittelversorgung verbessert und die
Konsumgüterproduktion einigermaßen stabilisiert werden. das zeigt das nächste
Bild.

Aber das auf keinen Fall in einer rein
marktorientierten, d.h. profitorientierten kapitalistischen Gesellschaft ohne
Kontrolle ablaufende Geschehen macht eine geballte Gegensteuerung nicht möglich.
Dieses System ist nach dem Sieg über jedwede sozialen Gedanken nicht mehr zu
zügeln. Es ist also sinnlos, sich mit konjunktiven Möglichkeiten (man könnte,
sollte) zu beschäftigen.
b) Halbherziges
Gegensteuern
Da wird viel geredet
von freiwilliger Selbstkontrolle - der Ideologie einer Partei, die sich dazu
bekannt hat, die besser verdienenden um sich zu scharen. Solche Vorstellungen
einer Selbstkontrolle, Gesamtverantwortung und Mitverantwortung für Umwelt sind
in einer Gesellschaft, in der ausschließlich von Machtkampf, Wettkampf,
Existenzkampf - Betonung auf Kampf - geredet wird und in der "knallharte", nur
betriebswirtschaftlich, keineswegs volkswirtschaftlich orientierte und nur
monocausal denkende Manager bewundert werden, lächerlich und haben nie etwas
bewirkt. Nur wenn aus der sich anbahnenden Katastrophe Profit geschlagen werden
kann, möglichst ohne Vorleistungen, dann wären solche Manager zum Mitmachen zu
begeistern. Nun wir sind doch auf das konjunktive Denken eingeschwenkt.
(Der Konjunktiv, die "Möglichkeitsform" für Verben, wird gerne gebraucht, um
Wünsche und schöne Vorstellungen darzustellen: Wenn die Frau etwas schöner wäre,
könnte ich mir vorstellen, daß ich gerne mit ihr zusammen wäre. Leider bleibt
sie häßlich...)
c) Es wird kaum etwas
getan ("nach uns die Sintflut")
Weitere Simulationsprogramme
und Literatur zur Problematik
Im Folgenden
werden einige Beispiele gebracht aus einem 1992 erschienenen Programm
"Weltsimulation & Umweltwissen" des Vieweg-Verlages, Wiesbaden. Für die
technische Durchführung ist Herr Prof. Hartrmut Posselt verantwortlich - was
nicht ganz klar wird, in welchem Maße.
Zuerst einige
Formeln und die Verzahnung (im Schaubild) zum Problem bzw. als Grundlage zu den
Berechnungen in der Simulation. Es dürfte einem Normalsterblichen unmöglich
sein, den Sachverhalt nachzuvollziehen. Da werden weder Dimensionen (Meter,
Gramm, Sekunde usw.) genannt, noch Eingabeparameter, wie "q" und "r", als
Einflußgrößen für die Simulation im Flußbild gezeigt. Dennoch stimmen die
Ergebnisse mit denen anderer Fachleute (z.B. Meadows, Randers, Lovelock)
überein.
(Das hier
angedeutete Simualations- und ausführliche Wissensprogramm mit einer sehr guten
Stichwortzusammenstellung wird sehr wahrscheinlich durch immensen Druck der
Verlagsleitung unausgegoren auf den Markt geworfen worden sein; denn auch am
Waldsterben, das in aller Munde ist, kann man ja verdienen.)



Leider nicht
verständliche Erklärungen zu den Simulationen beim Eingriff in das Öko-System
Wald, Gras, Vögel und Insekten (aber ziemlich richtigen Formeln):

In der folgenden Beschreibung muß ergänzt
werden: Der Wald braucht die Insekten zur Fortpflanzung (Blütenbestäubung) und
auch die Vögel, die die Früchte fressen sollen und dann mit "Dünger"
ausscheiden und damit sähen. Sollten Sie einmal eine nach obigen Formeln programmierte Simulation
ausprobieren, werden Sie feststellen, wie schnell ein über Jahrmillionen
austariertes System zusammenbrechen kann, wie beim Hervorrufen eines nicht zu
erwartenden katastrophalen Unwetters durch den Flügelschlag eines Schmetterlings
(nach den Formeln der Chaostheorie).


Gegebenheiten, wann die Bevölkerung einigermaßen auf die
bevorstehende Katastrophe vorbereitet sein wird, sind nicht in Sicht. Statt
dessen: Ein Event jagt das andere...
F. Z u s a m m e n f a s
s u n g u n d S c h l u ß b e t r a c h t u n g e n
Literatur, Quellen
Index