Bilder in 3 Dimensionen - Anleitung zum Schielen
Ist Ihr Augenabstand vom Bildschirm etwa 60 cm (bei bequemen Sitzen), dann nehmen Sie einen Bleistift und halten ihn in mit ausgestrecktem Arm etwa so, wie abgebildet - besser etwas tiefer bis die Spitze ziemlich in der Mitte zwischen den Bildern erscheint.
Die Spitze mit den Augen fixiert halten und auf die Augen ganz schön langsam führen. Die beiden Bilder verschmelzen zu einem dritten Bild, das räumlich erscheint (normaler Weise links vom Bleistift). Haben Sie die richtige Stellung gefunden, die
20 cm (plus-minus) vor dem Nasenhöcker liegt,
dann sehen genau 3 Punkte (natürlich nur wenn Sie die Augenstellung auf die Spitze gerichtet lassen - sonst erscheint ja auch die Spitze doppelt und Sie sehen 4 Punkte. (Machen Sie mal eine lange Nase mit weit auseinander gespreiztem Daumen und kleinem Finger, dann kommen Sie auf den richtigen Abstand. Sie könne dann auch auf das Ende des kleinen Fingers fixieren.)
Jetzt sehen Sie:
3 Punkte,
3 Bilder und
2 Bleistifte.
Das Bild in der Mitte ist räumlich mit dem Stuhl vor dem Bildschirm dahinter der Tisch, und noch weiter weg die Personen usw. Sind Sie nicht verblüfft?

Für eine noch geringere Bildschirm-Auflösung als 800 x 600 Pixel sind die beiden Bilder nicht mehr ganz auf dem Bildschirm. Dann sehen Sie das alles nicht so, wie geplant...
Gehen Sie spielerisch vor, keineswegs "ich muß..." Das klappt nicht und irritiert die Augen und vor allem das Gehirn, das diese Art des Sehens erst kennen lernen muß.
Können Sie einmal Schielen, merkt sich Ihr Gehirn das räumliche Sehen sehr schnell.
Es gibt noch eine Methode, sich an das räumliche Sehen zu gewöhnen:
Verdecken Sie Ihr rechtes Auge mit der rechten Hand so, daß Sie das rechte Bild und auch den Bleistift nicht sehen können. Kontrolle: Linkes Auge schließen; rechts Bild und Bleistift sind weg. Linkes Auge wieder aufmachen. Sie sehen 2 Bilder - natürlich. Achten Sie darauf, daß Sie aber mit dem rechten Auge das links Bild sehen. Führen Sie die Hand vom Auge etwa 25cm weg. Schauen Sie auf die Zeigefingerkante. Sie sehen sehr bald das Bild räumlich. Diesmal sehen aber nur 2 Bilder links von der Hand, zwei Punkte, einen Bleistift. Das rechte Bild ist räumlich. Klingt kompliziert mit links und rechts und links... Aber wenn Sie es mal gepackt haben, ist es eine gute Methode.
Probieren Sie mal anders rum: Linkes Auge zuhalten usw. ... So können Sie Ihre Auge trainieren und vor allem das Gehirn.
Hinweis:
Untersuchen Sie die beiden Bilder oben einmal ganz genau (ohne Schielen) und schauen Sie nach Unterschieden. Die Person links (die Frau des Autors) sitzt auf dem linken Bild weiter rechts hinter dem Stuhl als im rechten Bild. Das Gleiche kann man bei allen Bildteilen beobachten. Je weiter sie vom Vordergrund entfernt sind, desto weiter rechts sind sie in linken Bild (oder umgekehrt im rechten Bild).
Würde man ein Bild in Ebenen aufteilen, dann bräuchte man im linken Bild das, was vorne erscheinen soll, nur nach links zu ziehen. Oder: Alles was weiter nach hinten erscheinen soll, wird nach rechts verschoben.
Diese Regel wird beachtet, wenn ein zweites Bild zum räumlichen Sehen bei nur einem vorhandenen Ausgangsbild angefertigt werden soll (oder muß).
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